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Kind mit Schnupfen

So vermeiden Sie Schnupfen und andere Infekte

Dem Schnupfen vorbeugen

Händewaschen hilft – antibakterielle Haushaltsreiniger hingegen nicht. Und zu viel Hygiene fördert Allergien. Lesen Sie hier, was wirklich gut gegen Schnupfen und Infekte schützt.  

Expertenrat von 

Gleich vorweg: Wenn Ihr Kind soeben in den Kindergarten oder in die Kinderkrippe gekommen ist, lassen sich Infekte wie Schnupfen selbst mit den sinnvollsten Methoden nicht vermeiden. Doch so manche vorbeugende Maßnahme lohnt sich trotzdem, weil sich so der Schnupfen und die Infekthäufigkeit in Studien senken ließ und kein großer Aufwand damit verbunden ist.

Infektauslöser: So schnell kann sich ein Schnupfen verbreiten

Es ist schon erstaunlich, was Forscher so alles anstellen, um herauszufinden, wie sich Schnupfenviren verbreiten. In einem Experiment mit gesunden Studenten wurde ein Schnupfenträger in eine Partygesellschaft eingeschleust. Der Nasenschleim des Erkrankten war mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit markiert, die den Schleim bei Bestrahlung mit einer Speziallampe sichtbar werden ließ. Schon nach wenigen Stunden waren das gesamte Essen und die Nasen fast aller Partygäste mit dem leuchtenden Schleim bedeckt. Eigentlich kein Wunder, denn beim Niesen wird der Schleim mitsamt den Viren bis zu 160 Stundenkilometer schnell und bis zu vier Meter weit aus der Nase geschleudert. Zudem fasste sich in diesem Experiment jeder Dritte mindestens einmal pro Stunde ins Gesicht bzw. an die Nase und verteilte die Keime dort. Und weil schon 10 bis 30 Schnupfenviren in der Nase genügen, um einen Schnupfen bzw. eine Erkältung auszulösen, hat man sich den fiesen Schnupfen schnell eingefangen, selbst wenn man über ein gesundes Immunsystem verfügt. Nach acht bis zwölf Stunden setzen dann die ersten Erkältungssymptome ein.

Händewaschen hilft Schnupfen und andere Infekte zu vermeiden

Wie Studien zeigten, können Schnupfenviren auf den Händen mehrere Stunden überleben. Reibt man sich mit verkeimten Fingern dann Augen oder Nase, gelangen die Erreger über die Tränenkanäle oder direkt auf die Nasenschleimhaut. Doch auch auf Lichtschaltern, Türgriffen,WC Spültasten oder in der Luft können Schnupfenviren problemlos drei Stunden überleben. Deswegen ist häufiges Händewaschen das effektivste Mittel gegen Schnupfen. Zu diesem Ergebnis kam auch ein Wissenschaftler-Team um John Oxford von der Queen Mary’s School of Medicine, das unterschiedliche Maßnahmen zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten unter die Lupe genommen hatte. Die zweitbeste Maßnahme war die häufige und gründliche Reinigung aller Gegenstände, die von vielen verschiedenen Menschen angefasst werden. Darauf können Sie jedoch kaum Einfluss nehmen. Dass einfaches Händewaschen mit Wasser und normaler Seife gegen Schnupfen wirklich etwas bringt, belegen zwei weitere Studien: Bei amerikanischen Rekruten in einem Traininglager ging die Häufigkeit von Atemwegserkrankungen mit Schnupfen und Husten fast um die Hälfte zurück, als sich die Soldaten mindestens 5-mal täglich die Hände wuschen. In den Elendsvierteln von Karachi in Pakistan wurden 906 Familien mit insgesamt 4.691 Kindern in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe wurde mit einer Wasch- und Badeanleitung versorgt und erhielt normale Seife. Die zweite bekam neben der Anleitung antibakterielle Seife. Für die dritte Gruppe gab es weder Anleitung noch Seife, sondern nur Literatur zum Thema Hygiene. Alle Familien wurden ein Jahr lang wöchentlich besucht. Dabei zeigte sich, dass in den ersten beiden Gruppen 50 Prozent weniger Lungenentzündungen, 53 Prozent weniger Durchfallerkrankungen und 34 Prozent weniger Hautinfektionen auftraten als in der dritten Gruppe, die keine Seife erhalten hatte. Es machte bei der Infektionsvorbeugung keinen Unterschied, ob normale oder antibakterielle Seife verwendet wurde. Übrigens: Schmusen und Küssen sind bei Schnupfen erlaubt! Verschnupfte Studenten küssten zu wissenschaftlichen Zwecken gesunde Kommilitoninnen. Erstaunlich: Von 16 Geküssten steckte sich nur einer an.Vermutlich gelangen die Schnupfenviren beim Küssen mit dem Speichel in den Magen, wo ihnen die Magensäure den Garaus macht.

Auch antibakterielle Haushaltsreiniger helfen nicht gegen Schnupfen und andere Infekte

Dass antibakterielle Produkte nicht nur in Form von Seife, sondern auch bei der Reinigung im Haushalt nichts bringen, zeigte eine amerikanische Studie, die von der Columbia University in New York durchgeführt wurde. 238 Haushalte in den USA nahmen an der Studie teil, von denen die eine Hälfte antibakterielle Reinigungsmittel erhielt und die andere Hälfte als Kontrollgruppe normale Reiniger verwendete. Durch eine neutrale Verpackung wussten die Familien nicht, welche Mittel sie für die Dauer von 48 Wochen anwendeten. In beiden Gruppen gab es im Studienzeitraum annähernd gleich häufig Infektionskrankheiten wie Schnupfen, fieberhafte Erkältungen oder Durchfälle.

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