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Sonnenschutz

Sonnenbrand, nein danke! So schützen Sie Ihr Kind vor der Sonne

So ist Ihr Kind optimal vor der Sonne geschützt

Kinderhaut vergisst keinen Sonnenbrand. Deshalb braucht sie besonders wirksamen UV-Schutz. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihr Kind mit Sonnencreme und angemessener Kleidung richtig schützen und worauf Sie sonst noch achten sollten. 

Expertenrat von 

Nach den Daten der American Academy of Dermatology werden 80 Prozent aller Sonnenschäden vor dem 18. Lebensjahr verursacht. Kinderhaut vergisst nichts! Jeder Sonnenbrand und jeder ungeschützte Aufenthalt unter südlicher Sonne erhöhen das spätere Hautkrebsrisiko. Neueste Untersuchungen zeigen, dass bereits drei schwere Sonnenbrände während der Kindheit ausreichen, um das Hautkrebsrisiko um das Drei- bis Fünffache zu erhöhen. Denn Kinderhaut kann die Sonneneinstrahlung schlechter wegstecken als Erwachsenenhaut: Sie ist um ein Mehrfaches dünner und produziert zu ihrem Eigenschutz nur wenig Melanin.

Den LSF nicht ausreizen

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut durch das Sonnenschutzpräparat erhöht. Er ist allerdings nur ein Richtwert, der besagt: Wer ungeschützt nach zehn Minuten rote Haut bekommt, kann mit LSF 30 theoretisch 30-mal länger, also rund fünf Stunden, in der Sonne bleiben. Das gilt aber nur unter Laborbedingungen. Praktisch sollte man den LSF keinesfalls ausreizen!

Mein Tipp:

Machen Sie auf unserer Internetseite www.elternwissen.com den „Hauttyp-Test für Kinder“ (unter „Elternwissen Service“Þ„Gratis-Downloads“Þ„Gesundheit“), um zu erfahren, wie sonnenempfindlich die Haut Ihres Kindes ist. Damit können Sie sich auf www.uv-check.de (Rubrik „Der UV-Service“) individuell nach Alter und Hauttyp Ihres Kindes, Aufenthaltsort, Tages- und Jahreszeit die maximale Eigenschutzzeit sowie den empfohlenen LSF ausrechnen lassen.

Babys dürfen noch nicht in die Sonne

Hautärzte empfehlen, Babys und Kleinkinder bis zum Alter von zwei Jahren überhaupt nicht direkter Sonnenbestrahlung auszusetzen. Lassen Sie Ihr Kind im Schatten schlafen oder spielen und schützen Sie es auch dort zusätzlich mit leichter Kleidung und Sonnenhütchen.

Mein Tipp:

Sollte es einmal nötig sein, Babyhaut gegen Sonne zu schützen (etwa das Gesicht bei einem Skiurlaub im Gebirge), können Sie Daylong® Baby LSF 30 verwenden, das nur natürliche Mineralien (Zinkoxid, Titandioxid) als Lichtschutz enthält (erhältlich in Apotheken). Neigt Ihr Kind zu empfindlicher oder trockener Haut, empfiehlt sich Sun sensitiv Baby & Kinder Sonnenmilch LSF 30 von Lavera oder Sie weichen auf ein Präparat mit chemischem Lichtschutz aus (z.B. Daylong® Kids LSF 30), da Zink- und Titandioxid die Haut austrocknen.

Unterwegs ist ein Sonnenschirm oder -segel für den Kinderwagen nützlich. Babys unter einem Jahr sollten nicht mit Sonnencreme eingecremt werden – vorsichtshalber, da nicht ausreichend untersucht ist, wie chemische UV-Filter auf die empfindliche Babyhaut wirken.

Die wichtigsten Sonnenregeln für Kinder

Auf den Punkt gebracht, gilt für Kinder ab zwei Jahren die 4-H-Regel: Hut, Hemd, Hose und hoher Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30)!

  1. Zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten oder im Haus bleiben und direkte Sonneneinstrahlung vollständig meiden.
  2. Leichte, weite Kleidung und Hut mit breiter Krempe tragen. Mehr als Arme und Beine sollten der Sonne nicht ausgesetzt werden.
  3. Dunkle Kleidungsstücke bieten mehr Schutz als helle: Durch ein schwarzes T-Shirt dringt nur wenig UV-Strahlung. Ein weißes T-Shirt lässt bis zu 20 Prozent der Strahlung durch. Durch ein schwarzes T-Shirt dringt nur wenig UV-Strahlung. Ein weißes T-Shirt lässt bis zu 20 Prozent der Strahlung durch. Polyester und Polyestermischungen schützen besser als Baumwollgewebe, trockenes Gewebe besser als nasses (lässt annähernd doppelt so viel Strahlung durch!). Ebenso wirksam wie Schwarz ist übrigens Gelb! Die gefährdeten Fußrücken durch geschlossene Schuhe (z. B. Espandrilles) oder Söckchen in den Sandalen schützen.
  4. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, kaufen Sie für Ihr Kind spezielle UV-Schutz-Kleidung mit einem LSF von mindestens 30, besser aber 40 und höher. Achten Sie auf geprüfte Qualität: Am strengsten (und den Alltagsbedingungen am ehesten entsprechend!) sind die Prüfkriterien nach dem UV-Standard 801. Entsprechende Produkte erhalten Sie z. B. bei www.sonnenschuetzer.eu.
  5. Auch im Schatten Sonnenschutz auftragen. UV-Licht kommt nicht nur von oben, sondern reflektiert in alle Richtungen – insbesondere am Wasser oder bei Schnee.
  6. Augen mit einer Sonnenbrille schützen. Lassen Sie sich vom Optiker beraten und achten Sie auf Prüfsiegel wie CE-Zeichen und Zeichen „UV 400“. Auch ein Sonnenhut oder eine Mütze mit breitem Schirm schützt die Augen vor zu viel Sonne.
  7. Achtung: Wind und Wasser kühlen zwar, das vermindert aber die UV-Strahlung nicht! Nur stärkere Bewölkung reduziert die Sonneneinstrahlung.
Mein Tipp:

Verzichten Sie auf Achselshirts und Trägertops und ziehen Sie Ihrem Kind auch bei heißem Wetter grundsätzlich ein T-Shirt mit kurzen Ärmeln an. Damit können Sie einen Sonnenbrand der empfindlichen Schultern verhindern!

UV-Filter: chemisch oder mineralisch? Sonnenschutzmittel enthalten chemische und/oder mineralische Lichtschutzfilter, die nur einen Teil des Sonnenlichts an die Haut lassen. Deshalb kann man eingecremt länger in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Spezielle Sonnenschutzprodukte für Kinder enthalten meist mineralische Filter wie Zink- oder Titandioxid. Ihre feinen Pigmente gelangen nicht in den Körper, sondern legen sich wie ein Schutzmantel auf die Haut und reflektieren die UV-Strahlen wie kleine Spiegel. Im Gegensatz zu den mineralischen Filtern, die auf der Haut verteilt werden, dringen die chemischen UV-Filter in die oberste Hautschicht ein. Leider sind die verwendeten Lichtschutzfilter nicht immer unbedenklich. So haben Schweizer Wissenschaftler für einige chemische UV-Filter (z. B. Ethylhexyl- Methoxycinnamate) eine hormonelle Wirkung an Zellkulturen und teilweise auch im Tierversuch nachgewiesen. Eine japanische Studie konnte zuletzt auch für Octocrylene, das bisher als unbedenklich galt, eine hormonelle Wirkung in Zellkulturen belegen.

Nanopartikel aus Sonnencreme können Haut nicht durchdringen

Sonnenschutzmittel mit Titandioxid und/oder Zinkoxid können einen weißen Film auf der Haut hinterlassen. Daher werden heute überwiegend Nanopartikel eingesetzt. Dann ist der „Weißeffekt“ auf der Haut kaum noch zu sehen und sogar die Schutzwirkung ist besser. Studien des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) zeigten, dass diese Nanopartikel intakte Haut nicht durchdringen können. Was jedoch bei erkrankter Haut (z. B. bei Sonnebrand oder Neurodermitis) passiert, ist bislang unklar. Bei Einatmung hoher Dosen löste freies Nano-Titanoxid (keine Sorge, in Sonnenschutzmitteln ist es fest gebunden!) im Tierversuch Krebs aus und beim Verschlucken könnte es die Darmzellen schädigen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht versehentlich einen Schluck aus der Sonnenmilch- Flasche trinkt!

Seit 2009 ist ausreichender UVA-Schutz verpflichtend

Die EU empfiehlt schon seit 2006, dass der UVA-Schutz einer Sonnencreme mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes betragen soll. Denn der auf dem Präparat angegebene LSF bezieht sich nur auf den UVB-Schutz. Dies wurde in der Vergangenheit bereits mit einem runden UVA-Logo für ausgewogenen Lichtschutz gekennzeichnet. Seit 2009 gilt dieser Standard EU-weit. Danach müssen Sonnenschutzpräparate in der EU einen einheitlichen Mindestschutz vor UVA-Strahlung bieten und ein Verhältnis von mindestens 1:3 zwischen UVA- und UVB-Schutz aufweisen.

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