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Mutter und Tochter bei Entspannungsübungen
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Autogenes Training: Die besten Entspannungstechniken für Kinder

Durch regelmäßiges autogenes Training lassen sich Stress-Symptome deutlich lindern

Lärm in Schule und im Kindergarten, volle Terminkalender, Fernsehen, Computer, Handy: Der Alltag unserer Kinder ist voll von Ablenkungen und vielfältigen Reizangeboten. Auch die Anforderungen an das, was ein Kind in der Schule und Freizeit leisten soll, sind hoch. Nicht selten führt das zu Überforderung und inneren Spannungen, die sich in psychischen und körperlichen Problemen äußern. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Ihr Kind mit Hilfe von autogenem Training Spannungen abbauen und seine innere Ruhe wiederfinden kann. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Autogenes Training: So lernt Ihr Kind, sich zu entspannen

Das Grundprinzip des autogenen Trainings besteht bei Erwachsenen im wiederholten gedanklichen Aufsagen von kurzen formelhaften Sätzen, den sogenannten Ruheformeln im entspannten Sitzen oder Liegen. Durch Sätze wie „Ich bin ganz ruhig“, „Mein linker Arm ist warm“ oder „Mein rechtes Bein ist schwer“ wird bei regelmäßigem Üben eine tiefe körperliche und seelische Entspannung erzeugt. Kinder können diese Entspannungstechnik ab 4 Jahren erlernen. Anfangs in kindgerechte Fantasiegeschichten verpackt, lernen sie hierbei, wie angenehm sich die durch die Bilder im Kopf entstehende Ruhe und Entspannung anfühlen kann. Ab dem Schulalter lernen Kinder dann auch die Ruheformeln wie z. B. „Meine Arme und Beine sind ganz schwer“ oder „Meine Atmung geht ruhig und gleichmäßig“ kennen und später auch selbstständig anwenden.

Fantasiereise „Die kleine Raupe“ (für Kinder von 4 bis 8 Jahren)

Diese Geschichte zum Vorlesen lädt Ihr Kind zum Entspannen ein. Eine ruhige, gemütliche Atmosphäre und eine leise, angenehme Musik im Hintergrund oder ein schöner Duft aus der Duftlampe helfen Ihrem Kind zusätzlich dabei, sich zu entspannen.

Mache es dir für diese kleine Reise ins Fantasieland erst mal so richtig gemütlich. Wenn du magst, kuschle dich in ein Kissen und decke dich mit einer weichen Decke zu. Nun kannst du noch einmal ganz tief einatmen. Siehst du, wie sich deine Brust hebt und senkt? Mache langsam deine Augen zu. Merkst du, wie du auf einmal ganz ruhig wirst? Dein Körper fühlt sich schon ganz ruhig an. Und während du langsam immer noch ein bisschen ruhiger wirst, möchte ich dir etwas über eine kleine Raupe erzählen:

 

Die kleine Raupe
Raupen essen ziemlich viel, damit sie schnell wachsen und eines Tages ein wunderschöner Schmetterling werden. Jeden Tag gibt es viele neue Dinge zu entdecken und überall warten die leckersten Dinge auf sie. Unsere kleine Raupe isst am liebsten saftige Salatblätter. Schon ganz früh am Morgen macht sie sich auf den Weg, um ihr Frühstück zu suchen. Bis mittags hat sie dann schon ziemlich große Löcher in ihr Blatt gefressen. Um die Mittagszeit, als die Sonne ganz hoch am Himmel steht, wird unsere kleine Raupe auf einmal ganz müde. Sie sucht sich ein angenehmes Plätzchen auf einem schönen grünen Blatt. Müde und ganz schwer fühlt sie sich auf einmal. Sie rollt sich auf dem grünen Blatt so richtig gemütlich zusammen. Langsam schließt sie die Augen und fühlt das warme Sonnenlicht auf ihrer Haut. Ganz warm fühlt sich das an – wohlig warm. Ganz gleichmäßig atmet die kleine Raupe und spürt, wie das Blatt vom Wind hin- und hergeschaukelt wird. Sie träumt davon, wie es ist, später einmal ein wunderschöner Schmetterling zu sein. Nach einer Weile hat sich die kleine Raupe ausgeruht und wieder ziemlich großen Hunger bekommen. Sie räkelt und streckt sich noch einmal und wird dabei fast doppelt so lang wie normal. Und auch du kannst jetzt wieder wach werden und mit einem tiiiiefen Atemzug langsam hierher zurückkommen. Du kannst dich noch mal recken und strecken. Dann schlägst du deine Augen auf und bist wieder frisch und munter!

 

Autogenes Training: Übung macht den Meister

Die tiefe Entspannungsreaktion, die beim autogenen Training erreicht werden soll, kann körperliche und seelische Spannungszustände und Krankheiten heilen. Doch dies geschieht leider nicht auf Knopfdruck. Autogenes Training wirkt am besten, wenn Ihr Kind die Technik gründlich lernt und regelmäßig übt. Daher empfehle ich Ihnen bei ernsthaften Beschwerden nach Abklärung durch den Kinderarzt den Besuch eines kindgerechten Kurses zum Erlernen des autogenen Trainings. Entsprechende Kurse werden von Volkshochschulen und Entspannungstherapeuten angeboten. Das Üben mit einer CD ist für viele Kinder eine zusätzliche Möglichkeit, das autogene Training in den Alltag einzubauen und auch selbstständig anzuwenden.

Mein CD-Tipp:

Marita Henning, „Fantasie-Reisen für Kinder. Konzentration verbessern, Entspannung fördern mit Autogenem Training“

 

 

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