Kommentare:
Mandeln raus
© Tatyana Gladskih - Fotolia.com

Mandeloperation: Müssen die Mandeln raus?

Wann macht eine Operation Sinn?

Wenn Ihr Kind immer wieder unter Mandelentzündungen leidet, stellt sich irgendwann die Frage: raus mit den Übeltätern oder nicht? Wann die Operation wirklich Sinn macht, verrät Ihnen dieser Beitrag. 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

Die Gaumenmandeln (umgangssprachlich als Mandeln bezeichnet, medizinisch als Tonsillen) gehören wie die Rachenmandeln (umgangssprachlich als Polypen bezeichnet, medizinisch als Adenoide) zum so genannten lymphatischen Rachenring. Dieser hat die Aufgabe, über Mundhöhle und Nase eindringende Krankheitserreger abzufangen, bevor sie in die unteren Atemwege gelangen. Weil gerade Kinder mit vielen Atemwegsinfekten zu kämpfen haben, sind bei ihnen die Mandeln relativ groß, häufig sogar zu groß.

Bitte beachten Sie: Alle folgenden Aussagen beziehen sich ausschließlich auf die Gaumenmandeln!

Mandeloperation: Je häufiger die Entzündung, desto größer der Nutzen

Bereits im Jahr 1930 machte sich ein Mediziner die Mühe, 1.000 Kinder, denen wegen häufiger Mandelentzündungen die Mandeln entfernt wurden, mehrere Jahre lang zu beobachten. Er kam zu dem Schluss, dass die Entfernung der Mandeln Häufigkeit und Schwere von Halsentzündungen und schmerzhaften Lymphknotenschwellungen verringern konnte. Allerdings hielt der Effekt nur drei Jahre lang an. Bereits im vierten Jahr waren die operierten Kinder wieder genauso häufig krank wie nicht operierte Kinder. Wiederholte Mittelohrentzündungen ließen sich durch die Operation gar nicht bessern – da ist die Entfernung der Polypen sinnvoller. Eine neuere Arbeit aus dem Jahr 2004, in den Niederlanden durchgeführt, verglich bei 250 Kindern im Alter von zwei bis acht Jahren eine kombinierte Entfernung von Mandeln und Polypen mit bloßem Abwarten. Das Ergebnis: weniger schwere Halsentzündungen in den ersten sechs Monaten bei den Operierten, kein Unterschied mehr nach zwei Jahren. Einen länger anhaltenden Nutzen der Mandelentfernung (über zwei Jahre hinaus) fand eine andere Arbeitsgruppe nur dann, wenn die operierten Kinder sieben Mandelentzündungen im vergangenen Jahr oder aber je fünf in den letzten zwei Jahren gehabt hatten und dann jeweils 10 Tage lang mit Penicillin behandelt werden mussten.

Meine Empfehlung für die Gesundheit Ihres Kindes
Eine Mandeloperation macht frühestens dann Sinn, wenn Ihr Kind mindestens drei fieberhafte Mandelentzündungen pro Jahr hat, die antibiotisch behandelt werden müssen. Bei selteneren Halsentzündungen ist der Nutzen gering: Ihr Kind ist bereits nach sechs Monaten wieder genauso häufig krank wie vor der Operation – da können Sie gleich darauf verzichten!
Diesen Artikel weiterlesen?
mehr erfahren...

Als Abonnent von "Gesundheit und Erziehung für mein Kind" zeigen wir Ihnen hier, unter welchen Umständen die Mandeln entfernt bzw. nicht entfernt werden müssen.

Diesen Artikel freischalten

Dies ist ein Premium-Inhalt auf Elternwissen.com, der nur Abonnenten unserer monatlichen Eltern-Ratgeber angezeigt wird.

Wenn Sie diesen Artikel weiterlesen möchten, können Sie hier ein 30-tägiges Test-Abonnement abschließen.

Bitte wählen Sie Ihr Wunsch-Produkt aus:

Sie sind bereits Premium-Mitglied?

Geben Sie hier Ihren Benutzernamen und Passwort ein:

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Mandeloperation: Müssen die Mandeln raus?"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Kinderkrankheiten" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Kinderkrankheiten" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?