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Wirklich Lese-/Rechtschreibprobleme - oder zu hoher Anspruch des Lehrers?


Autor Nachricht
Verfasst am: 10.12.2009 [17:39]
lennard01
Themenersteller
Dabei seit: 10.12.2009
Beiträge: 0
Hallo zusammen,

nach drei Monaten in der ersten Klasse wurden bei unserem Kind seitens des Lehrkörpers bereits Schwächen beim Diktat und Lesen festgestellt und eine Wiederholung der 1. Klasse bei nicht Besuch einer Logopädin in Aussicht gestellt.

Da bislang keinerlei Diktate als Aufgaben gestellt waren und auch ein Kommunikationsproblem bezüglich des Lesen von Texten bestand, welches jetzt aus der Welt geschaffen wurde, sind wird seit der letzten Reaktion des Lehrkörpers etwas ratlos: Unser Nachwuchs wurde von seinem ersten besten Freund(in) getrennt, obwohl Integrationsprobleme bei ihm bekannt waren.

In der Klasse ist ein extrem hoher Anteil an Schülern, die das Lesen/Schreiben und auch Rechnen zum Zeitpunkt der Einschulung bereits konnten. Der Lehrkörper ist unbedarft - will heißen, erstes Mal erste Klasse und wir fragen uns langsam, ob hier nicht ein zu ehrgeiziges Ziel gesetzt wurde. Es wurde uns auch mitgeteilt, es würde jetzt wohl schneller vorgegangen werden - bei dem unser Nachwuchs nur stört.

Unser Sohn hatte angeblich Probleme beim Rechnen, die bereits nach 3 Monaten (nach Aussagen des Lehrkörpers) derzeit kein Thema mehr sind (letzter Test wurde gut bestanden). Ein Problem wäre nun das Lesen und Schreiben.

Wir fragen uns, wie wir hier weiter vorgehen sollen, ohne unseren Nachwuchs zu sehr zu belasten, der bislang sehr gerne zu dem vielgelobten Lehrkörper in die Schule geht und auch endlich nach mehreren Umzügen und allen sonstigen Hindernissen Freunde gefunden hat.

Wir haben zwar einen Termin beim schulpsychologischen Dienst angefragt- schrecken aber vor der Belastung unseres recht sensiblen Kindes etwas zurück.

Befreundete Eltern aus andern Schulen empfinden das Vorgehen als Horrorszenario und bestenfalls inkompetent und profilneurotisch. Jetzt fragen wir uns, ob wir das Kind in die falsche Ganztagsschule eingeschult haben.

Was würdet ihr tun?
Antworten Profil
Verfasst am: 11.12.2009 [10:15]
UtaReimannHöhn
Profi
Dabei seit: 18.04.2008
Beiträge: 43
Lieber lennard01,
es fällt mir auf diesem Wege schwer, zu beurteilen ob Ihr Sohn wirklich schulische Probleme hat, oder ob es sich um einen sehr ehrgeizigen Lehrer und eine enorm schwierige Situation handelt.

Laut der Rahmenrichtlinien und der Lehrpläne sollten GrundschülerInnen und Grundschüler erst am Ende der zweiten Klasse flüssig lesen können. Erst am Ende des ersten Schuljahres sind in der Regel alle Buchstaben bekannt.

So viel Zeit sollte eigentlich schon sein. Andererseits könnte es ja durchaus sein, dass die Lehrerin eine Problematik schon sehr früh erkannt hat. Schaffen Sie sich Sicherheit!

Es scheint mir eine gute Idee zu sein, den schulpsychologischen Dienst einzuschalten. Dieser hat die Möglichkeit, unauffällig am Unterricht teilzunehmen und Ihr Kind, aber auch andere Kinder, im Unterricht zu beobachten.

Durch die riesige Vergleichsgruppe, die ein Psychologe hat, wird schnell deutlich werden, wo die Probleme liegen. Ich rate Ihnen also in diesem Fall, zunächst ein Gespräch mit dem Psychologen ohne Ihr Kind zu führen. In diesem Gespräch kann dann gemeinsam über die weitere Vorgehensweise gesprochen werden.

Ich denke, es ist wichtig, die objektive und sachliche Meinung eines Fachmannes zu hören. Es ist durchaus möglich, dass Ihr Kind in der falschen Klasse gelandet ist.

Viel Erfolg wünscht
Uta Reimann-Höhn

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