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Kind spielt im Garten
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Neues über ADHS

Neues aus der Welt des Lernens

Die weit verbreitete Störung ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom) ist immer wieder Inhalt verschiedener Studien, da weltweit etwa 2 Prozent der Mädchen und 9 Prozent der Jungen davon betroffen sind. Die Schwierigkeiten, die mit der Störung einhergehen, beschäftigen Wissenschaftler und Forscher stets aufs Neue. Die aktuellsten Ergebnisse und wichtigsten Erkenntnisse haben wir in dieser Ausgabe für Sie zusammengestellt. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Sport verringert die Symptome von ADHS deutlich

Mehrere Studien haben nachgewiesen, dass Sport eine positive Auswirkung auf Kinder und Jugendliche mit ADHS hat. Interessant ist, dass besonders asiatische Kampfsportarten wie Jiu Jitsu oder Judo gut abschneiden. Das liegt möglicherweise an den Regeln und Ritualen, die meist sehr starr sind. Dazu gehören das Verneigen vor dem Trainingsbeginn und zum Abschluss oder fest vorgegebene Schrittfolgen. Je klarer die Anweisungen sind und je weniger einzelne Kinder warten müssen, bis sie an der Reihe sind, desto unauffälliger ist das Verhalten der von ADHS Betroffenen. Eine weitere Studie stellt fest, dass spezielle Sportprogramme nach drei Monaten dazu führen, dass sich die Leistungen der Schülerinnen bzw. Schü- ler mit ADHS verbessern und ihre Konzentrationsfähigkeit steigt.

Methylphenidat (Ritalin) kann sich negativ auf den Schlaf und den Appetit auswirken

In einer großen dänischen Untersuchung an über 18.000 Heranwachsenden zwischen 3 und 18 Jahren gab es ebenfalls einige interessante Ergebnisse. Als Folge der Medikation mit Ritalin (Methylphenidat) seien Appetitlosigkeit und Schlafprobleme weit verbreitet. Sie treten doppelt so häufig auf wie bei ihren Altersgenossen. Bei den Schlafproblemen zeigt sich, dass sowohl das Einschlafen länger dauert, als auch der Nachtschlaf insgesamt verkürzt wird. Diese Auswirkungen hängen eng mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem das Kind seine Medikamente einnimmt. Je länger die Zeitspanne vor dem Zubettgehen ist, desto weniger wird das Schlafverhalten beeinflusst. Auch die Höhe der Dosierung hat Auswirkungen auf den Schlaf. Mein Tipp: Sprechen Sie mit dem betreuenden Arzt, ob eine frühere oder geringere Gabe des Medikaments möglich ist.

Medikamente sind grundsätzlich hilfreich Natürlich wird regelmäßig untersucht, ob die Gabe von Medikamenten bei ADHS wirklich notwendig ist und den betroffenen Kindern bzw. Jugendlichen hilft. Trotz aller Bedenken stellen die Wissenschaftler immer wieder fest, dass in vielen Fällen die Medikation die Gesamtsituation verbessert, auch wenn es zu Problemen beim Essen oder Schlafen kommt. Die Psychostimulantien reduzieren die Verhaltensauffälligkeiten, was zu weniger Problemen in der Schule oder im Freundeskreis führt. Teilweise steigt die Lebensqualität in den Familien erheblich. Doch nicht bei allen Kindern kommt es zu einer spürbaren Verbesserung. Und leider gibt es nach 50 Jahren Forschung noch immer keine eindeutigen Strategien, um die Kinder herauszufischen, die von den Medikamenten profitieren.

Mädchen mit ADHS leiden später häufiger unter Über gewicht Amerikanische Mediziner haben in einer Studie festgestellt, dass übergewichtige Frauen als Kinder häufig die Diagnose ADHS bekommen hatten. Welche Gründe das Auftreten von Übergewicht haben könnte, wird nicht näher erläutert. Möglich ist jedoch, dass das impulsive Verhalten eine Kontrolle des Essverhaltens erschwert. Die Ärzte raten Eltern von Kindern mit ADHS, auf viel Bewegung und eine gesunde Ernährung zu achten

Diagnose und Therapie bei ADHS müssen verfeinert werden

Verhaltensauffälligkeiten, Aufmerksamkeitsprobleme, Impulsivität und Hyperaktivität sind Phänomene, die bei vielen Kindern festgestellt werden und zu Problemen in der Schule oder mit Freunden führen. Ob es sich immer um ADHS handelt, bezweifeln viele Wissenschaftler, Ärzte und Eltern. ADHS-Spezialist Michael Huss von der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Rheinhessen-Fachklinik in Mainz sieht die Forschung noch in den Kinderschuhen. In Zukunft werden sich die Diagnosemöglichkeiten, beispielsweise durch bildgebende Verfahren und Erkenntnisse der Neurowissenschaften, weiter verbessern. Das wird auch auf die Therapien positive Auswirkungen haben, die sicherlich erweitert und ergänzt werden müssen. Mein Tipp: Bleiben Sie auf dem Laufenden, was die Studien zu ADHS betrifft. Verfeinerte Therapieangebote und differenziertere Diagnosemöglichkeiten können jederzeit positive Veränderungen für Ihr Kind bedeuten.

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