t
t

Elternwissen-Forum

Diskutieren Sie in unserem Elternwissen-Forum über die Familien-Themen, die Sie interessieren: Kindererziehung, Kindergesundheit, Kinderernährung, Schule, Lernen und vieles mehr! Bitte sehen Sie sich unsere Diskussionsregeln vorher an.

Thema ohne neue Antworten

Probleme in der 1. Klasse


Autor Nachricht
Verfasst am: 12.11.2008 [13:41]
nickib
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 12.11.2008
Beiträge: 1
Hallo,

unsere Tochter wurde im August eingeschult. Sie hat sich drauf gefreut und ich dachte es läuft gut an. Im Kindergarten hatte sie zwar keine Vorschule, aber man sagte mir, dass sei nicht so wichtig. Auch in der Schule sagte man mir das.
Jetzt treten verschiedene Probleme auf. Sie hält den Stift falsch, schreibt oft in Spiegelschrift. Ist sehr unordendlich, bzw. radiert so lange, bis in den Seiten ein Loch ist. Sie hat auch ständig auf den Fingern gekaut oder auf den Haaren (Brief von der Lehrerin) worauf wir uns mit einem extra Radiergummi behelfen konnten den sie nun knetet wenn sie nicht weiß wohin mit den Fingern.
2. Brief war, dass sie zu lange braucht (Für 2 Zeilen eines Buchstabens 75 Minuten), sie sei unkonzentriert und würde nur arbeiten, wenn sie als Lehrerin daneben steht und sei bei allem die Letzte.
Also haben wir uns nur noch darum gekümert unser Kind nach der Schule und nach den Hausaufgaben ans üben zu setzen. Nun habe ich aber erfahren, dass ich die Hausaufgaben nicht korriegieren darf. (Sie hat Sätze geschrieben die bei aller Liebe nicht zu entziffern waren, weil sie so viele Buchstaben weg gelassen hat)Ich habe dann mit ihr versucht das Wort laut und langsam zu sprechen. Wenn dann ein Buchstabe gefehlt hat war das trotzdem o.k. Ich darf es aber nicht, weil die Lehrerin sonst nicht erkennen würde, was sie noch nicht kann.
Ich verzweifle also langsam weil ich denke ich soll üben, bekomme dann aber gesagt das sei zu viel, weil in der Schule alles schon so anstrengend ist.
Sie vergisst halt auch viel und wenn ich ihr was sage ist das auch gleich schon wieder weg.
Eine Lösung wie wir uns verhalten könnten haben wir von der Lehrerin aber auch nicht erhalten. Lediglich was sie alles falsch macht und das wir mit ihr reden sollen. Ich hab jetzt schon Angst, dass sie die erste Klasse wiederholen muss was an der Schule schon vorgekommen ist.
Sie ist so ein aktives und aufgewecktes Kind. Ist motorisch super weit was klettern, laufen u.s.w angeht. Konnte sehr früh schon sprechen und hat lt. Kinderarzt einen großen Wortschatz. Bisher lief alles super. Ein aufgewecktes Kind ist zwar anstrengend, aber wir haben uns auch immer gefreut das sie alles recht schnell konnte oder wie beim Radfahren die Geduld aufbringen konnte es zu lernen.
Jetzt ist alles anders. Ich hoffe ich kann hier Rat finden und eventuell auch Mütter die ein ähnliches Problem hatten und mir Ratschläge geben können.

Vielen Dank im voraus.

Nicole
Antworten Profil
Verfasst am: 12.11.2008 [18:34]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Sehr geehrte Nickib!

Es tut mir sehr Leid, dass der Schulanfang für Sie und Ihre Tochter nicht so unproblematisch verläuft wie man sich das immer wünscht.

Den Beschreibungen nach strengen die Anforderungen Ihre Tochter stark an und sie flüchtet sich in andere Tätigkeiten (Fingernägel- oder Haarekauen) und arbeitet sehr langsam.

Es ist schade, dass die Lehrerin Ihnen zwar mitteilt, wo es bei Ihrer Tochter hapert, aber keinerlei Hilfestellungen anbietet. Ich würde Ihnen raten, das Gespräch mit der Lehrerin zu suchen und Ihr erneut Ihre Bereitschaft signalisieren, nachmittags mit Ihrer Tochter zusätzlich zu üben.

Ich sehe es genauso wie die Lehrerin, dass Kindern, die schon durch die Schule stark beansprucht sind, nicht auch zu Hause noch durch Übung "gepiesackt" werden. Aber ein tägliches kurzes Pensum von ca. 15min halte ich durchaus für angebracht und praktikabel. Dabei ist natürlich wichtig, dass Sie gezielt an den Schwächen Ihrer Tochter arbeiten.

Ihre Tochter "über den Kopf", also durch erklärende Gespräche zu halten, ist erfahrungsgemäß in diesem Alter noch etwas schwierig. Denn sie zeigt Ihr Verhalten ja nicht, um andere zu ärgern, sondern weil das ihr derzeitiger Lernstand ist. Ihr Verhalten gibt Aufschluss über Ihr Leistungsvermögen, nicht über Ihre Haltung gegenüber dem Lernen. Sie kann nicht einfach anfangen sich zu konzentrieren, wenn sie dazu aus welchem Grund auch immer noch nicht lange in der Lage ist. Das Flüchten in das Radieren ist ein Hinweis darauf, dass sie noch große Mühe hat, die Buchstaben richtig wiederzugeben.

Selbstverständlich ist es wichtig, mit dem eigenen Kind zu reden. Aber bitte versuchen Sie dabei, Druch rauszunehmen. Noch ist erst Herbst und die erste Klasse geht noch über ein halbes Jahr! Also keinerlei Grund sich derzeit Sorgen über eine mögliche Nicht-Versetzung zu machen. Zudem werden Klasse 1 und 2 als Einheit gesehen, die nur in den seltensten Fällen durch ein Wiederholen der Klasse unterbrochen wird. Viele Dinge, die in Klasse 1 begonnen werden, werden in Klasse 2 fortgeführt oder erst dann von den Kindern richtig begriffen und umgesetzt.

Versuchen Sie Ihrer Tochter trotz aller Schwierigkeiten positives Feedback zu geben. Sicherlich gibt es auch Dinge, die sie gut kann. Loben Sie diese, damit sie den Glauben an sich selbst nicht verliert.

Mit freundlichem Gruß,
Annette Holl

[URL="http://www.elternwissen.com/index.php?id=513&shop_wkz=LUF5256"]Grundschullehrerin und Co-Autorin von "Lernen und Fördern mit Spaß!"
fileadmin/forum/avatars/luf-logo-small.gif[/URL]
Mein E-mail-Newsletter:
[URL="http://www.elternwissen.com/newsletter/lernbrief.html"] Elternwissen.Lerntipps[/URL]
Antworten Profil
Verfasst am: 05.12.2008 [10:59]
engerl
Alter Hase
Dabei seit: 18.11.2008
Beiträge: 23
liebe nickib!

ich bin mit meinem sohn einfach an den buchstaben geblieben.
legen, fühlen, nachziehen- riesenbuchstaben als nachspurspiel, einen mürbteig machen und buchstaben kneten und backen (kleine röllchen formen, buchstaben gestalten lassen, backen),buchstaben aus moosgummi zum fühlen, buchstaben aus schmirgelpapier zum nachfühlen, buchstabensuppenspiel- immer nachziehen lassen oder in der luft zeichnen lassen- buchstaben mit dem schreibfinger auf der Tastatur tippen lassen und noch vieles mehr.
er hatte stets spaß daran, und hat so die buchstaben austomatisieren können.
vielleicht ist das ja auch für dich ein rat, den du gut anwenden kannst.
alles liebe euch beiden
engerl
Antworten Profil
Verfasst am: 28.10.2010 [21:32]
MariaB
Newbie
Dabei seit: 28.10.2010
Beiträge: 1
Hallo,
ich bin gerade auf Ihre Nachricht gestoßen. Diese ist zwar schon etwas (2 Jahre) her ist aber genau das nachdem ich gesucht habe. Denn das was Sie da geschrieben haben trifft genau auf meine Tochter auch zu. Zwar nicht ganz so doll (radieren bis ein loch da ist) aber die Anzeichen sind allesamt die gleichen.
Im Internet finde ich nichts weiter darüber, alle schreiben nur über die bekannten Symphtome (ADS, ADHS, ...) aber nicht alle Schwierigkeiten die ein Kind aufweist kann man doch nicht gleich in Zusammenhang mit solchen Krankheiten bringen??
Was haben Sie inzwischen für Erfahrungen mit Ihrer Tochter gemacht? Hat sich das Problem geklärt?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir kurz antworten würden! Sie würden mir sehr helfen.

Vielen Dank schon im Vorraus, Freundliche Grüße, M.Braun
Antworten Profil
Verfasst am: 28.10.2010 [22:31]
Kaggen
Alter Hase
Dabei seit: 10.06.2008
Beiträge: 25
Hallo

Mit meiner Tochter habe ich so ziemlich dasselbe erlebt, zwar auch ohne Löcher-Radieren, aber sie ist ebenfalls sehr lebendig, aktiv, aufgeweckt.. was wir toll finden, aber in der Schule nicht immer hilfreich für die Lehrerin ist.

Sie ist ebenfalls in der ersten Klasse. Glücklicherweise hat sie eine tolle Lehrerin, die ihr Zeit lässt und mit der wir all dies gut besprechen können. Ich habe das Gefühl, unsere Tochter schreibt schon besser und hat vor allem nun langsam erste Erfolge, z.B. kennt sie mittlerweile alle Buchstaben recht gut. Ich denke, es ist wirklich etwas vom Wichtigsten, den Druck weg zu nehmen. Das hängt halt auch an der Lehrerin.. da hatten wir echt Glück.

Allerdings wünscht die Schule, dass wir unsere Tochter betr. ADHS abklären lassen. Das habe ich nun veranlasst. Mal sehen, was da rauskommt.
Antworten Profil
Verfasst am: 11.11.2010 [09:09]
ephrosine
Newbie
Dabei seit: 11.11.2010
Beiträge: 1
Hallo,

meine Tochter hatte zwar nicht so massive Probleme, wie die geschilderten, doch erst in der vierten Klasse wurde eine Fehlsichtigkeit bei ihr festgestellt. Und das obwohl die Augen mehrmals überprüft worden sind! Durch Zufall sind wir an eine Optikerin geraten, die sich auf Kinderfehlsichtigkeiten "spezialisiert" hat. U. a. weil sie selbst als Kind unter schlecht eingestellten Sehhilfen gelitten hat.
Sie hatte ganz schnell festgestellt, dass meine Tochter nicht gut sieht. Die Sehschärfe wurde mit einer entsprechenden Brille angepasst. Damit haben sich ihre Schulleistungen - auch die Schreibleistungen und die Geschwindigkeit - massiv gebessert.

Jetzt ein Jahr später bekommt mein Kind eine neue Brille, mit der auch die Winkelfehlsichtigkeit ausgeglichen wird. Zur Verständlichmachung hat mir die Optikerin diesen Artikel empfohlen:

http://www.ludwig-sehzentrum.de/pdf/Langzeitbeobachtungen%20PDFDominiczak.pdf

Da schreibt ein Lehrer über seine Erfahrungen im Bezug auf winkelfehlsichtige Kinder. An manchen seiner Ausführungen konnte ich mein Kind wiederentdecken.

Winkelfehlsichtigkeit kann man an verschiedenen Auffälligkeiten erkennen. Nachfolgend habe ich mal einige aus dem Netz kopiert (http://www.ludwig-sehzentrum.de/Auffaelligkeiten_bei_Kindern.aspx), die natürlich nicht alle zutreffen müssen, da die Kinder eine Fehlsichtigkeit gut kompensieren können:

Auffälligkeiten bei Anstrengung:•Augenbrennen
•Augentränen
•Bindehautrötungen
•Anstrengendes Sehen
•Unruhiges Sehen
•Kopfschmerzen / Migräne
•Bauchschmerzen
•Schnelles Ermüden

Auffälligkeiten im Sehen:•Distanzschätzen
•Geschwindigkeitsschätzen
•Schlechtes Tiefensehen
•Schwierigkeiten bei schnellen Blickwechseln
•Fixations-Probleme
•Sehschärfen-Probleme
•zeitweises Doppeltsehen
•Lichtempfindlichkeit

Feinmotorik und Schreiben•Ungeschicklichkeit / Entwicklungsrückstand beim Malen / Ausmalen / Ausschneiden
•Vermeidungshaltungen bis hin zu aggressiven Haltungen, um Malen und Schreiben zu vermeiden
•Krakelige Handschrift, ungleichmäßige Buchstaben, schlechte Linienhaltung
•Unsystematische Rechtschreibefehler
•Verdoppelte, vertauschte oder ausgelassene Buchstaben oder Wörter

Grobmotorik•Oft schon in der Kleinkindzeit erkennbar
•Unsicherheit beim Ballspielen
•Bewegungs- und Koordinationsprobleme
•Räumliche Orientierungsprobleme
•Hypermotorik kann Anpassung an die unruhigen visuellen Eindrücke sein

Lesen•Lesen von Wörtern, die nicht im Text stehen
•Auslassen oder Doppeltlesen von Wörtern / Zeilen
•Schwierigkeiten mit Textverständnis
•Schnelles Ermüden
•Ausdauer-, Motivations-, Konzentrationsprobleme
•Verstehen von Texten, wenn sie vorgelesen werden,
nicht verstehen, wenn selbst gelesen wird
•Finden Lesen „doof“, „langweilig“

Rechnen•Gute Kopfrechner mit katastrophaler Heftführung
•Mühe mit Zahlenverständnis
•Mühe mit Mengenverständnis
•Zunehmende Probleme mit Textaufgaben
Verhalten
•Problematisches Leistungsverhalten
•Charakterisierungen:
„Er kann ja, wenn er nur will“
„Er muss lernen, sich zu konzentrieren“
„Ihm fallen immer tausend Ausreden ein“
„Zappelphilipp / Klassenclown“
„Sooo verträumt …“
•Schiefe Kopfhaltung
•Sehr naher Lese- und Schreibabstand
•Oft „umgekehrter Übungseffekt“
Je länger geübt wird, desto schlechter wird die Leistung.
•Diverse Therapien (auch abgebrochene)
?Oft nur sehr geringer Erfolg
?Motivation scheint nicht da zu sein

Wie gesagt, bekommt meine Tochter erst ihre Prismenbrille, so dass ich noch nicht berichten kann, ob es Erfolg bringt. Denn trotz gut eingestellter Sehschärfe sind immer noch die krakelige Handschrift und die Rechtschreibung (Verdopplung von Buchstaben oder Weglassen) auffällig. Nach einer Eingewöhnungszeit sollten sich laut Optikern hier Verbesserungen einstellen.

M.M.n. sollte man bei allen Kindern im Zuge der U-Untersuchungen nicht nur das Scharfsehen kontrollieren, sondern auch auf evtl. Winkelfehlsichtigkeiten prüfen. Dies scheint ein weit verbreitetes Problem zu sein, das aber keiner kennt, der nicht selbst aus der Optikerbranche kommt oder selbst betroffen ist.

Aber ich wollte das mal loswerden. Meine Empfehlung nach alledem, lasst die Augen eurer Kinder auch auf Winkelfehlsichtigkeit prüfen. Zumindest könnte man damit ausschließen, dass die Probleme des Kindes nicht von den Augen herrühren.Oh je, das war jetzt aber viel Text - aber wichtig!
Antworten Profil
Verfasst am: 12.11.2010 [08:43]
Umbela
Newbie
Dabei seit: 12.11.2010
Beiträge: 1
Hallo,

Sie schreiben mir aus der Seele, bei meinem Sohn stellten sich Probleme beim Schreiben ein. Er schrieb Wörter nicht zusammen oder zwei Wörter so dicht aneinander, dass es wie ein Wort aussah. Wir gingen zu einem Optiker der sich auf Winkelfehlsichtigkeit spezialisierte. Es wurde eine Fehlsichtigkeit festgestellt. Nach einem Jahr war diese zu 100% behoben. Dieses Jahr hatte er wieder einen Wachstumsschub und dabei blieb sein linkes Bein um zwei Zentimeter kürzer. Jetzt hat er wieder Probleme. Ich hoffe, dass die Schuherhöhung hilft.
Außerdem langweilt er sich in der Schule, er meinte, was er hier lerne sei nicht wichtig. Er möchte lieber lernen wie man ein Raumschiff baut und damit weiter zu kommen als unsere jetztigen. Ich habe mir den Mund fusselig geredet, jetzt in der vierten ist er immer noch der gleichen Ansicht.
Seine Noten sind OK!
Bei meiner Tochter ist es ähnlich, wie bei der Mutter, die den Eintrag machte. Sie ist jetzt in der zweiten Klasse und liest nach wie vor, als wäre sie Anfang der ersten Klasse.
Ihre Augen wurden auch untersucht, aber sie hat keine Winkelfehlsichtigkeit. Wir waren bei einem Psychologen, bei der Logopädie, aber nach wie vor fällt es ihr schwer Buchstaben zu lesen, die klein sind.

Ich lasse sie aber in Ruhe, denn sobald sie unter Druck gesetzt wird, kann sie gar nicht mehr lesen. Vielleicht ist es ja auch nur eine Marotte, da sie bei einer befreundeten Mutter gut las. Mal sehen, wie es weiter geht.

Ich möchte noch mal kurz auf die Winkelfehlsichtigkeit zurückkommen. Meiner Ansicht nach sollte jedes Kind bei der Einschulung diesen Sehtest machen, damit liese sich so einiges an Problemem beheben.


Mit freundlichen Grüßen

Umbela
Antworten Profil
Verfasst am: 17.11.2010 [21:32]
mare
Newbie
Dabei seit: 17.09.2010
Beiträge: 2
Hallo!
Beim Lesen der Artikel hab ich unsere Situation ziemlich genau wiedererkannt. Mein Sohn hat ähnliche Schwierigkeiten in der 1.Klasse. Bei ihm sind die wahrscheinlichen Ursachen eine angeborene Innenohrschwäche und Restreaktionen frühkindlicher Reflexe, die nicht so aufgelöst wurden wie erforderlich.

Er hat inzwischen Hörgeräte (auch bei 25 - 30%iger Hörminderung, die noch als leicht gilt, war das wegen seiner Verhaltensauffälligkeiten angezeigt) - die beste Entscheidung! Er trägt sie gerne, kann sich im Unterricht viel besser konzentrieren, braucht nicht mehr länger als andere Kinder für seine Arbeiten, kann endlich auch mehr als 1/2 Seite am Stück bearbeiten, ist vor allem nicht mehr so wütend, lacht wieder, ich könnte noch einiges aufzählen. Erstaunlich auch bei uns, dass dieses Hördefizit nicht früher aufgefallen ist. Mein Sohn hat einen riesigen Wortschatz, spricht deutlich, aber unsere Kinder sind ja anpassungsfähig und kompensieren ein Defizit wohl oft so geschickt, dass es erst in Extremsituationen auffällt. Na jedenfalls würde ich auch das Hörvermögen gründlich prüfen lassen, bevor man sich auf Tests des Gesundheitsamtes im KiGa verlässt oder wirklich ernsten Diagnosen zuwendet.

Und nun zu den Reflexen. Den Moro-Reflex kennen sicher einige - Schreckreflex der Säuglinge. Wenn dieser noch vorhanden ist (persistierend, Restreaktionen), dann werden beim Auslösen des Reflexes Adrenalin und Cortisol (Stresshormone) ausgeschüttet. Das heißt, der betroffene Mensch steht sozusagen unter Strom, in ständiger Anspannung. Ein erheblicher Teil der Aufmerksamkeit ist damit gebunden, die Körperspannung ist immens, eine lockere Stifthaltung oder flüssige Schreibschwünge, rechtzeitiges Anhalten an der Linie beim Ausmalen sind undenkbar. Und Veränderungen im Tagesablauf, Abweichungen vom besprochenen Plan, neue Umgebung (wie z.B. Schule) das alles sind Stressfaktoren, die diese Reflexe auslösen können. Bei uns war es so, dass wir in früheren Jahren die Stresssituation ganz gut im Rahmen halten konnten. Wir wussten ja, dass unser Sohn nicht gut mit Veränderungen zurecht kommt. Mit der Einschulung wurde das von heute auf morgen anders. Wir haben alle gelitten. Der Zufall hat uns geholfen. Über eine Heilpraktikerin erfuhren wir von den Reflexen, sowie von Rota- und INPP-Therapie. Beide Therapien beruhen auf recht einfachen Bewegungsabläufen, die nach vorheriger Anleitung dann tägl. zuhause durchgeführt werden (daher ist auch der Kostenfaktor überschaubar). Es kommt auf die Regelmäßigkeit an, dann können mit der Zeit die Reflexe aufgelöst werden. Erste Erfolge sind oft schon nach wenigen Wochen spürbar - so auch bei uns. Und dabei wurden uns auch schon Begriffe wie ADHS und autistische Züge etc. nahegelegt.
Leider sind INPP und Rota kaum bekannt, aber ich kann jedem Leser dieses Forums nur ans Herz legen, die Begriffe zu googeln. Man geht davon aus, dass die Hälfte der Bevölkerung unter den Restreaktionen solcher Reflexe leidet - das macht manche von uns vielleicht auch ungeduldiger als andere, um es nett auszudrücken. Ich bin so froh, dass wir mit den Übungen angefangen haben - ich mache sie mit icon_smile.gif.
Ich wünsche allen eine schöne Zeit - für uns ist das Licht am Ende des Tunnels sichtbar - ich dachte mal es sei ein Brunnenloch.

Mare

PS: Schwierigkeiten den Stift richtig zu halten --> Griffix von Pelikan

Antworten Profil
Verfasst am: 10.12.2010 [22:13]
Apfelbuch
Newbie
Dabei seit: 10.12.2010
Beiträge: 1
Hallo,
meine Kinder sind zwar schon lang aus der Schule - und ich auch . Aber ich kann Ihnen aus meiner Erfahrungen als Mobiler Sonderpädagogischer Dienst berichten . Es sind v.a. 2 Ursachen, die das Lesenlernen immer wieder behindern:
Die angebotenen Lauttabellen ( die meist aus den Anlauttabellen hervorgehen - und die stammen oft noch aus dem 19. Jhd. !! )sind schlicht falsch : Im Igel ist kein kleines i, in Sonne kein kleines s... u.s.w. . die meisten Lehrer/Innen haben das noch nicht mal bemerkt, die Verlage stellen sich stur....
Der zweite Faktor ist weit verbreitet ( meiner Erfahrung nach ca. 30 % der Kinder, die Probleme haben ) und hat mit der Händigkeit und der Augendominanz zu tun : Normalerweise sieht ein Rechtshänder auch bevorzugt mit dem rechten Auge , aber wehe wenn das linke Auge "dominant" ist ! Diese Personen "lesen" zunächst ganz unbewusst von RECHTS nach LINKS - für Erstleser fatal ! Neben vielen Eigenarten dieser Personen scheint die Vorliebe zum Chaos besonders ausgeprägt zu sein.
Es gibt nun ein Fotobilderbuch, das Kindern , die an der Schrift interessiert sind, hilft, vor allem die richtige Lautanalyse lernen zu können:
Im Apfel ist kein kleines a , Verlag J. Duschl
ISBN 978-3-937438-81-8
www.kleinesabilderbuch1.de
Ich bin mir sicher, dass die Probleme weniger werden , wenn dieses Buch im Erstleseprozess verwendet wird.
Mit freundlichen Grüßen
Apfelbuch
Antworten Profil


Antworten
Lernen und Fördern mit Spaß
Die besten Tipps für die Gesundheit und Erziehung Ihres Kindes:
  • Wie Sie Infekte, Kinderkrankheiten und Beschwerden natürlich, sanft und wirksam behandeln
  • Wie Sie das Immunsystem Ihres Kindes in Bestform bringen
  • Reden Sie mit Ihrem Kind - aber richtig! Welche Worte im Alltag kleine Wunder bewirken
  • Grenzen setzen - warum das schon bei Kleinkindern so wichtig ist
  • ... und vieles mehr!
Jetzt GRATIS testen

Bitte nehmen Sie mich 30 Tage lang kostenlos in diesen umfassenden Beratungsservice auf. Wenn ich Ihnen innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der ersten Test-Ausgabe keine gegenteilige Mitteilung mache, möchte ich "Gesundheit und Erziehung für mein Kind" regelmäßig erhalten und nutzen. Bei Bankeinzug erhalte ich 30% Rabatt auf die ersten 8 Ausgaben und zahle dann nur 6,86 Euro statt regulär 9,80 Euro pro Ausgabe. Pro Jahr erscheinen 12 Ausgaben sowie 4 Spezialreports zu Schwerpunktthemen. Den Bezug kann ich jederzeit beenden. Eine kurze schriftliche Mitteilung genügt. 

Anrede: *
 
Vorname: *
Nachname: *
Straße und Hausnr.: *
Postleitzahl: *
Stadt: *
Land: *
E-Mail-Adresse: *
Ggf. nach dem Testzeitraum anfallende Beträge zahle ich per:
Kreditinstitut: *
Bankleitzahl: *
Kontonummer: *

Sie können diese Einwilligung jederzeit durch eine formlose Nachricht widerrufen.

meine Adresse für zukünftige Anforderungen merken
KG5968
Datenschutz
SSLDieses Formular wird über eine gesicherte SSL-Verbindung übertragen.
GRATIS: "So entdecken und fördern Sie die Talente Ihres Kindes" und "Erste HIlfe bei Klassenarbeiten"
Amicella Network
t
t

Anzeige

t
t

Erziehungstipps per E-Mai

Über welche Themen möchten Sie von uns regelmäßig und gratis informiert werden?
Datenschutz-Hinweis
An diese E-Mail-Adresse senden wir Ihren Newsletter.
Wir geben Ihre E-Mail-Adresse niemals an Dritte weiter.
Sie können sich jederzeit über einen Link abmelden.

Elternwissen.kompakt

Ihr medizinisch-pädagogisch kompetenter Ratgeber zu Gesundheits- und Erziehungsthemen!


Elternwissen.Lerntipps

Pisa war gestern - Ab jetzt blüht Ihr Kind in der Schule richtig auf!
t
t

Nettes aus Kindermund :)

Handwerklich begabt: Elisa (4 ½ Jahre) spielt mit ihrer Babypuppe und sagt: „Mein Baby ist noch ganz klein. Ich habe es erst gestern gebohrt.“