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Zeckenalarm: Braucht Ihr Kind eine FSME-Impfung?

FSME Impfung gegen Zecken

Alle Jahre wieder: Ab dem Frühjahr beißen die Zecken wieder zu, und von allen Seiten sind mahnende Stimmen zu hören, dass nur die Impfung sicheren Schutz bietet. Die Risikogebiete in Deutschland werden zwar immer mehr, doch ist Ihr Kind tatsächlich gefährdet? 

Expertenrat von 

Zecken übertragen Erkrankungen wie die durch Viren ausgelöste FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und die bakteriell bedingte Borreliose. In Deutschland lauert uns vor allem der Holzbock (Ixodes ricinus) auf. Doch bekommt er inzwischen Verstärkung.

Neue Zeckenart vermehrt sich schneller

Der Klimawandel mit seinen eher milden Wintern ist schuld daran, dass in den letzten Jahren immer mehr Zeckenarten in Deutschland heimisch wurden. Dazu zählt beispielsweise die Auwaldzecke, die früher nur in Südeuropa vorkam. Diese Zeckenart vermehrt sich viel schneller als der Holzbock. Bringt dieser es nur auf eine Generation Nachkommen im Jahr, sind es bei der Auwaldzecke in warmen Sommern sogar zwei Generationen.

Zecken erobern Deutschlands Norden

Die Zecken breiten sich – ebenfalls aufgrund des Klimawandels – auch immer weiter nach Norden aus. Zecken brauchen Feuchtigkeit zum Überleben und fühlen sich deshalb in deutschen Laubwäldern besonders wohl. Das wärmere Klima und die Zunahme von Rotwild (einer bei Zecken beliebten „Beute“) haben ihre Verbreitung und Vermehrung begünstigt.

Kinder erkranken leichter an FSME

Und das gilt in zweierlei Hinsicht!

  1. Im Freien spielende Kinder, die sich gerne im Gebüsch verstecken oder auf dem Boden spielen, sind stärker gefährdet als Erwachsene, sich eine Zecke „einzufangen“.
  2. Allerdings sind sie durch FSME weniger gefährdet als Erwachsene: Erkrankt ein Kind an FSME, ist der Verlauf meist leichter, und es treten selten bleibende neurologische Schäden auf.

Die Wahrscheinlichkeit, an FSME zu erkranken, ist relativ gering: Grundsätzlich gilt, dass nur 1 bis 5 Prozent der Zecken in den Risikogebieten das FSME-Virus in sich tragen. Und selbst wenn man von einer FSME-haltigen Zecke gestochen wurde, treten nur bei 10 bis 30 Prozent der Infizierten tatsächlich Beschwerden auf. Die Symptome äußern sich in 90 Prozent der Fälle als so genannte „Sommergrippe“ mit grippalen Beschwerden und Fieber. Nur in 10 Prozent der Fälle kommt es nach einem fieberfreien Intervall von einer Woche zum erneuten Fieberanstieg im Rahmen einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten (in 60 Prozent) oder von Nervenbahnen und -wurzeln (in 30 Prozent). Bei Kindern tritt vorwiegend die weniger gefährliche Hirnhautentzündung (Meningitis) auf. In der Literatur wird nur bei 30 von 1.000 beschriebenen Erkrankungsfällen im Kindesalter über bleibende neurologische Defizite berichtet (epileptische Anfälle, Lähmungen, gestörte Bewegungskoordination, Lernbehinderung, Verhaltensauffälligkeiten). Bei Kindern unter sechs Jahren wurden in Deutschland bisher keine bleibenden Schäden beobachtet. Trotzdem ist eine FSME ein schweres Krankheitsbild; das betreffende Kind muss ins Krankenhaus und eventuell sogar auf der Intensivstation beatmet werden. Es kann Wochen bis Monatedauern, bis neurologische Störungen wie Lähmungen oder epileptische Anfälle sich wieder zurückgebildet haben.

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