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Homöopathisches Mittel gegen Erkältung
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Die 7 wichtigsten homöopathischen Erkältungsmittel

Homöopathie

99 Mittel kannte Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie. Dank der Arbeit seiner Nachfolger gibt es in der Homöopathie mittlerweile über 3.000 verschiedene Substanzen. Doch keine Angst: Die Anzahl der Mittel, die sich bei Erkältungen bewährt haben, ist zum Glück überschaubar. Worauf Sie achten müssen, damit die Substanz Ihrer Wahl auch wirkt, erfahren Sie hier. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Sie werden sehen, dass in den folgenden Beschreibungen viele Details auftauchen, die Ihnen vielleicht bisher unwichtig erschienen sind. Hat Ihr Kind Durst? Schwitzt es? Wie reagiert es auf Wärme und Kälte? Will es allein sein oder braucht es Gesellschaft? Bei der Auswahl des richtigen homöopathischen Mittels spielen all diese Details eine wichtige Rolle. Beobachten Sie Ihr Kind daher genau, bevor Sie sich für ein Mittel entscheiden. Vergleichen Sie Ihre Beobachtungen sorgfältig mit den Beschreibungen der Arzneimittel. Dabei müssen nicht alle genannten Symptome auf Ihr Kind zutreffen. Sie sollten Ihr Kind, so wie es ihm jetzt gerade geht, jedoch deutlich in der Beschreibung wiedererkennen.

Die 7 wichtigsten homöopathischen Mittel bei Erkältung und Grippe

1. Aconitum napellus (Blauer Eisenhut)

Bewährt: als erstes Mittel bei akuten Erkrankungen und fieberhaften Entzündungen

Auffällig: Ihr Kind ist ängstlich und ruhelos, es erwacht voller Panik aus dem Schlaf.

  • Typische Merkmale:
  • Die Beschwerden treten nach trockener Kälte, bei kaltem Wetter und Wind auf.
  • Die Beschwerden sind akut, plötzlich und heftig.
  • plötzliches Frösteln, dann schneller, sehr hoher Fieberanstieg (über 39,5 Grad)
  • harter, schneller Puls
  • Die Haut ist heiß und trocken.
  • unerträgliche Schmerzen (Kopf-, Ohren-, Halsschmerzen)
  • trockener, bellender Husten
  • große Angst und Unruhe
  • großer Durst auf kalte Getränke

Verschlimmerung: um Mitternacht, durch Wärme, kalten Wind

Besserung: durch frische Luft, Aufdecken

2. Belladonna (Tollkirsche)

Bewährt bei: Akuten, plötzlich auftretenden Erkrankungen und Entzündungen

Auffällig: Ihr Kind schläft unruhig, wirkt benommen oder sehr erregt und hat wilde Fieberträume. Es reagiert sehr empfindlich gegen Licht, Lärm und Berührung.

Typische Merkmale:

  • Die Beschwerden treten nach feuchtkaltem Wetter, bei nassem Haar oder Luftzug auf.
  • plötzliches hohes Fieber ò rotes, verschwitztes Gesicht („dampfende Tomate“)
  • heißer Körper, Hände und Füße sind eiskalt
  • schwitzt unter der Bettdecke, möchte aber nicht aufgedeckt sein
  • trockener Mund, aber kein Durst
  • Puls hart, schnell und klopfend (oft sichtbar an der Halsschlagader)
  • knallrote, heiße Entzündungen
  • brennende oder klopfende/pochende Schmerzen, eher rechtsseitig
  • weite Pupillen, leuchtende, glänzende Augen

Verschlimmerung: nachmittags und abends, durch Berührung, Erschütterung und Lärm, beim Hinlegen

Besserung: durch Ruhe, warme Decke beim Fieberanstieg

3. Bryonia (Rotbeerige Zaunrübe)

Bewährt bei: grippalen Infekten mit starken Kopf- und Gliederschmerzen, trockenbelegter Zunge und starkem Durst

Auffällig: Ihr Kind ist sehr gereizt, es will zu Hause sein und seine Ruhe haben. Jede kleinste Bewegung verschlimmert die Beschwerden.

Typische Merkmale:

  • Beschwerden bei Einsetzen von warmem Wetter nach kalten Tagen, nach Verkühlung oder Überhitzung im Sommer
  • ausgeprägter Fieberfrost, Temperatur steigt langsam an
  • sehr trockene Schleimhäute, trockene, eingerissene Lippen, großer Durst auf kalte Getränke
  • heftige, stechende Schmerzen, Verschlimmerung bei der kleinsten Bewegung
  • starke Verstopfung mit trockenem, harten Stuhl

Verschlimmerung: durch Bewegung, Hitze und Wärme, durch Ärger und Aufregung

Besserung: durch Ruhe, festen Druck (liegt gerne auf der schmerzenden Seite), an der frischen Luft, durch kalte Getränke

4. Chamomilla (Echte Kamille)

Bewährt: häufiges Grippemittel bei Babys und Kleinkindern; wichtiges Mittel auch bei Zahnungsbeschwerden

Auffällig: Ihr Kind ist extrem schmerzempfindlich und unleidlich. Es beruhigt sich erst, wenn es auf den Arm genommen und herumgetragen wird.

Typische Merkmale:

  • fährt aus dem Schlaf hoch, wirft sich unruhig hin- und her
  • fühlt sich sehr heiß an, heißer Kopfschweiß
  • jähzornig, ungeduldig, unruhig, nichts können Sie ihm recht machen
  • große Schmerzempfindlichkeit
  • Weinen steigert sich zu schrillem Schreien
  • eine Wange rot und heiß, die andere blass und kühl
  • Durst auf Kaltes
  • Bauchschmerzen mit kolikartigen Krämpfen
  • Durchfall grünlich/gelb („wie gehackte gelbe Eier in grünem Spinat“)

Verschlimmerung: durch Hitze, abends, nachts, Bettwärme, Zudecken, Berührung (außer Tragen)

Besserung: durch Herumtragen, Schaukeln, nach Mitternacht bis frühmorgens, durch Wärme

5. Ferrum phosphoricum (Phosphorsaures Eisen)

Bewährt: im ersten Stadium von Entzündungen und Erkältungen, bei Infekten ohne deutliche Symptome, bei Mittelohrentzündung

Auffällig: Das Allgemeinbefinden Ihres Kindes ist auffallend wenig beeinträchtigt. Es spielt beispielsweise noch zufrieden, obwohl es hohes Fieber hat.

Typische Merkmale:

  • rasch einsetzendes mittleres bis hohes Fieber, selten über 40 Grad
  • weicher, beim Pulsfühlen leicht unterdrückbarer Puls
  • Röte und Blässe des Gesichtes gleichzeitig oder abwechselnd
  • Fieber und Schmerzen wellenförmig
  • bewährte Fieberarznei bei ruhigen, braven, oft erkälteten Kindern

Verschlimmerung: durch Anstrengung, Erschütterung, frühmorgens, nachts

Besserung: durch kühle Umschläge, frische Luft, Ruhe, sanfte Bewegung

6. Gelsemium (Falscher Jasmin)

Bewährt bei: Grippe, vor allem im Sommer; wichtiges Mittel auch bei Prüfungsangst

Auffällig: Ihr Kind ist sehr schläfrig und fühlt sich extrem schwach, es kann die Augen kaum offenhalten, beim Aufstehen zittern ihm die Beine.

Typische Merkmale:

  • oft dunkles, rotes, etwas aufgedunsenes Gesicht
  • kein Durst
  • Fließschnupfen
  • gelblicher Zungenbelag
  • Frostschauer, die über den Rücken laufen
  • Beine und Hände zittern
  • dumpfe Kopfschmerzen, von hinten nach vorne ziehend
  • fühlt sich wie gelähmt (schwerer Kopf, schlaffe Augenlider)
  • Kopf- und Nackenschmerzen

Verschlimmerung: durch Sommerhitze, im Frühling, vormittags

Besserung: durch frische Luft, Ruhe oder mäßige Bewegung, nachmittags

7. Pulsatilla (Küchenschelle)

Bewährt bei: Erkältungen mit stark wechselhaften Beschwerden

Auffällig: Ihr Kind ist sehr weinerlich, seine Stimmung wechselt häufig. Es hängt ständig an Ihrem „Rockzipfel“.

Typische Merkmale:

  • trotz trockenem Mund kein Durst
  • verlangt nach frischer Luft, obwohl es fröstelt
  • Schleimabsonderungen (Nase, Bronchien, Ohr) dick, grüngelb und mild
  • rotes Gesicht im Fieber, sonst eher blass
  • wandernde und wechselhafte Beschwerden (mal hier, mal dort, mal körperlich, mal psychisch)

Was Sie sonst noch für Ihr krankes Kind tun können

Nicht jeder Schnupfen oder Husten muss homöopathisch behandelt werden. Oft reichen schon die Anwendung von Hausmitteln sowie ein wenig Ruhe, und nach einigen Tagen ist Ihr Kind wieder fit. Hält die Erkältung aber länger an oder wirkt Ihr Kind richtig krank, können Sie einige Dinge tun, um ihm Erleichterung zu verschaffen und Komplikationen vorzubeugen.

  • Sorgen Sie in der Wohnung für eine gute Luftqualität. Dazu gehören ein absolutes Rauchverbot in der Umgebung Ihres Kindes, häufiges Lüften sowie Spaziergänge an der frischen Luft.
  • Die Zimmertemperatur sollte zwischen 18 und 20 Grad betragen.
  • Feuchte Tücher im Zimmer oder ein Luftbefeuchter sorgen für eine hohe Luftfeuchtigkeit.
  • Trinken, trinken, trinken: Eine reichliche Flüssigkeitszufuhr sorgt dafür, dass der Schleim in den Atemwegen gelöst und abgehustet oder ausgeschnäuzt werden kann. Denken Sie auch bei Ihrem Speiseplan daran, regelmäßig Suppen, Kompotts und Eintöpfe vorzusehen.

 

 

 

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