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Übergang Kindergarten - 1. Klasse


Autor Nachricht
Verfasst am: 29.08.2008 [14:46]
caprice73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 29.08.2008
Beiträge: 13
Mein Sohn Laurin geht seit Anfang August in die erste Klasse. Er ist ein ganz aufgeweckter Junge und freute sich schon monatelang vorher auf die Schule.

Er geht auch jetzt nach knapp 4 Wochen nach wie vor sehr gern zur Schule, allerdings hat er echte Probleme, sich dem Schulleben anzupassen. Er versteht nicht, daß er nicht dann wann er will mit seinem Freund quatschen kann, Quatsch machen kann mit anderen und einfach auch mal etwas tun muß, wozu er im Moment keine Lust hat. Was zur Folge hat, daß er bereits 2 Mal in den Flur geschickt wurde, weil er einfach nicht aufhören konnte, dazwischenzureden, Quatsch zu machen oder ähnliches.

Das Rausschicken auf den Flur frustriert ihn dann allerdings auch, nur der Lernerfolg dadurch ist bisher entsprechend gering.

Das weitere Problem ist sein Perfektionswille. Er will alles SOFORT richtig machen. Das war schon vor der Schule so. Hat er den Eindruck, etwas erst üben zu müssen oder eben nicht perfekt, macht er es lieber gar nicht. So jetzt beim Schreiben lernen. Er schreibt lieber beim Tischnachbar ab, weil er den Eindruck hat, daß er es nicht richtig kann (schreibt z. B. Könesch statt König) und so will er es am liebsten gar nicht machen.

Momentan bin ich total überfragt, wie ich ihm helfen soll, etwas mehr "Disziplin" während des Unterrichts zu erlangen und ihm klarmachen kann, daß das Lernen einfach auch zum Leben dazugehört und nicht ein "scheitern" bedeutet...

Hat jemand eine Idee für mich? Vielen Dank!

Liebe Grüße

Nicole
Antworten Profil
Verfasst am: 29.08.2008 [15:24]
AnnetteHoll
Quelle der Weisheit
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 52
Sehr geehrte Caprice!

Aus meiner Erfahrung als Grundschullehrerin kann ich Ihnen nur raten, Ruhe zu bewahren und zu versuchen, den nächsten Wochen mit Gelassenheit zu begegnen. Ich habe selbst bis zu den Sommerferien eine erste Klasse geführt und erinnere mich noch sehr gut an die anstrengenden ersten Wochen (bis zu den Herbstferien etwa), in denen alles sehr wuselig, unkoordiniert und teilweise chaotisch lief.

Aus Kindergartenkindern, die viel mehr Wahlmöglichkeiten hatten, sollen Schulkindern werden, die sich selbst organisieren müssen und zudem noch ständig Dinge tun oder nicht tun sollen, die der Lehrer von Ihnen verlangt.

Es ist völlig normal, dass dies den Kindern zunächst schwer fällt. Den einen gelingt es schneller, den anderen fällt es etwas schwerer - so wie Ihrem Sohn Laurin.

Es ist sicherlich wichtig, mit Ihrem Sohn über den Unterricht und die dort geltenden Regeln zu sprechen. Allerdings halte ich es für wenig förderlich, wenn Sie von zu Hause aus versuchen, Druck auf ihn auszuüben, damit er in der Schule diziplinierter ist. Denn wie Sie schreiben, ist er sehr motiviert und geht gerne und mit großem Eifer zum Unterricht. Diese Motivation sollte möglichst lange erhalten bleiben, damit er sicher lesen, rechnen und schreiben kann.

In jeder ersten Klasse gibt es Kindern, die zunächst vom Tischnachbarn "abschreiben". So helfen sie sich selbst, wenn sie das Gefühl haben, Dinge noch nicht perfekt zu machen. Ermutigen Sie ihn, dass alles, was er im Moment leistet, toll ist. Rechtschreibfehler sind 4 Wochen nach Schulbeginng (und noch während des gesamten Schuljahres!) völlig normal und gehören zum Lernen dazu. Sprechen Sie mit ihm darüber, dass Fehler jedem passieren und dass sie nicht schlimm sind.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie Ihrem Kind die Disziplinprobleme in der Schule gerne abnehmen möchten, aber das können Sie nicht! Ihr Kind selbst muss mit der Zeit erkennen, dass die Regeln ihm helfen, konzentrierter zu arbeiten. Glauben Sie mir: Mit zunehmendem Lernstoff wird jede erste Klasse, wird jeder Erstklässler, ruhiger. Die Kinder gewöhnen sich an das Lernen, haben Freude am Buchstabenzuwachs und den Rechenfortschritten. Da verlieren sich viele Disziplinprobleme der Anfangszeit oft von selbst.

Wenn Laurin auch nach den Herbstferien und bis zur Weihnachtszeit hin auffällt, sollten Sie gezielt das Gespräch mit dem Klassenlehrer suchen, um gemeinsam Maßnahmen zu überlegen.

Aber bitte versuchen Sie bis dahin, Laurin bei seinem Schuleintritt verständnisvoll zu begleiten, ohne im Druck zu machen.

Mit freundlichem Gruß,

Annette Faiss

[URL="http://www.elternwissen.com/index.php?id=513&shop_wkz=LUF5256"]Grundschullehrerin und Co-Autorin von "Lernen und Fördern mit Spaß!"
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Verfasst am: 29.08.2008 [19:25]
caprice73
Fleißiger Helfer
Themenersteller
Dabei seit: 29.08.2008
Beiträge: 13
Sehr geehrte Frau Faiss,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Ihre Worte haben mich etwas beruhigen können. Zugegebenermaßen gehöre ich wahrscheinlich schon zu den Eltern, die aufgeregter über den Schuleintritt waren/sind, als das Kind selbst icon_wink.gif

Ich werde versuchen, ihn seinen Weg selbst gehen zu lassen und noch einige Wochen abwarten. Es ist tatsächlich so, daß nicht nur Laurin momentan "auffällt", sondern auch noch einige andere Kinder Schwierigkeiten mit der Schuldisziplin haben.

Vielleicht können wir ja in einigen Wochen darüber lächeln...

Danke schön!

Liebe Grüße

Nicole
Antworten Profil


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