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Pöbeleien gegen Erstklässler am ersten Schultag


Autor Nachricht
Verfasst am: 25.08.2008 [21:59]
pukedi
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 25.08.2008
Beiträge: 2
Hallo,

ein ganz typisches Thema leider immer wieder neu: mein Sohn hatte heute seinen allerersten Schultag. Sein Freund und er (beide klein) sind gleich in der Pause von einem Älteren, kräftig wirkenden Jungen angepöbelt worden: dem Freund meines Sohnes hat der Junge an den Hemdkragen gegriffen und irgendwas von ey du kleiner Pöks gerüpelt und mein Sohn wurde von ihm beschimpft.

Ich habe meinen Sohn, der mir das kurz vorm Schlafengehen (zum Glück) erzählte, gefragt, was die beiden (er und sein Freund) dann gemacht haben. Woraufhin er zu mir ganz empört sagte: Mama, was sollen wir denn da machen, der war doch viel stärker als wir. Mein "ihr wart doch zu zweit" kam mir eigentlich schon während ich es gesagt habe ziemlich überflüssig vor und kam wahrscheinlich auch dementsprechent unüberzeugt rüber.

Ich hab am Anfang seiner Kindergartenzeit bei solchen Themen eher so reagiert, dass ich meinen Sohn erstmal eine friedenstiftende (hört sich n bisschen komisch an, ist klar) Lösung vorgeschlagen habe. Bin dann aber irgendwann dazu übergegangen, im zu raten, dass falls es mit (auch ruhig mal lauten) Worten nicht gleich klappt, er sich sozus. mit "gleicher Münze" wehren soll.

Da waren aber immer auch die Erzieherinnen in der Nähe, dass ist jetzt in der Schule natürlich anders.

Ich hab mir auf jeden Fall vorgenommen, ihm morgen früh nochmal zu raten, wenn so etwas nochmal vorkommt (oder auch schon von diesem Fall), der Klassenlehrerin Bescheid zu sagen und sie einfach mal zu fragen, was die beiden in so einem Fall machen sollen. Denn solch ein Rat von der Lehr. hat sicher nochmal ein anderes Gewicht, als Mamas/Papas Ratschläge, weil sie einfach anders formuliert werden und dadurch frischer daherkommen... außerdem müsste sie ja dahingehend auch fachlich geschult sein.

Abgesehen davon will ich das ganze auch nicht überdramatisieren, bei Kleinigkeiten dieser Art müssen sie sich sicher auch einfach mal irgendwie selber helfen.

Der Zeitpunkt (allererster Schultag im Leben) war nur irgendwie ziemlich dumm, deshalb meine Frage zum Schluss, ob jemand aus der Elternroutine mit älteren Kindern heraus oder mit fachlicher Kompetenz hierzu noch den einen oder anderen Rat für mich als Mutter hat.

icon_wink.gif Vielen Dank schonmal im voraus von pukedi
Antworten Profil
Verfasst am: 27.08.2008 [09:44]
UtaReimannHöhn
Profi
Dabei seit: 18.04.2008
Beiträge: 43
Liebe pukedi,

Sie haben Recht, dass der erste Schultag natürlich ein ganz ungünstiger Zeitpunkt für solch ein Erlebnis ist. Trotzdem hat Ihr Sohn nicht schlecht reagiert. Er hat sich augenscheinlich nicht provozieren lassen und konnte auch sehr genau einschätzen, dass er vermutlich den kürzeren gezogen hätte. Dafür, und für seine Ehrlichkeit Ihnen gegenüber, hat er schon mal ein dickes Lob verdient. Er hat sozusagen schon die Feuerprobe bestanden, und das sollte sein Selbstbewusstsein stärken.

Sollte ihm so etwas nochmal passieren, wäre es optimal sich direkt an die Pausenaufsicht zu wenden. Auf dem Schulhof muss immer eine Lehrkraft sein, die in solchen Fällen eingreift. In der Grundschule ist es ja noch nicht so schwierig, einem Zweit- oder Drittklässler die Umgangsregeln der Schule zu verdeutlichen. Später wird das schon komplizierter. Leider können Sie nicht davon ausgehen, dass das Kollegium ein Konflikttraining absolviert hat und genau weiß, wie es sich zu verhalten hat. Im Falle solch einer Provokation ist immer Deeskalation angesagt. Also die Streithähne trennen! Später, wenn sich die Gemüter beruhigt haben, kann und muss über das Verhalten dann gesprochen werden.

Auf dem nächsten Elternabend sollten Sie überdies das Thema ansprechen und nachfragen, welche Empfehlung die Klassenlehrerin gibt. So bleibt die Lehrerschaft aufmerksamer, als wenn niemand über Mobbing spricht.

Viel Glück für Ihren Sohn in der Schule

herzlichen Gruß

Uta Reimann-Höhn



[URL="http://www.elternwissen.com/index.php?id=513&shop_wkz=LUF5256&np=1"]Chefredakteurin von "Lernen und Fördern mit Spaß!"
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Antworten Profil
Verfasst am: 27.08.2008 [13:04]
pukedi
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 25.08.2008
Beiträge: 2
Hallo Frau Reimann-Höhn!

Erstmal herzlichen Dank für Ihr Statement und ihre Empfehlung bezügl. des Elternabends.

Natürlich haben Sie Recht, dass Deeskalation in so einer Situation immer die erste Wahl sein sollte. Denn natürlich wäre es schlimm, wenn aus z.B. schubsen und zurückschubsen eine handfeste Schlägerei wird.

So ein für sein Alter kleiner Mensch ist aber natürlich naturgegeben immer eher mal Angriffsziel für gewaltbereite andere. Und ich will ihn weiß Gott nicht zur Gewaltverherrlichung erziehen. Aber wenn er sich immer zurückzieht in solch einer Situation glaube ich mittlwerweile, dass das die Betreffenden gerade reizt, es nächstesmal wieder zu versuchen, es im Gegenteil vielleicht noch mehr auf die Spitze zu treiben, weil mein Sohn sie letztesmal bei der Pausenaufsicht - aus Sicht des anderen - "verpezt" hat. Und die ist auf dem Schulweg auch nicht immer dabei.

Wir haben neulich bei Kika in "pur plus" einen Schlagfertigkeitstrainer für Schulkinder gesehen, der den Kindern letztendlich deeskalierende Sprüche beigebracht hat. Würzig zwar, aber eben auch nicht ängstlich waren die eintrainierten Antworten und trotzdem situationsentschärfend.

So etwas wäre vielleicht ein Mittelweg.

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