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Thema ohne neue Antworten

viel zu langsam für die normale Grundschule???

Autor Nachricht
Verfasst am: 04.07.08 [13:21]
naseweis
Newbie
Themenersteller
Dabei seit: 04.07.2008
Beiträge: 1
Hallo,
mein Sohn Julian ist 8 Jahre alt und kommt jetzt in die 3.Klasse einer Grundschule. Er war vorher in einem Waldorfkindergarten und sollte auch auf die Waldorf-Schule gehen. Leider hat er da keinen Platz bekommen und muss nun auf eine „normale“ Grundschule. Dort hatten wir von Anfang an das Problem, dass er für den Schulalltag überhaupt nicht vorbereitet war. Unser massives Problem ist, dass er einfach in der Schule noch zu langsam ist und sich leicht ablenken lässt. Bei den Hausaufgaben ist er auch viel zu langsam, oder er übersieht ein – und rechnet dann +. Was er in den Klassenarbeiten und Tests hat, ist meistens richtig, aber die Punktezahl bleibt trotzdem niedrig, weil er nicht fertig wird.
Ich lasse ihn schon jeden Tag noch zusätzlich Übungen rechnen, damit er auf den aktuellen Stand kommt, aber es reicht scheinbar immer noch nicht aus. Was kann ich noch tun? Hat jemand Erfahrungen damit?
Verfasst am: 04.07.08 [21:31]
AnnetteFaiss
Junior
Dabei seit: 26.06.2008
Beiträge: 7
Liebe Naseweis!
Aus meiner Erfahrung als Grundschullehrerin weiß ich, dass auch Kinder, die einen "normalen" Kindergarten besucht haben, teilweise zu langsam arbeiten und dann bedingt durch die Langsamkeit in Klassenarbeiten nicht das gesamte Pensum schaffen, obwohl sie von ihrem Wissen her, viel bessere Noten erreichen könnten.
Ist Ihr Sohn nur bei schulischen Dingen so langsam oder fällt Ihnen dies auch im alltäglichen Leben auf? Also etwa, wenn er aufräumen soll, sich morgens anziehen muss, den Tisch deckt usw.? Eventuell schweift er mit seinen Gedanken ab, weil er eine geringe Konzentrationsspanne hat und die Dinge nicht gezielt fortführen kann.
Mit einfachen Konzentrationsübungen könnten Sie die Konzentrationsfähigkeit von Julian verbessern. Schauen Sie in unserem ElternThema "Konzentration" nach. Vielleicht finden Sie dort den ein oder anderen nützlichen Hinweis auf Julians Problem.
Arbeiten Sie gezielt mit der Uhr! Stellen Sie Julian Aufgaben, die er in einer bestimmten Zeit erledigen soll (Schuhe binden, Tisch abräumen, seine Legokisten einräumen usw.). Nehmen Sie hierzu zunächst eine recht lange Zeitspanne und verkürzen Sie diese von Mal zu Mal. Vielleicht können Sie daraus ein Spiel machen und den neuesten Rekord in einer für Julian sichtbaren Tabelle notieren? Setzen Sie einen Preis aus, wenn er eine von Ihnen gemeinsam vereinbarte Zeit geschafft hat!
Sie schreiben, dass Sie täglich mit Julian zusätzliche Übungen machen, damit er denselben Lernstand hat wie die anderen Kinder. Macht er ohne zu meckern mit? Das finde ich bemerkenswert, denn sicherlich strengt ihn das nach dem Schulvormittag und den Hausaufgaben sehr an. Loben Sie ihn hierfür!
Mit freundlichem Gruß,
Annette Faiss

[Dieser Beitrag wurde 3mal bearbeitet, zuletzt am 04.07.2008 um 21:33.]

Verfasst am: 07.07.08 [11:00]
Scheckerin
Junior
Dabei seit: 07.07.2008
Beiträge: 10
Hallo! icon_smile.gif

Als Mutter von zwei Kindern mit Enrichment, weiss ich sehr genau, wie das ist, mit Kindern die langsam arbeiten. Enrichtment ist ein Begriff aus der Hochbegabungsforschung und meint damit, dass das Kind Wunsch nach vertieften und damit auch langsameres Lernen hat. Wenn man diese Kinder unter Druck setzt, dann arbeiten sie nur noch 1/4 so schnell, wie sie könnten!

Dein Kind erlebt ganz klar zuviel Druck auf sich. Der Druck lähmt! Einige Kinder können Erlerntes erst dann sich merken, wenn sie ein Thema vertieft, das heisst breit und weit bearbeitet haben und dann das Gefühl haben: "Ich kann das!" Mit dem Gefühl "Ich kann das noch nicht!" setzt sich das Kind selber unter Druck, möchte aber dennoch alles richtig machen und arbeitet dann langsamer, als es vielleicht fähig wäre.

Es ist wichtig abzuklären, ob Ihr Kind eine Konzentrationsschwäche hat, wo aber dagegen spricht, dass gemachte Aufgaben fast alle richtig sind. Ich tippe eher auf Überforderung mit entsprechender mentaler Blockade, die man lösen kann, indem man dem Kind deutlicher macht, wo es gut ist und was es schon kann. Kinder sind oft noch nicht in der Lage sich selber richtig einzuschätzen, erwarten zuviel von sich selber, wollen aber auch gute Kinder vor Lehrer und Eltern sein und teilen sich dann nicht mit, was und wie sie eigentlich lernen wollen und können!

Die Lehrerin ist angehalten, das Kind solange den Test schreiben zu lassen, bis es fertig ist.

Vermutlich war die Einschulung verfrüht. Viele Kinder sind zwar schon schulreif, wollen aber eigentlich noch spielen. In den heutigen Grundschulen ist bereits in der 1. Klasse ein derartiger Leistungsdruck vorhanden, dass viele Kinder nicht mitkommen.

Wenn sie nun mit dem Kind zuviel üben, erlebt das Kind sich nur noch als Lernmaschine und leidet darunter nicht mehr Kind sein zu dürfen. Zuerst macht das Kind das alles noch mit, aber mit der Zeit wird es unter Umständen alles verweigern.

Die Lehrerin muss dem Kind mehr Zeit geben, eventuell ist es anzuraten, das Kind 2 Jahre in Klassenstufe 2 zu belassen, dafür ist es höchste Zeit, dies mit den Lehrern zu klären. Fragen sie auch ihren Sohn Julian, ob lieber nochmal die 2. Klasse machen möchte.

Fragen sie ihn auch, ob er sich in der Schule oft langweilt. Viele Minderleister sind eigentlich hochbegabt und werden nicht rechtzeitig erkannt und als dumm oder faul abgestempelt. Gehen sie frühzeitig zur Abklärung zu einer Psychologin oder Psychotherapeutin die das abtesten kann.

Denken Sie daran! Die Lehrer haben den Auftrag Ihr Kind individuell zu fördern und das bedeutet, wenn es mehr Zeit braucht, muss man dies dem Kind auch geben! Weniger ist da manchmal mehr! Und vertiefen sie lieber das Wissen, was zu lernen ist, als ständig Neues zu liefern. Ihr Kind bekommt sonst bald Kopfschmerzen. Wenn das Kind erste Erfolge sieht und mehr Selbstvertrauen bekommt, wird es von alleine schneller.

Schauen Sie, ob sie in die Waldorfschule wechseln können! Dies ist in allen Jahrgängen möglich. Schreiben Sie die Probleme Ihres Kindes und dass sie es für sinnvoll halten, dass Ihr Kind die Waldorfschule besuchen sollte! Da sie einmal abgelehnt wurden, wegen Platzmangel, ist die Chance groß, dass Ihr Kind wechseln kann. Wenn es jetzt nicht geht, streben sie es für die nächste Klassenstufe an!

Die staatlichen Schulen sind kaum in der Lage Kinder mit erhöhten Förderbedarf zu fördern. Sie haben zuviele Kinder in der Klasse und sie haben immer mehr Bürokratie zu bewältigen und sind meist selber total überfordert. Suchen Sie das Gespräch mit dem Schulamt, die haben auch meist gute Tipps für die Eltern.

Ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen! Und ich habe noch eine Bitte! Treffen Sie Entscheidungen immer MIT DEM KIND! Fragen sie ihr Kind immer wieder was es will, damit es lernt sich hier klar auszudrücken!

Mit herzlichen Grüßen, wünsche ich Julian und Ihnen alles Gute!
Ihre Scheckerin (Nickname)
Verfasst am: 07.07.08 [11:49]
Scheckerin
Junior
Dabei seit: 07.07.2008
Beiträge: 10
Hallo nochmal!

Bitte lese auch meinen Beitrag zum Thema Hochbegabt! Vielleicht kannst Du Dein Kind hier auch erkennen oder eher wissen, ob das Thema Hochbegabung zu Deinem Sohn passt.

Es ist so: Ein Minderbegabtes Kind muss eigentlich genauso gefördert werden, wie ein Hochbegabtes Kind, eben viel individueller als der Durchschnitt, nur mit dem Unterschied, dass Minderbegabte staatlich voll unterstützt werden, Hochbegabte leider nur die, die zu Höchstleistungen fähig sind.

Liebe Grüße
Scheckerin


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Nettes aus Kindermund :)

Da fehlt doch was! Heute Morgen hat sich mein Mann mit meiner Tochter (23 Monate) einen Sonnenaufgang angesehen. Da die Sonne aber noch nicht ganz aufgegangen war, sah man nur einen Kreisabschnitt über dem Horizont leuchten, woraufhin meine Tochter ganz erstaunt ausrief: „Nonne babutt!“ (= Sonne kaputt)