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Akupressur bei einem Jungen der auf dem Bauch liegt
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AD(H)S: Die 3 hilfreichsten Akupressur-Punkte für Ihr Kind

Sanfte Hilfe für die Kinderseele

Ob der Philipp heute still, wohl bei Tische sitzen will?“ Sicher kennen Sie noch die Geschichte vom Zappel-Philipp aus dem Struwwelpeter. Der kleine Philipp „gaukelt und schaukelt, er trappelt und zappelt auf dem Stuhle hin und her“. Die moderne Diagnose für Philipp lautete wahrscheinlich „ADHS“: Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Auch der „Hans-Guck-in-die Luft“ würde heute vielleicht Ritalin bekommen. Doch längst nicht immer ist bei AD(H)S eine Behandlung mit Medikamenten sinnvoll. Neben anderen naturheilkundlichen Therapien ist die Akupressur eine gute Alternative. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihrem Kind mit sanftem Druck bei Unruhe, Konzentrationsproblemen und Tagträumen helfen können.

Sven bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Er träumt gerne vor sich hin. Seine Eltern haben manchmal das Gefühl, als wäre er ganz woanders. Jonas dagegen ist immer in Bewegung. Ständig fängt er etwas Neues an. Was ihn eben noch begeistert hat, interessiert ihn kurz darauf nicht mehr. Auf den ersten Blick wirken beide Kinder grundverschieden, doch die Jungen haben ein ähnliches Problem: Sie leiden an dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS) bzw. an dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS oder „Hyperkinetisches Syndrom“).

Was ist ADS/ADHS?

AD(H)S ist eine psychische Störung, die schon im Kindesalter beginnt. Typische Symptome sind:

kurze Aufmerksamkeitsspanne

  • Mühe, bei der Sache zu bleiben
  • leichte Ablenkbarkeit durch äußere Reize
  • Schwierigkeiten, begonnene Aufgaben zu Ende zu führen
  • Vergesslichkeit, Zerstreutheit

motorische Unruhe

  • Schwierigkeiten, still zu sitzen
  • ständiger Bewegungsdrang
  • Impulsivität
  • Unfähigkeit, das eigene Verhalten zu kontrollieren
  • Herausplatzen mit Antworten
  • störendes Verhalten gegenüber anderen
  • Schwierigkeiten in Wartesituationen

Bei Kindern wie Sven, die statt durch starke Unruhe durch geistige Abwesenheit (Träumen) und große Langsamkeit auffallen, spricht man von ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom). Beiden gemeinsam sind auch Symptome wie:

  • Probleme mit der Fein- und Grobmotorik
  • mangelndes Selbstwertgefühl
  • Kontaktschwierigkeiten (Distanzlosigkeit, Isoliertheit, häufige Konflikte)
  • Einschlafschwierigkeiten
  • Lese-Rechtschreib-Schwäche

Als Ursache von AD(H)S wird eine Störung des Dopamin-Stoffwechsels im Gehirn vermutet. Sie führt zu einer fehlerhaften Weiterleitung und Verarbeitung von Informationen zwischen den beiden Hirnhälften. Sowohl erbliche als auch äußere Risikofaktoren wie z. B. Nikotin, Alkohol oder Medikamente in der Schwangerschaft können zur Entstehung dieser Störung beitragen.

ADS/ADHS: Modediagnose?

AD(H)S ist keine Krankheit wie Masern oder Mumps, die sich eindeutig nachweisen oder ausschließen lässt. Es gibt leichte und schwere Formen der Erkrankung. Die Abgrenzung zu Kindern, die einfach von Natur aus sehr lebhaft oder ruhig sind, ist auch für Fachärzte schwierig. Auch Kinder, die durch falsche Erziehung oder Reizüberflutung verhaltensauffällig werden, werden immer häufiger mit der Diagnose „AD(H)S“ versehen und mit Psychopharmaka behandelt. Viele Fachleute kritisieren die angeblich rapide Zunahme dieser Störung und sprechen von einer Modediagnose. Auch ich mache diese Erfahrung in meiner Praxis. Kinder, die früher schlicht als „schwierig“ galten, werden heute allzu leichtfertig mit dem Etikett „ADHS“ versehen.

Was also tun, wenn bei Ihrem Kind ADHS festgestellt wird?

ADHS lässt sich nicht schnell und auf einfachem Weg behandeln. Chemische Medikamente sollten bei der Therapie aber die seltene Ausnahme darstellen.

Notwendig ist ein Zusammenspiel vieler verschiedener Hilfs- und Therapieansätze wie Ergotherapie, Eltern- und Lehrertraining sowie Psychotherapie und Ernährungsberatung. Naturheilverfahren wie Akupressur, Homöopathie, Bachblütentherapie oder Schüßler-Salze unterstützen die Behandlung wirkungsvoll.

So wirkt Akupressur bei AD(H)S

Die Akupressur stammt aus der chinesischen Medizin und ähnelt stark der Akupunktur. Bei der seit mehr als 2000 Jahren existierenden Behandlungsmethode werden bestimmte Punkte des Körpers mit kleinen Nadeln angeregt. Die Punkte liegen auf speziellen Energie-Leitbahnen des Körpers. Durch ihre Stimulation werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und Energie-Blockaden aufgelöst. Bei der Akupressur werden die gleichen Punkte durch leichten Druck mit den Fingern stimuliert. Diese sanfte Methode ist vor allem für Kinder geeignet, da sie besonders gut und schnell auf Reize von außen reagieren. Sie ist frei von Nebenwirkungen und verletzt nicht die Haut.

Bei Kindern mit ADHS bewirkt die Akupressur:

  • körperliches Wohlgefühl, Entspannung
  • verbesserte Konzentration
  • Gefühl innerer Stabilität
  • Minderung von Angst
  • Regulation von Schlafstörungen
  • leichtere Bewältigung von Stress

So akupressieren Sie richtig:

  • Nehmen Sie sich Zeit. Hektik und Unruhe übertragen sich auf Ihr Kind und wirken der Behandlung entgegen.
  • Wärmen Sie Ihre Hände vor der Behandlung auf.
  • Benutzen Sie für die Behandlung den Zeige- und/oder den Mittelfinger. Drücken Sie die beschriebenen Akupunktur-Punkte sanft mit der Fingerkuppe. Führen Sie gleichzeitig kleine, schnell kreisende Bewegungen im Uhrzeigersinn aus (etwa zwei Bewegungen pro Sekunde).
  • Wenn der Druck eines Punktes bei Ihrem Kind einen leichten Schmerz auslöst, ist das zunächst ein Zeichen dafür, dass Sie die richtige Stelle getroffen haben. Der Schmerz sollte aber nicht stark sein. Lassen Sie Ihr Kind selbst die Druckstärke bestimmen.
  • Die Akupressur sollte auf der nackten Haut durchgeführt werden. Um die Haut Ihres Kindes zu schützen, können Sie ein Hautöl oder eine Massagelotion verwenden.

Die wichtigsten Akupressur- Punkte bei ADS und ADHS

Herz 7: „Tor des Geistes“

Wirkung: entspannend und beruhigend, hilft bei Unruhe, Angst, Gedächtnisschwäche, Schlafstörungen und Stress

Ort: Innenseite des Handgelenks an der Beugefalte auf der Seite des kleinen Fingers, in einer Vertiefung zwischen zwei fühlbaren Sehnen. Das Handgelenk sollte leicht gebeugt werden.

Druckdauer: ca. 1 Minute auf jeder Seite

Leber 2: „Dazwischen hindurch- gehen“

Wirkung: entspannend, hilft bei Schlafstörungen und Kopfschmerzen

Ort: am Fuß leicht oberhalb der Falte zwischen großer Zehe und zweiter Zehe

Druckdauer: ca. 1 Minute auf jeder Seite

Magen 44: „Innere Vorhalle“

Wirkung: beruhigend und entspannend, hilft bei Schlafstörungen und Bauchschmerzen

Ort: am Fuß leicht oberhalb der Falte zwischen zweiter und dritter Zehe

Druckdauer: ca. 1 Minute auf jeder Seite

Mein Tipp: Gute-Nacht-Tee

Wenn Ihr Kind abends sehr überdreht ist und nicht einschlafen kann, hilft dieser Gute-NachtTee:

  • 40 g Melissenblätter
  • 30 g Hopfenzapfen
  • 30 g Passionsblume

Zubereitung: 2 Teelöffel mit einer Tasse kochend heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

 

 

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