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Haut juckt
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Wenn die Haut juckt: Sanfte Medizin bei Problemhaut und Ekzemen

Sanfte Heilung mit Homöopathie

Raue, trockene Haut, die spannt und juckt – viele Menschen kennen das. Vor allem Kinder sind besonders häufig betroffen, denn ihre Haut ist noch sehr empfindlich und braucht eine Extraportion Pflege. Manchmal aber reicht dies nicht: Rote, stark juckende Hautstellen entstehen und rauben Eltern und Kindern den Schlaf. Kinderärzte sprechen oft von einem Ekzem oder vielleicht sogar von Neurodermitis – als Ausweg bleibt häufig nur der Griff zur Kortisonsalbe. Doch muss das wirklich immer sein? Lesen Sie hier, welche Alternativen die Natur bei Problemhaut und Neurodermitis bereithält und wie Sie Ihrem Kind hierbei auf sanfte, ganzheitliche Art helfen können. 

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Wenn die Haut Ihres Kindes trocken und empfindlich ist, juckt und zu Ekzemen neigt, fragen Sie sich vielleicht besorgt, ob Ihr Kind Neurodermitis hat. Das muss nicht immer der Fall sein – manchmal handelt es sich auch nur um eine erhöhte Empfindlichkeit, und die Haut Ihres Kindes muss besonders gut gepflegt werden. Doch in jedem Fall ist jetzt Ihre erhöhte Aufmerksamkeit gefragt, um Entzündungen und der Entstehung einer Neurodermitis vorzubeugen oder diese – falls Ihr Kind schon darunter leidet – so gut und sanft wie möglich zu behandeln.

Was Sie über Neurodermitis wissen sollten

Die Anzahl der Kinder, die an Neurodermitis leiden, hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Mittler weile zeigt fast jedes zehnte Kind entsprechende Symptome. Nach den Ursachen und Auslösern wird immer noch geforscht: Erwiesen ist jedoch eine ererbte Überempfindlichkeit der Haut. Da ihr verschiedene Fette fehlen, wird die Haut durchlässiger für schädigende Substanzen, anfälliger für Entzündungen und trocknet schneller aus.

Gehen Sie auf die Suche nach den Auslösern

Was genau einen Ekzemschub auslöst oder die junge Haut schädigt, ist von Kind zu Kind verschieden. Auslöser oder Verstärker können z. B. sein:

  • Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Nüsse oder Hühnerei
  • Hausstaubmilben
  • Tierhaare
  • Blütenpollen
  • trockene Heizungsluft
  • verrauchte Räume
  • Stress und andere psychische Belastungen
  • scheuernde Kleidung

Zusammen mit Ihrem Arzt sollten Sie sich auf die Suche nach diesen speziellen Auslösern für einen Ekzemschub oder eine Verschlechterung der Haut Ihres Kindes machen. Wenn es Ihnen gelingt, diese Auslöser zu meiden, können Sie damit viel tun, um die Haut Ihres Kindes stabil zu halten!

Wann Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen sollten

Wenn Sie bei Ihrem Kind trockene, juckende, gerötete und eventuell entzündete Hautstellen beobachten, sollten Sie auf jeden Fall bald zu einem mit dieser Krankheit erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker gehen, um mit ihm nach Auslösern und Therapiemöglichkeiten zu suchen. Auch wenn die Haut Ihres Kindes längere Zeit sehr trocken und empfindlich ist, ist ein Arztbesuch sinnvoll.

Von innen heraus heilen – ganzheitliche Behandlung von Neurodermitis

Neurodermitis ist nicht nur eine Erkrankung der Haut – der gesamte Organismus und die Seele Ihres Kindes sind mit betroffen. Eine Heilung ist somit nur von innen heraus möglich. Zusätzlich zur hier beschriebenen äußerlichen Behandlung der Haut sollte daher unbedingt auch eine innerliche Behandlung, z. B. im Rahmen einer homöopathischen Konstitutionstherapie, erfolgen. Auch eine psychotherapeutische Unterstützung und das Erlernen von Entspannungstechniken, wie z. B. autogenes Training, sind anzuraten.

Hautreinigung so sanft wie möglich

Um den Hautzustand Ihres Kindes stabil zu halten, ist die richtige Hautpflege und -reinigung eine unbedingte Voraussetzung. Für die tägliche Reinigung gilt: Da Wasser der Haut zusätzlich Fett und Feuchtigkeit entzieht, sollten Sie Ihr Kind höchstens zwei- bis dreimal pro Woche baden (größere Kinder lieber duschen) und auch sonst mit Wasser sparsam umgehen. Schaumbäder sind tabu, stattdessen sollten Ölbäder verwendet und anschließend die Haut mit einer fettreichen Salbe eingecremt werden. Nach dem Baden oder Duschen wird die Haut nur trocken getupft, nicht abgerubbelt. Ansonsten genügt lauwarmes Wasser, beim Säugling kann der Win - delbereich mit Babyöl gereinigt werden.

Eincremen ist Pflicht: die richtige Hautpflege für Ihr Kind

Die Haut Ihres Kindes braucht häufige Pflege; sie sollte daher mindestens morgens und abends mit einer Salbe, Creme oder Lotion eingecremt werden. Welche der Zubereitungsformen Sie verwenden, richtet sich nach dem jeweiligen Hautzustand Ihres Kindes. Generell gilt: Je nässender die Haut ist, umso wässriger sollte das Pflegepräparat sein, je trockener und spröder die Haut, umso fettreicher die Salbe.

Juckalarm: Was Sie im akuten Schub für die Haut Ihres Kindes tun können!

Wenn die Haut entzündet ist und dabei auch noch stark juckt, entsteht schnell ein Teufelskreis aus Jucken, Kratzen und zunehmender Entzündung. Das kann für die ganze Familie zu einer großen Belastung werden. Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, kann jetzt eine kurzfristige (mit dem Arzt abgestimmte) Kortisonbehandlung sinnvoll sein. Aber auch Heilpflanzen wirken gegen Juckreiz und Entzündungen. Konsequent und früh genug angewendet, können sie die Kortisonsalbe ganz oder teilweise ersetzen.

Natürliche Pflege bei trockenen Ekzemen

Im akuten Schub können Heilpflanzensalben oder -cremes und andere natür liche Heilmittel die Beschwerden Ihres Kindes wirkungsvoll lindern und die Haut kräftigen. Einige eignen sich auch zur vorbeugenden Basispflege. Die unten genannten Präparate erhalten Sie in der Apotheke.

Basispflege mit Harnstoff

In vielen Pflegepräparaten für trockene Haut und Neurodermitis (z. B. Uretra Salbe oder Creme) ist Harnstoff ent - halten. Er hilft der Haut, Wasser zu binden, macht sie glatt und elastisch, lindert den Juckreiz und stärkt ihre natürliche Schutzfunktion. Aber Vorsicht, Harnstoff brennt bei aufgekratzten Stellen: Wenden Sie ihn daher nur auf gesunder Haut an!

So behandeln Sie ein nässendes Ekzem

Grundsätzlich sollten Sie bei akuten, nässenden Ekzemen nach der Devise „feucht auf feucht“ verfahren und diese mit Schüttelmixturen oder feuchten Umschlägen behandeln. Für einen Umschlag Baumwolltuch in einem gekühlten Sud (Zusätze siehe Tabelle 3) tränken, auflegen und abnehmen, wenn er zu trocken und warm wird. Anschließend eincremen nicht vergessen!

Creme oder Salbe? Die Haut Ihres Kindes entscheidet!

ZusammensetzungEigenschaftenAnwenden bei
Fettsalbefast wasserfreie Wasser-in-Öl-Emulsion; frei von Emulgatoren und StabilisatorenFührt der Haut sehr viel Fett zu.extrem trockener Haut (nicht bei akut entzündeter Haut!)
SalbeWasser-in-Öl-Emulsion mit hohem Fettund geringem Wasseranteil; meist ohne Emulgatoren und StabilisatorenFührt der Haut viel Fett zu.chronisch trockener Haut (bei entzündeter Haut nicht geeignet)
CremeÖl-in-Wasser-Emulsion mit mehr Wasser als Fett; enthält Emulgatoren und Stabilisatoren Zieht schnell ein, wirkt kühlend. Emulgatoren und Stabilisatoren können Allergien auslösen.entzündeter Haut
Lotionsehr wässrige, fast fettfreie Wasser-inÖl- EmulsionZieht schon beim Auftragen ein. Wirkt durch den hohen Wasseranteil eher austrocknend.akuten, nässenden Hautentzündungen

Salben und Cremes mit heilenden Pflanzenstoffen 

PflanzeWirkstoffWirkungFertigpräparate (Beispiel)
BallonrebeCardiospermum halicacabumEntzündungshemmend, lindert den Juckreiz. Wird auch von Hautärzten als Alternative zu Kortison verschrieben.

Halicar                 

Dermaplant

Salbe, Creme

Salbe

BittersüßBittersüßstängelWeitere Kortisonalternative, wirkt antientzündlich.

Cefabene

Dolexaderm

Salbe, Tropfen, Tabletten

Kamille

Arnika

Ringelblume

Hamamelis (Zauberstrauch)

Entzündungshemmend, lindern den Juckreiz, fördern den Heilungsprozess.

Robugen

Arnica-Salbe-Heel

Calendula-Salbe-Heel

Hametum

Konzentrat

Salbe         

Salbe         

Salbe, Creme

Borretschsamenöl, NachtkerzenölEnthalten Gamma-Linolensäure, wirken antientzündlich und lindern den Juckreiz.EpogamKapseln

Diese natürlichen Heilmittel wirken sowohl zusammenziehend als auch entzündungs - hemmend und lindern den Juckreiz

 

AnwendungZubereitung
Schwarzer und Grüner Teefür Spülungen, Umschläge oder Waschungen1 Esslöffel Teeblätter 15 Minuten lang in 250 ml Wasser kochen lassen, anschließend den Sud abkühlen. Auch ausgekochte Schwarzteebeutel können abgekühlt auf die Hautstellen aufgelegt werden (eventuell mit einer Binde fixieren)
Eichenrinde als Zusatz zum Badewasser oder als Umschlag/Kompresse (Färbt stark, daher Badewanne nach dem Bad mit Zitronensaft säubern) für Kinder ab 2 Jahre: 1 bis 2 Esslöffel fein geschnittene Eichenrinde 10 Minuten in 1 Liter Wasser kochen. Dann abseihen und abkühlen lassen. Auch als Fertigpräparat in der Apotheke erhältlich (z. B. Tannolact). Nicht länger als 2 Wochen am Stück anwenden!
Haferstroh als Badezusatz (1 x täglich ca. 10 Minuten baden)Als Fertigpräparat in der Apotheke erhältlich. (100 ml für ein Vollbad).

Kamillenblüten

Hamamelis

Arnica

Ringelblume

Umschläge in dem Kräuterwasser tränkenAls Extrakt oder Tinktur in der Apotheke erhältlich, 3 bis 4 Tropfen in 250 ml Wasser geben.

 

 

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