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Kneipp-Anwendungen für Kinder

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Kneipp-Anwendungen für Kinder

» Immunsystem stärken

Kneipp-Anwendung bei einem Baby

Kneipp-Anwendungen sind auch für Kinder schon hervorragend geeignet, um das Immunsystem zu stärken. Damit lässt sich Infekten vorbeugen, doch kann auch der Krankheitsverlauf von Erkältungen verkürzt werden. Selbst wenn es Sie erstaunen mag: Es gibt sogar Kneipp-Anwendungen, die schon Babys gut tun!

Eigentlich ist es schon verwunderlich: Obwohl Wasseranwendungen nach Pfarrer Kneipp sehr gut untersucht sind und sich in Studien als wirksam erwiesen haben, greifen viele Eltern lieber zu pflanzlichen Immunstärkern, deren Erfolg vielfach weniger gut dokumentiert ist.

Dabei bewirken Kneipp-Anwendungen auch bei Kindern messbare Verbesserungen in puncto Immunsystem:

  • verstärkte Produktion und Aktivierung verschiedener Immunzellen, z. B. von Fresszellen
  • Zunahme des sekretorischen Immunglobulins A (sIgA) auf den Schleimhäuten, das vor dem Eindringen von Krankheitserregern schützt (siehe auch Seite 6)
  • gesteigerte Produktion von Gamma-Interferon, das für die Infektabwehr wichtig ist

Allerdings brauchen Sie bei Kneipp-Anwendungen einen langen Atem, denn deutliche positive Effekte sind nur bei  längerfristiger und regelmäßiger Anwendung zu erwarten! Eine verminderte Infektanfälligkeit zeichnet sich z. B. erst nach zwei bis drei Monaten regelmäßigen Kneipp-Anwendungen ab. Am besten wirken Kneipp-Anwendungen, wenn sie täglich durchgeführt werden. Ist das nicht möglich, sollte Ihr Kind wenigstens jeden zweiten oder dritten Tag kneippen.

Kneipp-Anwendungen für  Kinder jeden Alters

Wenn Sie ganz behutsam vorgehen, sind Kaltwasserreize schon ab dem Babyalter möglich.

  • Für Babys ab sechs Monaten: Sie benötigen lediglich einen Waschlappen, den Sie in kaltes Wasser legen und dann so fest auswringen, dass er gerade nicht mehr tropft. Diesen legen Sie Ihrem Baby nach einem warmen Wannenbad (Badetemperatur von 36 bis 37 °C, sodass der Körper wohlig warm ist) für wenige Sekunden auf den Rücken. Anschließend darf Ihr Baby gleich zum Aufwärmen in diewarme Badewanne zurück. Hat Ihr Kind sich nach einigen Tagen an den Kältereiz gewöhnt, darf der kalte Waschlappen auch tropfnass sein.
  • Für Babys ab acht Monaten: Wenn Ihr Baby in der Badewanne sitzt, können Sie mit dem Duschschlauch (Brausekopf bitte abschrauben) seinen Unterarm kalt abgießen. Beginnen Sie an der Außenseite des Armes von den Fingern aufwärts bis zum Ellbogen und an der Innenseite wiedernach unten in Richtung Hand. Danach w ird das Ärmchen gleich wieder im warmen Badewasser aufgewärmt und nach einer kurzen Pause kommt der andere Arm dran. Diese kalten Güsse können Sie allmählich auf den ganzen Arm ausdehnen. Ist Ihr Kind daran gewöhnt und akzeptiert es den Armguss, dürfen Sie nach dem selben Schema den Unterschenkel und später sogar das ganze Bein bis zum Oberschenkel abgießen. Danach jedes Mal im warmen Wasser gut aufwärmen!
  • Für Kleinkinder ab 18 Monaten: Senken Sie beim Duschen nach zwei bis drei Minuten die Wassertemperatur auf etwa 20 °C ab und brausen Sie erst Arme und Beine (jeweils von den Händen bzw. Füßen in Richtung Körper, wie zuvor beschrieben), dann auch Brust, Bauch und Gesicht kurzkalt ab. Danach erhöhen Sie die Wassertemperatur wieder. Diesen Wechsel wiederholen Sie anfangs einmal, später dann mehrmals, den Abschluss bildet immer kaltes Wasser. So gewöhnt sich Ihr Kind an die Wechselduschen. Bitte beachten Sie, dass die „Warmphasen“ Minuten, die „Kaltphasen“ hingegen nur Sekunden dauern dürfen.

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