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Mädchen mit Rückenschmerzen

Skoliose – Die frühzeitige Erkennung und richtige Behandlung für Ihr Kind

Skoliose richtig behandeln

Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Skoliose kann Ihrem Kind ein Korsett ersparen! Extra: Skoliosetest für zu Hause  

Expertenrat von 

Die Skoliose ist eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule, bei der auch die einzelnen Wirbelkörper um die Längsachse verdreht sind. Die Seitwärtsverbiegung der Wirbelsäule kann Brustwirbelsäule oder Lendenwirbelsäule allein, aber auch beide Abschnitte kombiniert betreffen. In 80 bis 85 Prozent liegt der Skoliose keine erkennbare Ursache wie z. B. eine Knochen- oder Muskelerkrankung zugrunde.Man spricht in diesen Fällen von einer idiopathischen Skoliose. Es gibt jedoch familiäre Häufungen, sodass Erbfaktoren sicher eine Rolle spielen. In Deutschland leiden etwa drei Prozent der Bevölkerung unter einer Skoliose, und gerade Kinder sindhäufiger betroffen, als viele Eltern annehmen. Von der idiopathischen Skoliose sind Mädchen etwa viermal häufiger betroffen als Jungen. Die Skoliose entwickelt sich vor allem in den Zeiten, in denen die Wirbelsäule stark wächst. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass vor allem Säuglinge und Kleinkinder, aber auch Kinder bis 10 Jahre und ganz besonders Jugendliche in der Pubertät gefährdet sind.

Warum Früherkennung und Behandlung von Skoliose bei Ihrem Kind so wichtig ist

Eine Skoliose bereitet in jungen Jahren meist keine Schmerzen, deshalb wird sie leider häufig übersehen! Durch die bei unbehandelter Skoliose über Jahre hinweg bestehende einseitige Belastung der Wirbelsäule treten im Erwachsenenalter infolge der Abnutzungserscheinungen an Bandscheiben und Wirbelkörpern nicht selten starke Schmerzen auf. Während des Wachstums (also bis etwa zum 20. Lebensjahr) kann sich eine Skoliose rapide verschlechtern. Ist das Wachstum abgeschlossen, lässt sich die Wirbelsäulenverkrümmung kaum noch verändern, sodass eine Besserung der Verkrümmung nur noch durch eine Operation erreicht werden kann. Wird die Skoliose frühzeitig erkannt, lässt sich eine Verschlechterung vermeiden und die bestehende Verkrümmung kann bei Säuglingen oft völlig rückgängig gemacht werden, während sie bei größeren Kindern zum Teil noch gebessert werden kann.

So erkennen Sie eine Skoliose bei Ihrem Kind

Haben Sie den Verdacht, dass bei Ihrem Kind mit dem Rücken etwas nicht stimmt, gibt es bereits Verwandte mit Skoliose oder hat unser Test Hinweise auf eine Skoliose ergeben, sollten Sie unbedingt

Ihren Kinderarzt oder einen Orthopäden aufsuchen! Eltern können schon bei einem Säugling einen einfachen Skoliose-Test durchführen.

1. Legen Sie Ihr Baby nackt auf den Bauch, z. B. auf der Wickelauflage (Handtuch unterlegen, sonst „klebt“ eventuell die Haut fest).Halten Sie Ihr Kind mit einer Hand im Bereich der Schultern fest und fassen Sie es mit der anderen Hand im Bereich der Fußknöchel.

2. Bewegen Sie nun die Füße einmal vorsichtig nach links seitlich bzw. rechts seitlich, wobei Körper und Beine auf der Wickelauflage bleiben müssen und sich nicht verdrehen dürfen. Im Normalfall krümmt sich die Wirbelsäule dabei zu einem gleichmäßigen Bogen. Blockiert die Wirbelsäule und bleibt gerade, sodass nur die Beine die Bewegung mitmachen, liegt eine Säuglingsskoliose (häufiger bei Bewegung der Füße nach links!) vor.

Welche Behandlung wendet man bei Skoliose an?

Zur Sicherung der Diagnose wird eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule angefertigt und der so genannte Krümmungswinkel nach Cobb gemessen. Beträgt dieser 10 Grad oder mehr, ist die Skoliose behandlungsbedürftig. Bei einem Krümmungswinkel bis 20 Grad ist Krankengymnastik ausreichend. Am besten suchen Sie sich einen Krankengymnasten, der eine spezielle Skoliose-Behandlung nach der Methode Lehnert-Schroth oder die Brügger-Therapie beherrscht. Bei Krümmungswinkeln von mehr als 20 Grad ist oft auch eine zusätzliche Korsettbehandlung erforderlich. Das individuell angefertigte Korsett muss das Kind Tag und Nacht tragen. Bei Krümmungswinkeln über 50 Grad ist meist eine operative Behandlung erforderlich. In über 90 Prozent der Fälle kann Kindern bei rechtzeitiger Erkennung der Skoliose mit alleiniger Krankengymnastik geholfen und das Korsett erspart werden. Wichtig sind in jedem Fall vierteljährliche Kontrolluntersuchungen, um die oft rasch zunehmenden Verschlechterungen bei Kindern rechtzeitig zu erkennen!

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Kommentare zu "Skoliose – Die frühzeitige Erkennung und richtige Behandlung für Ihr Kind"

  • Anonym schreibt am 31.12.2011

    Zu dem Absatz „So erkennen Sie eine Skoliose bei Ihrem Kind“ habe ich eine wichtige Anmerkung: Hier wird ein Skoliosetest bei Säuglingen beschrieben. In dem Alter wird jedoch meist die eher selten vorkommende kongenitale (angeborene) Skoliose diagnostiziert. Die meisten Skoliosen (idipathischen Ursprungs) manifestieren sich in dem Alter zwischen dem 10 Lebensjahr und dem Wachstumsabschluss (Mädchen sind etwa viermal häufiger betroffen als Jungen). Vor diesem Hintergrund wäre es sinnvoll den im Kindes- und Jugendalter durchzuführenden Vorneigetest zu empfehlen.

    Der VORNEIGETEST(auch Adamstest genannt) - das ist die einfachste Möglichkeit, zu erkennen, ob eine beginnende Skoliose vorliegt. Dabei beugt sich das Kind mit nacktem Oberkörper vornüber, während man seinen Rücken von der Seite in Augenschein nimmt. Scheinen die Wölbungen im Brust/Schulterbereich links und rechts symmetrisch zu sein, gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Ist jedoch eine Seite deutlich flacher bzw. runder als die andere, könnte eine beginnende Skoliose vorliegen.

    Für die betroffenen Kinder und Jugendliche ist die frühzeitige Diagnose sehr entscheidend. Denn je früher eine Skoliose entdeckt und behandelt wird, desto schonender und erfolgsversprechender ist die Therapie.
    Ausführliche Informationen finden Eltern z.B. auf der Webseite des Skolinale e.V. unter http://skolinale.de/skoliose/untersuchung-diagnose/vorneigetest/
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