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Probleme mit Lehrerin


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Verfasst am: 26.05.2011 [21:14]
Steffi78
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 26.05.2011
Beiträge: 2
Hallo zusammen,

meine Tochter ist 7 Jahre alt und geht seit letztem Sommer auf eine Förderschule mit dem Schwerpunkt lernen. Leider ist sie in ihrer Entwicklung noch nicht ganz so weit wie 'normale' Kinder und hat auch Wahrnehmungsstörungen. Eigentlich gab es mit ihr schon von klein auf Schwierigkeiten und wir waren auch schon während ihrer Kindergartenzeit über ein Jahr lang bei einer sehr liebevollen Therapeutin die es dann auch geschafft hat das sie sich öffnet. Wir hatten damals noch die Hoffnung das sie den Sprung auf eine normale Grundschule schafft.

Nun hat es dann im letzten Jahr dennoch nicht ganz dafür gereicht. Sie ist nach wie vor sehr auffällig in einigen Bereichen. Das Betrifft vor allem den sozialen Bereich und es gibt deffiziete in ihrer Motorik. Dort vor allem die Grobmotorik. Mittlerweile sind wir mit ihr in einem SPZ um endlich herauszufinden was der Grund für diese Schwierigkeiten ist. Es gibt den verdacht auf eine Form vom Autismus sowie ADS.

Eigentlich sind wir mit ihrer Schule (mittlerweile) sehr zufrieden. Sie hat sich dort gut eingelebt und findet auch endlich den Kontakt zu anderen Kindern. Zwar ist sie oft noch viel für sich allein, aber es gibt auch schon einige wenige Freundschaften. Sogar mit Kindern aus unserer Nachbarschaft klappt es nun besser. Früher war dies etwas was völlig unmöglich erschien. Also haben wir schon einiges erreicht.

Nun ist es aber so, dass ich ein Problem mit ihrer Lehrerin habe. Sie ist etwa in meinem alter (ich bin 32) und es ist wohl ihre erste Klasse 1.

Alles fing damit an, dass ich eines Abends einen anruf von ihr erhielt wo sie mir folgendes erzählte: "Ihre Tochter sexualisiert stark. Sie läuft hinter den Jungs her und will diese drücken und küssen. Erklären sie mir bitt woher das kommt!" danach stille... ich war erstmal völlig geschockt. Ich sagte ihr, dass ich ihr das nicht erklären könne und dieses verhalten auch gar nicht von meiner Tochter kenne. Sie fragte noch ob es vielleicht sein kann das sie von irgendwem mal etwas mitbekommen hätte, sich etwas "abgeguckt" hätte, denn so einen Fall hätte es schonmal gegeben. Das konnte ich aber ausschliessen. Kurz und gut ich habe am nächsten Tag mit meiner Tochter gesprochen das sie das nicht machen dürfe, denn die anderen Kinder fände das doof und nachher fänden sie sie auch doof. Und sie hat es dann auch nicht mehr gemacht. Das ist etwa ein halbes Jahr her.

Nun kam am Montag wieder so ein Hammer! Es fing so an das ich der Lehrerin letzte Woche einen Fragebogen vom SPZ mitgegeben hatte. Sie sollte den ausfüllen. Ich sollte den zuerst Ende der Woche bekommen, dann hatte sie dies aber wohl nicht geschafft und teilte mir mit das sie den mit der Post an die Einrichtung schicken wolle. Alles ok. Als ich dann am Montag meine Tochter von der Schule abholte erzählte sie mir folgendes: "Ich habe in dem Fragebogen noch vermerkt, dass sich Ihre Tochter beim letzten mal Sport ganz merkwürdig verhalten hat. Sie sollten eine Übung im stehen machen und dabei die Beine leicht auseinader stellen. Und das wollte sie nicht machen sie schrie herum: 'nein ich mache meine Beine nicht so breit da kann man ja alles sehen'..." Ich war völlig geschockt!! Und sowas erzählt mir diese Frau mal eben so zwischen Tür und Angel, in nur ein paar Minuten!!! Ich bin richtig sauer deshalb. Im Nachhinein fiel mir nämlich folgendes ein... Vor etwa 3 Wochen hatten wir Elternsprechtag. Da meinte diese Lehrerin zu mir, dass meine Tochter die Jungs ablenken würde wenn sie ein Kleid trägt. Manchmal würden sie auf dem Boden hocken und dort Aufgaben machen. Da könnten die anderen Kinder unter ihren Rock gucken. (schon diese Aussage finde ich irgendwie komisch... das sie die Jungs ablenken würde... Hallo???? Die Kinder sind zwischen 7 - 8 Jahre alt!!!) Jedenfalls hab ich so gemeint, dass sie das bestimmt nicht mit absicht macht. Sie denkt gar nicht darüber nach ob da jemand drunter gucken kann. Sie stimmte mir zu und sagte dann auch das sie das so auch nicht gemeint hätte. Naja ausserdem sagte sie dann noch: "Ich sage ihr dann einfach dass sie ihre Beine etwas zusammen machen soll, weil sonst kann da ja jeder drunter gucken..." Nun ja, meine Tochter nimmt sich sehr vieles zu Herzen was ihr gesagt wird. Und ich denke das sie genau deshalb auch so beim Sport reagiert hat (wie ich schon erwähnte... meine Tochter zeigt Autistische Züge... da passen solche Reaktionen völlig auf die Sache mit dem Rock!!)... ich hoffe das das jeder verstanden hat wie ich das meine.

Jedenfalls bin ich nun wirklich sauer auf die Lehrerin. Sie interpretriert alles meiner Meinung nach völlig falsch. Sie denkt auch gar nicht nach. Weder darüber wie sie mir so etwas Mitteilt... Noch darüber das die Reaktion meiner Tochter beim Sport ja warscheinlich durch ihre eigene Aussage hervorgerufen wurde. Meiner Meinung nach geht sie da auch völlig falsch heran. Ich weiss nur jetzt nicht wie ich darauf reagieren soll. Mich belastet das schon sehr. Da ich auch geschieden bin vom Vater des Kindes, hält der sich da schön raus. Also stehe ich alleine da und weiss einfach nicht weiter. Oder bewehrte ich das alles über?

Ich weiss es ist ziemlich lang geworden. Ich wäre dennoch froh und Dankbar für eine antwort.

viele grüsse
Steffi
Antworten Profil
Verfasst am: 26.05.2011 [23:10]
AndreaSchmelz
Super-Nanny
Dabei seit: 31.03.2008
Beiträge: 1612
Liebe Steffi78,
ich vermute, dass die Lehrerin Ihrer Tochter, die zudem wohl noch Berugsanfängerin ist, "nicht nachdenkt" (wie Sie selbst schon schrieben). Ich kann verstehen, dass Sie sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Das hat die Lehrkraft vermutlich aber weder beabsichtigt noch bedacht.

Wenn Ihre Tochter mit dieser Lehrerin gut klarkommt und Fortschritte bei ihr macht, würde ich persönlich das ganze Problem nur unter vier Augen in der Sprechstunde ansprechen und keine weiteren Maßnahmen erwägen. Sie sollten beim Gespräch als Erstes die Fortschritte Ihrer Tochter erwähnen (also erst mal was zu loben finden) und dann in der "Ich-Form" berichten, wie Sie sich gefühlt haben, als die Lehrerin Ihnen aus Ihrer Sicht wichtigen Dinge mal eben so "nebenbei" mitgeteilt hat. Sagen Sie ruhig ehrlich: "Ich bin ziemlich erschrocken, als Sie mir das erzählt haben! Aber dann ist mir eingefallen, dass..." Und dann können Sie berichten, dass Sie vermuten, Ihre Tochter habe eine Äußerung der Lehrerin wiederholt. Vielleicht können Sie die Lehrerin bitten, dass sie Vorgefallenes erst mit Ihnen bespricht, bevor sie solche Beobachtungen z.B. in Fragebögen oder in der Schulakte oder wo auch immer schriftlich festhält und ein falscher Eindruck entstehen könnte.

Herzliche Grüße
Ihre
Andrea Schmelz

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Antworten ProfilWWW
Verfasst am: 26.05.2011 [23:34]
Steffi78
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 26.05.2011
Beiträge: 2
Hallo AndreaSchmelz,

danke schonmal für Ihren Beitrag. Das hat mir auf jedenfall schonmal sehr gut weiter geholfen. Also meine Tochter kommt mit ihrer Lehrerin soweit gut klar. Und sie hat auf alle Fälle viele Fortschritte schon gemacht. Denn die Probleme traten ja schon bereits auf seit sie ein Kleinkind war. Und so lange kennt die Lehrerin mein Kind ja noch nicht. Ich finde es deshalb vor allem nicht gut das sie das mit in den Fragebogen geschrieben hat, weil der ja nun an das SPZ gegangen ist, ohne das die Psychologen/ Therapeuten die Vorgeschichte kennen. So könnte durchaus ein falsches Bild entstehen. Eigentlich wäre da nämlich die komplette Geschichte sehr wichtig. Auch für die Diagnostik. So denke ich jedenfalls. Ich hoffe das ich das aber noch klären kann.

Ich werde auf jedenfall nochmal ein Gespräch mit der Klassenlehrerin vereinbaren. Also in dem moment wo sie mir davon berichtete, da war ich erstmal wirklich nur erschrocken und es ist mir erst später wieder eingefallen. Da fiel mir das sprichwörtlich, wie Schuppen von den Augen.

Nochmals vielen lieben Dank!

Liebe Grüsse
Steffi78
Antworten Profil
Verfasst am: 14.06.2011 [03:00]
topefa
Fleißiger Helfer
Dabei seit: 07.06.2011
Beiträge: 13
Hallo Steffi,

sind Sie zufaellig die gleiche Steffi, mit der ich bereits
2 mal in den letzten Tagen kommuniziert habe?

Mit Ihrer Vermutung liegen Sie nach meiner Erfahrung mit
einem ASPERGER KIND vermutlich richtig. Asperger Kinder
lernen durch Instruktion (nicht Intuition) und durch Nachahmung! Sie verstehen Phrasen meist auch wortwoertlich
(da muss man aufpassen, wie man etwas formuliert) und sie
werden leicht Opfer von anderen, die sie auf die Schippe
nehmen wollen oder sie in eine "heikle" Situation bringen
wollen (just for fun), weil sie Aufforderungen ohne Nachzudenken manchmal ausfuehren (ein Beispiel mit einem
Maedchen, das in einem religioesen Internat etwas Obszoenees
zu einer Nonne gesagt hat, weil es ihm aufgetragen wurde...
es wurde vom Internat verwiesen, weil man nicht wusste, dass
das Maedchen eine Asperger-Autistin ist = Auszug aus dem
Handbuch von Tony Attwood "Asperger Syndrom: Wie Sie und Ihr
Kind alle Chancen nutzen").

Eine Hilfe kann sein, sobald die Autismus-Diagnose feststeht:
die fuer Ihren Kreis zustaendige Autismus-Beauftragte um ein
Gespraech bitten, bei dem Sie auch eroertern koennen, wie
die Lehrerin beraten werden kann im Umgang mit so einem Kind. Diese Menschen "ticken" anders und haben eine andere
Sichtweise auf die Welt. Ihre Handlungs-/Reaktionsweise ist
von einer anderen Logik gepraegt.

Viel Glueck und alles Gute fuer den weiteren Verlauf.

"topefa"
Antworten Profil


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