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Allergien bei Kindern

Allergien bei Kindern: Welche Therapien sind bei Allergien sinnvoll?

Allergien bei Kindern

Nicht alle Therapieneuheiten gegen Allergien bei Kindern sind wirklich lohnend. Lesen Sie hier, was von silberbeschichteter Spezialunterwäsche für Kinder bei Neurodermitis bzw. Neembaumöl gegen eine Milbenallergien zu halten ist. 

Expertenrat von 

Viele Eltern probieren hoffnungsvoll neue Methoden und Therapien aus, die ihrem Kind bei einer Allergie auf möglichst sanfte Weise helfen sollen. Doch welche Therapieneuheiten bei Allergien lohnen sich wirklich? Und auf welche Therapien können Sie genauso gut verzichten? 

Neurodermitis bei Kindern: Silberbeschichtete Spezialunterwäsche für Neurodermitiker

Auf der Haut tummeln sich verschiedene Bakterien, darunter das Staphylococcus aureus, das eitrige Hautinfektionen auslöst. Ist die Haut intakt, kann es wenig Schaden anrichten. Auf der zerkratzten Haut von Neurodermitikern verursacht es jedoch schnell eine Infektion. Staphylokokken führen als so genannte Superantigene (bereits in geringsten Mengen hoch wirksam!) oft zu schweren Neurodermitisschüben. Da bekannt ist, dass Silber antibiotisch wirkt und Bakterien sowie Pilze abtöten kann, wurde eine silberbeschichtete Wäsche für Neurodermitis-Patienten entwickelt. Diese kann durch ihre antibakterielle Wirkung das Ekzem bessern. Die Padycare®-Spezialtextilien der Firma Tex-A-Med bestehen aus einzeln versilberten Filamentfasern mit einem Gesamtsilberanteil von ca. 20 Prozent. Da das Silber so fest im Gewebe verankert ist, dass nach Untersuchungen des Herstellers der Silbergehalt auch nach 150 Waschgängen (30 °C) nicht vermindert war, sind die Textilien gesundheitlich unbedenklich. Eine Organvergiftung, z. B. der Niere, durch die Aufnahme von Silber über die Haut ist somit nicht zu befürchten. 

Meine Empfehlung für silberbeschichtete Spezialunterwäsche für Kinder mit Neurodermitis  

Padycare® silberbeschichtete Spezialunterwäsche ist als gesundheitlich unbedenkliche Therapiealternative einen Versuch wert. Aufgrund des hohen Preises sollten Sie sich vor dem Kauf um eine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse bemühen (der Hersteller ist ggf. dabei behilflich). Bei Kindern werden die Kosten im Rahmen einer Einzelfallentscheidung eventuell übernommen. In der Hautklinik der Technischen Universität München wurde die Wirksamkeit der Spezialtextilien in einer Studie (allerdings nur an 15 Patienten!) belegt. Dazu wurde von den Versuchspersonen an betroffenen Hautstellen am Arm auf der einen Seite ein Baumwollstoff und auf der anderen Seite ein silberbeschichteter Stoff sieben Tage lang getragen. Nach zwei, sieben und 14 Tagen wurde die Keimbesiedelung bestimmt. Bereits nach zwei, aber auch weiterhin nach sieben und 14 Tagen zeigte sich ein signifikant positiver Effekt auf die Staphylokokken-Besiedlung der Haut. Dadurch kam es zu einer Besserung der Haut, und der Juckreiz nahm ab. Die antibakterielle Wirksamkeit wurde auch in Laboruntersuchungen mit dem Spezialgewebe nachgewiesen. 

Milbenallergie bei Kindern: Hilft Milbenspray mit Neembaumöl? 

Neembaumöl wird aus den Samen des Neembaumes gewonnen und in Indien traditionell gegen verschiedene Krankheiten und als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Neembaumextrakte verhindern bei Insekten die Bildung des Chitinpanzers und damit die Häutung. So werden die Larvenentwicklung und die Verpuppung gehemmt. Schadinsekten wie Läuse oder Milben sterben aber nicht sofort, sondern erst bei der nächsten Häutung ab. Außerdem verleidet das Neembaumöl durch seinen bitteren Geschmack den Milben den Appetit. Für Menschen und Tiere ist das Mittel ungiftig. Auch wenn neembaumölhaltiges Milbenspray (z. B. Milbiol®) erwiesenermaßen wirksam, ungiftig und außerdem rein natürlich ist, gibt es einige Kritikpunkte: Keine Sofortwirkung - die Zahl der Hausstaubmilben nimmt nur langsam ab, da die Milben „verhungern“ und neue Generationen nicht nachwachsen. Außerdem bleiben die Milbenallergene in Matratzen, Polstern oder Teppichen, wenn nicht gleichzeitig gewaschen, gesaugt und eine gewisse Zeit abgewartet wird. Das Präparat dezimiert zwar die Anzahl der Milben, Studien zur Wirkung des Präparats auf eine Besserung der Beschwerden (Juckreiz und Ekzembesserung bei Neurodermitis, Atemnot bei Asthma) gibt es indes nicht. Auch Studien zur Sicherheit bei Langzeitanwendung (Innenraumbelastung, Gefahr der Allergieentwicklung auf das ätherische Öl selbst) existieren bislang nicht. Nicht zu vernachlässigen ist der Kostenfaktor, da z. B. Milbiol® knapp viermal teurer ist als ein entsprechendes Präparat mit Benzylbenzoat (Acarosan®) und gesetzliche Krankenkassen derartige Produkte weder erstatten noch bezuschussen. Für Acarosan® liegen zudem Langzeitstudien zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit vor. Es gibt eine Reihe anderer wirksamer Methoden zur Hausstaubmilbensanierung ohne chemische Zusätze oder ätherische Öle (siehe Empfehlung).

Meine Empfehlung bei Kindern mit Milbenallergie 

Sanieren Sie zunächst das Kinderbett und überziehen Sie die Matratze mit einem milbenallergendichten Überzug (werden mit ärztlicher Verordnung von den Kassen ganz oder teilweise bezahlt!). Ist das Bettzeug nicht bei mindestens 60 °C waschbar, sollten Sie es ebenfalls mit milbenallergendichten Überzügen umhüllen oder gegen möglichst kochbares Bettzeug austauschen. Kommt Ihr Kind regelmäßig ins Elternbett, muss dieses ebenfalls saniert werden! Für den Fußboden im Kinderzimmer empfiehlt sich ein gewachster Holzboden oder ein Korkboden. Geeigneter als Polstermöbel ist eine Ledergarnitur. Müssen jedoch Polstermöbel saniert werden, verwenden Sie besser Acarosan®.

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