Viele Kinder leiden mindestens einmal pro Jahr an Durchfall. Meist handelt es sich dabei um eine Infektion des Magen-Darm-Traktes durch Viren (zu 80 Prozent), seltener durch Bakterien. Der Durchfall dauert üblicherweise drei bis fünf Tage.
Durchfall : Achtung, Ihr Kind könnte austrocknen!
Durchfall und/oder wiederholtes Erbrechen führen immer zu einem Verlust von Flüssigkeit, Salzen und Mineralstoffen. Es kann zu einer Austrocknung (Exsikkose) des Körpers kommen. Besonders gefährdet sind Kinder unter zwei Jahren, bei denen immer ein Besuch beim Kinderarzt erforderlich ist, wenn Durchfall und/oder Erbrechen länger als sechs Stunden anhalten und/oder Zeichen einer Austrocknung erkennbar sind!
Wenn Sie die folgenden Symptome bei Ihrem Kind beobachten, muss es sofort zum Arzt oder in die Klinik:
- trockene Windeln, d. h. kaum Urinproduktion
- trockene Lippen und Mundhöhle
- Hautfalte am Bauch (dazu Haut des Kindes mit Daumen und Zeigefinger fassen und etwas in die Höhe ziehen) verstreicht langsam
- Trinkverweigerung
- tief liegende Augen
- langsamer, seltener Lidschlag
- eingefallene Fontanelle
Wichtigste Maßnahme bei Durchfall: Flüssigkeitsverlust ausgleichen
Um Verluste auszugleichen, sollten Sie Ihrem Kind bei Durchfall und wiederholtem Erbrechen eine orale Rehydratationslösung (ORL) geben. Dabei handelt es sich um ein standardisiertes Gemisch aus verschiedenen Mineralien und Traubenzucker (z. B. Infectodiarrstop ® ORL oder Oralpädon® 240, unterschiedliche Geschmacksrichtungen; 10 Beutel 4,72 €, rezeptfrei in der Apotheke), das Sie in einer bestimmten Menge Wasser oder Tee auflösen und Ihrem Kind anschließend nach Verordnung des Arztes oder Dosierungsanleitung in der Packungsbeilage zu trinken geben.
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Mein Tipp bei Durchfall : |
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Leider schmeckt die ORL unangenehm salzig, deswegen können Sie zur Geschmacksverbesserung etwas Saft dazugeben. Insbesondere wenn Ihr Kind erbricht, sollten Sie die Lösung besser etwas gekühlt und nur teelöffelweise verabreichen, dafür aber alle zwei bis fünf Minuten einen Löffel. |
Gestillte Babys sollten weiterhin Muttermilch bekommen und nach Anweisung des Arztes zusätzlich die ORL.
Alle anderen Kinder erhalten in den ersten vier bis sechs Stunden eine ORL und dürfen dann sofort wieder normal essen, wobei anfangs leichte Speisen zu bevorzugen sind. Lediglich bei Flaschenkindern unter sechs Monaten sollte die Nahrung nach der ORL über 24 bis 36 Stunden nach Anweisung des Arztes langsam wieder aufgebaut werden. Bei Säuglingen über sechs Monaten kann anschließend an die ORL sofort wieder die gewohnte Milchnahrung in normaler Konzentration gefüttert werden.
Achtung, absolut ungeeignet bei Durchfall: Verzichten Sie auf die beliebte Cola-Salzstangen-Diät, denn damit können die verlorenen gegangenen Mineralstoffe nicht in geeigneter Weise ersetzt werden! Cola enthält Koffein und ist schon deswegen für Kinder nicht zu empfehlen. Außerdem verstärkt es den Flüssigkeitsverlust eher. Auch Sportlergetränke wie Isostar sind ungeeignet, da sie zu konzentriert sind. Salzstangen darf Ihr Kind jedoch, wenn es mag, nach einigen Stunden wieder essen.
Wie viel Flüssigkeit braucht Ihr Kind bei Durchfall?
Bei Durchfall und/oder Erbrechen benötigt Ihr Kind besonders viel Flüssigkeit und sollte etwa das anderthalbfache der normalen Trinkmenge zu sich nehmen (siehe Tabelle 1).
Diese Flüssigkeitsmenge sollten Sie auf 5 bis 8 Einzelportionen verteilen. Natürlich darf Ihr Kind auch mehr als die angegebene Flüssigkeitsmenge zu sich nehmen, wenn es das möchte bzw. die Flüssigkeitsverluste durch Durchfall und gleichzeitiges Erbrechen sehr hoch sind!
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Alter |
Gesamt-Trinkmenge |
Trinkmenge pro kf Körpergewicht |
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Säugling in den ersten 12 Lebensmonaten |
0,7 bis 1,5 l |
150 ml |
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Kinder im 2. Lebensjahr |
1,0 bis 1,8 l |
120 bis 150 ml |
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Kinder von 2 bis 4 Jahren |
1,2 bis 2,4 l |
110 bis 150 ml |
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Kinder von 4 bis 6 Jahren |
1,4 bis 2,6 l |
90 bis 130 ml |









Vielen Dank, Frau Dr. Schmelz, für Ihre immerzu "allround"-Versorgung mit allen nötigen Informationen, die man sich gut ausdrucken, oder herausschreiben kann, was für mich neu ist, von den Erkennungszeichen, Trinkmengen je Alter der Kinder bis zur langsam aufbauenden Diät!