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Zwei kranke Jungen
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Antibiotika: So schädlich sind sie für die Darmflora

Natürlich gesund

Bei schweren Erkrankungen geht es oft nicht ohne Antibiotika. Doch leider sind sie längst nicht so gut verträglich, wie viele Kinderärzte immer noch behaupten. Neue Studien aus den USA beweisen, dass Antibiotika wichtige Darmbakterien abtöten. Welche schädlichen Folgen das für die Gesundheit Ihres Kindes haben kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.  

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Vor allem frühe oder häufige Antibiotika-Gaben schädigen die kindliche Darmflora und beeinflussen dadurch die frühe Prägung des Immunsystems. Experten sehen dies als wichtigen Faktor für die zunehmende Entwicklung von Allergien und chronischen Erkrankungen insbesonders bei jungen Kindern an.

Wie eine gesunde Darmflora entsteht

Der Darm des Menschen ist ein komplexes bakterielles Ökosystem, das sich während der ersten Lebensjahre eines Kindes entwickelt. Während die Anzahl der Bakterien im Darm nach der Geburt noch gering ist, steigt sie mit zunehmendem Lebensalter stetig an. Der Darm eines gesunden Erwachsenen enthält 10 bis 100 Billionen Bakterien verschiedenster Gattungen und Arten. Die ersten gesunden Darmbakterien bekommt ein Kind idealerweise während der (natürlichen) Geburt und kurz danach. Auch die Nahrung hat einen großen Einfluss auf die Darmflora. Bei gestillten Kindern hindert eine Vielzahl von milchsäurebildenden Darmbakterien andere, krank machende Keime daran, sich im Darm anzusiedeln. Eine Kaiserschnittgeburt und/oder das Füttern des Säuglings mit der Flasche erschweren den Aufbau einer gesunden Darmflora und steigern das Risiko für spätere Erkrankungen, wie z. B.

  • Asthma
  • Neurodermitis
  • Allergien
  • Übergewicht
  • chronische Darmentzündungen
  • Autoimmunerkrankungen

Die Aufgaben der Darmflora

Wussten Sie, dass der größte Teil des menschlichen Immunsystems im Darm sitzt? Die Darmschleimhaut enthält 70 bis 80% aller Abwehrzellen des Körpers. Sie bekämpfen eindringende Viren, Bakterien oder Pilze und geben diese Informationen direkt an das gesamte Abwehrsystem im Körper weiter. Hierbei sind sie auf eine gesunde Bakterienflora im Darm angewiesen. Doch die kleinen Darmbewohner haben auch noch weitere wichtige Aufgaben.

Dazu gehören

  • die Bildung von Vitaminen und Fettsäuren
  • die Verdauung und optimale Verwertung von Nährstoffen
  • die Anregung der Beweglichkeit des Darms
  • die Versorgung der Darmschleimhaut mit Energie

Wie Antibiotika die Darmflora schädigen

Antibiotika sollen krank machende Bakterien abtöten. Allerdings können sie leider nicht zwischen „gut“ und „böse“ unterscheiden und vernichten auch Teile der gesunden Darmflora. Das fein abgestimmte Ökosystem Darm wird gestört und kann seine wichtigen Aufgaben nicht mehr erfüllen. Bei wiederholten Antibiotika-Gaben schafft der Körper es häufig nicht mehr aus eigener Kraft, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Den Beweis hierfür lieferte kürzlich eine in den USA durchgeführte Studie: Schon nach drei bis vier Tagen Antibiotika-Einnahme veränderte sich die Zusammensetzung der Darmflora bei den Teilnehmern dramatisch. Während sich der Darm nach einer einmaligen Antibiotika-Einnahme meist nach kurzer Zeit erholte, veränderte sich die Darmflora nach weiteren Antibiotika-Gaben dauerhaft. Fast ein Drittel aller Bakterienarten verschwand ganz und machte so Platz für krank machende Bakterien oder Pilze. Auch die Bildung von antibiotikaresistenten Bakterien wurde schon nach kurzer Antibiotika-Gabe nachgewiesen.

Mögliche Auswirkungen einer sogenannten „Darmdysbiose“ sind:

  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Allergien
  • chronische Darmentzündungen

Was Sie für eine gesunde Darmflora Ihres Kindes tun können

Den ersten Grundstein hierfür legen Sie bestenfalls schon vor der Schwangerschaft, indem Sie Ihre eigene Darmflora untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Nur wenn sie gesund ist, erhält Ihr Baby alle gesunden Bakterien, die es für einen guten Start ins Leben braucht. Weitere Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Darmflora Ihres Kindes sind:

  • Entscheiden Sie sich nur bei absoluter medizinischer Notwendigkeit für eine Kaiserschnittgeburt.
  • Stillen Sie Ihr Kind – wenn irgend möglich – in den ersten Monaten.
  • Achten Sie bei Ihrem älteren Kind auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit ausreichend Rohkost, vollwertigem Getreide und Gemüse.
  • Auch Omega-3-Fettsäuren sind wichtig für eine gesunde Darmflora. Wichtige Lieferanten sind z. B. Leinund Walnussöl oder Chia-Samen.
  • Sorgen Sie im Alltag Ihres Kindes für ausreichend Bewegung und regelmäßige Entspannungszeiten

Naturheilmittel für eine gesunde Darmflora

Ist Ihr Kind bereits erkrankt, z. B. an einer chronischen Erkrankung, oder leidet es unter ernsthaften Darmproblemen, empfehle ich zur Sanierung des Darms eine Behandlung beim Heilpraktiker. Hier wird durch eine mikrobiologische Laboruntersuchung zunächst der Zustand des Darms untersucht und anschließend eine genau abgestimmte Behandlung eingeleitet. Aber auch ohne sichtbare Erkrankung sollten Sie nach wiederholten Antibiotika-Gaben den Darm Ihres Kindes beim Wiederaufbau einer gesunden Flora unterstützen. Geeignete Mittel hierfür sind: 

1. Probiotika

Im Handel gibt es eine große Anzahl von Bakterienpräparaten (Probiotika) mit lebensfähigen Bakterien, die sich – über den Mund eingenommen – im Dünn- und Dickdarm ansiedeln und dort eine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten sollen. In der Apotheke erhalten Sie Probiotika in Pulver- oder Kapselform, z. B. Lactobact (für Babys), Omniflor und Mutaflor. Die Präparate müssen allerdings über einen längeren Zeitraum (mindestens zwei Monate) eingenommen werden, da es schwer ist, die eingenommenen Bakterien im Darm zum Bleiben zu „überreden“.

Mein Tipp:

Sparen Sie sich das Geld für von der Lebensmittelindustrie als „probiotisch“ umworbene Lebensmittel wie z.B. speziell aufbereitete Joghurtdrinks. Die darin enthaltenen Bakterien werden zu über 90% von der Salzsäure im Magen zerstört. Die verbleibende Menge reicht bei weitem nicht aus, um im Darm eine Wirkung zu erzielen.

2. Bachblüten

Auch die folgenden Bachblüten können Ihrem Kind nach der Einnahme von Antibiotika helfen: Nr. 10 Crab Apple. Unterstützt den Reinigungsprozess des Organismus. Befreit seelisch und körperlich von zu viel angesammeltem Ballast. Nr. 22 Oak. Hilft auf körperlicher und seelischer Ebene, die angesammelten Schadstoffe „loszulassen“. Nr. 23 Olive. Gibt neue Kraft und unterstützt damit den Genesungsprozess. Dosierung: als Mischung 3 bis 4 Tropfen viermal täglich

3. Schüßler-Salze

Zur Entgiftung und Ausleitung nach einer Antibiotika-Therapie eignet sich diese Kur aus Schüssler-Salzen: Nr. 4 Kalium Chloratum. Unterstützt den Aufbau der Darmschleimhaut und den Abtransport der Giftstoffe. Nr. 6 Kalium Sulfuricum, das „Entgiftungssalz“ unter den Schüssler-Salzen. Es kurbelt die Aktivität der Leber an, unterstützt den Entgiftungsvorgang und befreit von Schlacken. Nr. 10 Natrium Sulfuricum. Sorgt für die Ausleitung der freigesetzten Giftstoffe, sodass sie sich nicht im Bindegewebe festsetzen können. Nr. 8 Natrium chloratum. Fördert die Regeneration der Darmschleimhaut und die Ausschwemmung der Giftstoffe. Dosierung: Lösen Sie morgens je 3 Tabletten der angegebenen Mischung in einem Glas Wasser auf und geben Sie Ihrem Kind hiervon über den Tag verteilt alle 2 bis 3 Stunden einen Schluck zu trinken. Dauer: 4 bis 6 Wochen

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