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Hilfe, unsere Tochter hält diese Langeweile und diesen Alltagstrott nicht mehr aus!


Autor Nachricht
Verfasst am: 04.05.2010 [17:19]
mucki2009
Junior
Themenersteller
Dabei seit: 06.05.2009
Beiträge: 6
Hallo Zusammen!

Unsere Tochter, 10 Jahre, besucht die vierte Grundschulklasse, wird nach den Sommerferien auf ein Gymnasium gehen.

Ihre Grundschuljahre hat sie immer mit Leichtigkeit durchlaufen, was Schulnoten etc. angeht. Schon immer ist sie in der Schule unterfordert gewesen, da sie den Unterrichtsstoff, egal in welchem Fach, schnell erfasst, umsetzt, anwendet und dann für sich als "erledigt abhakt". Schon in der ersten Klasse war sie verärgert darüber, sich mit diesen längst erlernten Themen auch noch zuhause mit langweiligen Hausaufgaben abgeben zu müssen.
Dies haben wir bisher weitgehend zuhause mit Zusatzinfos zu aktuellen Schulthemen, sowie Ausbau ihrer Hobbys in Richtung Musik, Kunst und Reiten aufgefangen.

Vor der Halbjahres-Info, die in Baden-Württemberg ja auch die Empfehlung für weiterführende Schulen beinhaltet, wurde in der Schule in allen Fächern mit dem Lernstoff und den Klassenarbeiten angezogen, sodass sie endlich mal (anspruchsvoll) ausgelastet war.

Nun, nachdem nach den Faschingsferien alles erledigt war, ist der alte Alltagstrott wieder eingekehrt und unsere Tochter ist gereizter denn je. Auf Lehrer, die einen langweiligen Unterricht rüberbringen und die Klasse nicht im Griff haben, ist sie sehr sauer. Die Lautstärke anderer Kameraden im Unterricht nervt sie zusätzlich. Andere Kinder, die ebenfalls gelangweilt sind, malen in der Stunde oder erledigen Hausaufgaben. Könnte sie auch, möchte sie aber nicht, da sie eigentlich dem Unterricht folgen will.

So kommt sie fast täglich nach Hause mit viel Frust und Zorn im Bauch. Morgens steht sie meistens schon schlecht gelaunt oder weinend auf, weil sie wieder in diese langweilige Schule muss.
Wir reden miteinander, sie weiß, dass wir sie verstehen. Ich versuche ihr immer wieder klar zu machen, dass es doch "nur noch eine kurze Zeit (ca. 50 Schultage) sind", die es auszuhalten gilt. Aber mach das mal einem Kind begreiflich!!!
Im Wohnzimmer haben wir jetzt schon eine Schale mit leichten Drahtbällen stehen, die sie abfeuern kann auf eine große Wand. So macht sie ihrem Zorn Luft, danach ist es besser.

Sie tut mir so Leid, ich bin mit meinem Latein fast am Ende, wer hat einen brauchbaren Tipp, wie wir diese Zeit bis zu den Sommerferien überbringen, ohne dass sie einen psychischen Schaden nimmt.

Mit einem Psychologen ist es nicht getan, da diese Sache nicht Fehler unserer Tochter ist, sondern offensichtlich in unserem Schulsystem liegt.

Bin für jeden Tipp dankbar
mucki2009
Antworten Profil
Verfasst am: 05.05.2010 [07:59]
miesemuckel
Profi
Dabei seit: 02.05.2008
Beiträge: 49
Hallo mucki2009,

vielleicht wäre in Ihrer Situation ein Gespräch mit anderen Eltern der Klasse oder dem Elternvertreter der erste Schritt. Ich würde versuchen herauszubekommen, ob andere Kinder ähnliches berichten. Falls ja, dann sollte über die Elternvertretung unbedingt und vor allem schnellstmöglich ein Gespräch mit dem Klassenlehrer und am besten auch mit den anderen betroffenen Lehrern eingetaktet werden. 50 Tage Frust und Langeweile sind eine lange Zeit, zumal für ein Kind! Um zu vermeiden, dass Ihre Tochter mit dem Thema Schule generell Emotionen wie Frust, Zorn (und wahrscheinlich Ohnmacht) verbindet und dies womöglich dann auch auf die weiterführende Schule überträgt, sollten Sie hier wirklich schnell handeln. Wenn im Gespräch mit anderen Eltern und/oder Elternvertreter klar wird, dass andere Kinder nicht betroffen sind, sollten Sie den Alleingang zum Klassenlehrer antreten und mit ihm gemeinsam nach einer Lösung suchen. Unser Schulsystem ist leider weit weg davon, optimal zu sein, aber nur, indem Sie die Mißstände auch kommunizieren (vor allem an den betroffenen Stellen), kann auch was verändert werden. Vielleicht könnte Ihre Tochter ja auch mal probeweise einen Tag im Gymnasium "schnuppern" und ihre künftige Schule so näher kennenlernen. Vielleicht hilft ihr das, wenn sie sieht, dass es an der nächsten Schule besser ist, die restlichen Tage bis zu den Sommerferien einigermaßen zu überstehen...

Viel Erfolg und alles Gute für den Übertritt!
miesemuckel
Antworten Profil


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