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Mythen über das Impfen – und was davon zu halten ist

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Mythen über das Impfen – und was davon zu halten ist

» Fakten über Impfungen für Kinder

Mythen über das Impfen von Kindern

Eltern werden wegen der gegensätzlichen Ansichten zu den heute empfohlenen Schutz-Impfungen stark verunsichert. Hier finden Sie Entscheidungshilfen, wie sinnvoll, nützlich oder gefährlich eine Impfung für Ihr Kind ist.

Leider kursieren – beispielsweise im Internet – einige nicht haltbare Thesen zum Thema Impfen. Wir geben diese hier wieder und stellen solchen „Mythen“ über Impfungen harte Fakten gegenüber.

1. Das Immunsystem des Kindes wird durch die vielen Impfungen überfordert.

Diese Befürchtung ist unbegründet. Ein Neugeborenes, das sozusagen als „unbeschriebenes Blatt“ auf die Welt kommt, wird in den ersten Lebenstagen mit Milliarden von Bakterien besiedelt und produziert Antikörper gegen eine unvorstellbar große Zahl von Erregern. Moderne Impfstoffe hingegen enthalten nur wenige, gut definierte Antigene (im Sechsfachimpfstoff befinden sich z. B. nur noch 126 verschiedene Antigene), während in Impfstoffen früher wesentlich mehr Antigene waren. Der frühere Ganzkeim-Impfstoff gegen Keuchhusten enthielt allein etwa 3.000 Antigene! Somit hilft das Impfen dem Immunsystem Ihres Babys.

2. Impfungen lösen Allergien aus.

Nach dem heutigen Wissensstand gibt es keine Belege, dass die derzeit verwendeten Impfstoffe Allergien wie Asthma oder Neurodermitis hervorrufen. Allerdings kenne ich persönlich mehrere Kinder, bei denen eine Neurodermitis nach Angaben der Mutter kurz nach der ersten Impfung aufgetreten ist. Dazu muss man wissen, dass das typische Alter, in dem eine Neurodermitis bei Säuglingen erstmals in Erscheinung trat, um den 3. bis 4. Lebensmonat liegt – also genau dann,wenn die ersten Impfungen gegeben werden.Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Mütter, deren Kind zu diesem Zeitpunkt erstmals Ekzeme bekam, die Impfung dafür verantwortlich machen. Dass sich die Haut bei Neurodermitis-Kindern nach einer Impfung kurzfristig verschlechtern kann, ist ekannt. Dieses Phänomen – eventuell aber auch eine kurzfristige Besserung – ist allerdings auch zu beobachten, wenn solche Kinder eine (fieberhafte) Erkrankung durchmachen. Untersuchungen belegen inzwischen aber, dass Impfen eher vor Allergien schützt: Wissenschaftler der Universität Helsinki stellten fest, dass bei Kindern nach einer Maserninfektion das Risiko für Allergie und Asthma um 67 Prozent höher war als bei solchen, die gegen Masern geimpft waren. Auch traten in der ehemaligen DDR, wo sehr viel geimpft wurde, deutlich weniger Allergien auf als im früheren Westdeutschland, wo weitaus weniger geimpft wurde.

3. Eine durchgemachte Kinderkrankheit bewirkt lebenslange Immunität, die Impfung hingegen nicht.

Diese Aussage trifft auf manche Erkrankungen zu, so z. B. auf Windpocken. Es gibt jedoch eine Reihe von Infektionen, gegen die nur durch Impfung ein sicherer und kompletter Schutz erworben werden kann. Hierzu gehören Wundstarrkrampf, Diphtherie und Kinderlähmung.

4. Auffrisch-Impfungen gegen bereits ausgelöschte Erkrankungen sind sinnlos.

Erkrankungen wie Kinderlähmung oder Diphtherie sind in Deutschland durch konsequentes Impfen tatsächlich ausgerottet. In anderen Ländern kommen sie aber durchaus noch vor, und sie können z. B. durch Fernreisen wieder „importiert“ werden. Hier kann beispielhaft das epidemische Auftreten der Diphtherie in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion angeführt werden. Allein im Jahr 1994 gab es dort 50.000 Fälle, da nach dem Zusammenbruch des öffentlichen Gesundheitswesens in Osteuropa die erforderlichen (Auffrisch-)Impfungen nicht mehr durchgeführt werden konnten. Bei sinkenden Impfraten könnte die Diphtherie auch bei uns wieder auftreten. Also geben Sie nichts aud diesen Mythos und lassen Sie Ihr Baby impfen!

5. Gestillte Kinder bekommen keine Kinderkrankheiten – auch ohne Impfung.

Leider ist dem nicht so. Im Kolostrum, der Vormilch, lassen sich zwar genügend Antikörper gegen Krankheiten nachweisen, die die Mutter durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft ist. In der reifen Muttermilch sind die Antikörper-Mengen aber zu gering, um das Kind vor diesen Krankheiten zu schützen. Die Antikörper aus der Muttermilch gehen auch nicht ins Blut des Kindes über; Stillen schützt daher überwiegend gegen Darminfekte kann aber mit einer Impfung nicht mithalten.

6. Durchgemachte Kinderkrankheiten sind wichtig für die seelische Entwicklung.

In den ersten Lebensjahren sind auch geimpfte Kinder häufig von Infekten wie Erkältungen, Durchfall oder auch Kinderkrankheiten wie Dreitagfieber, Scharlach oder Ringelröteln betroffen. Diese geben dem Kind ausreichend Möglichkeit, daran zu reifen, aber auch sein Immunsystem zu trainieren. Eine Erkrankung Ihres Kindes wird immer dazu führen, dass die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind enger wird, weil es Ihre Fürsorge spürt. Potenziell gefährliche Kinderkrankheiten sind dazu allerdings nicht erforderlich. Schwere Erkrankungen wie Krebs oder ausgeprägtes Asthma führen nachweislich eher zu einer Hemmung der kindlichen Entwicklung.

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