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U-Untersuchungen
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U-Untersuchungen - Eine Übersicht

Eine Übersicht der Vorsorgeuntersuchungen vom Baby bis zum Teenager

Vor der Geburt wird die Schwangere vom Frauenarzt betreut, der nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch die des Babys überwacht. Vom Zeitpunkt der Geburt an, wird die Gesundheit des Baby bis ins Teenager-Alter in sogenannten U-Untersuchungen bzw. J-Untersuchungen in regelmäßigen Intervallen abgecheckt. Welche Vorsorgeuntersuchungen das sind und was untersucht wird, erfahren Sie hier. 

Expertenrat von 
Ingrid Neufeld, Erzieherin

Wenn die Schwangerschaft glücklich hinter Ihnen liegt, dann ist die Freude riesig, wenn Sie als Eltern ein gesundes kleines Baby in die Arme schließen können. Sie bekommen gar nicht genug von dem winzigen  Krümel. Immer wieder schauen Sie den kleinen Wurm an  und  wollen sich mit eigenen Augen davon überzeugen, dass „auch alles dran“ ist.

Damit Ihr Baby gesund bleibt und sich gesund entwickeln kann, sind verschiedene Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen, die Ihnen als Eltern Gewissheit geben, dass alles „im grünen Bereich“ ist und mit denen, wenn sich doch Abweichungen ergeben, gleich eventuelle Behandlungen einleiten lassen.

Gleich bei der Geburt Ihres Babys erhalten Sie als Eltern ein kleines gelbes Untersuchungsheft, in das die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen eingetragen werden. Sie können selbst sehen, wie sich Ihr Baby entwickelt.  Das Untersuchungsheft müssen Sie bei jeder Untersuchung mitbringen. Es ist mehr als nur ein Nachweis über die erfolgten Untersuchungen und deren Ergebnisse. Es ist ein Dokument. In manchen Bundesländern müssen Sie das Untersuchungsheft bei der Anmeldung für einen Kindergartenplatz vorlegen. Sie erhalten sonst keinen Platz.

Das sind die Vorsorgeuntersuchungen für Ihr Kind:

 U1 – Die allererste Untersuchung des neugeborenen Babys

Arzt und Hebamme untersuchen die Lebensfunktionen des Säuglings nach dem APGAR-Score. Sie schauen sich den Allgemeinzustand an und stellen Gewicht und Größe des Babys fest. Eventuell erkennbare Fehlbildungen werden ausgeschlossen und der Sauerstoffgehalt des Nabelschnurbluts wird gemessen. Um einer eventuellen Unterversorgung  vorzubeugen, bekommt das Kind Vitamin-K-Tropfen. So können gefährliche innere Blutungen gar nicht erst entstehen.

U2 – Die zweite Untersuchung, die noch im Krankenhaus durchgeführt wird

Zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag erfolgt diese Untersuchung. Da sich die Mutter meist noch im Krankenhaus  befindet, wird die Untersuchung dort vorgenommen. Bei einer ambulanten Entbindung, oder einer Hausgeburt wird das Baby dem Kinderarzt vorgestellt. Diese Untersuchung ist etwas intensiver, alle Organe und Reflexe werden genauer unter die Lupe genommen. Das Kind erhält noch einmal Vitamin-K. Der Arzt gibt Empfehlungen zur Rachitis- und Fluoridprophylaxe, zum Stillen und allgemeinen möglichen Komplikationen, wie zur Vorbeugung eines plötzlichen Kindstods. Aus der Ferse wird Blut entnommen, um Stoffwechselerkrankungen auszuschließen.

U3 - zwischen 4. und 5. Lebenswoche

Mutter und Kind sind wieder zu Hause und suchen zum ersten Mal den Kinderarzt auf. Der untersucht die Sinnesorgane, den Zustand der Haut bezüglich einer eventuellen Gelbsucht. Fehlstellungen der Hüfte können im Ultraschall erkannt werden. Der Kinderarzt informiert über mögliche Impfungen und trägt Gewicht und Größe in das Untersuchungsheft ein.

U4- das Baby wird erstmalig geimpft

Der Termin erfolgt im 3. Bis 4. Lebensmonat. Außer der Impfung steht eine Untersuchung des Allgemeinzustands an. Seh- und Hörvermögen wird ebenso getestet wie die Motorik.

U5 - Untersuchung zwischen dem 6. und 7. Lebensmonat

Bei vielen Kindern brechen jetzt die ersten Zähnchen durch. Deshalb gibt der Arzt Tipps dazu. Die körperliche Entwicklung wird auch bei dieser Untersuchung  unter die Lupe genommen. Manche Mütter stillen jetzt ab. Deshalb bespricht der Arzt Ernährungsfragen. Die Sinnesorgane werden getestet.

U6 – zwischen 10. Und 12. Lebensjahr

Die Lautentwicklung ist besonderes Thema dieser Untersuchung. Wie sieht es mit Seh- und Hörvermögen aus und wie mit der Lautverdoppelung. Doch auch Motorik und Koordination werden getestet. Außerdem erhält das Baby weitere Impfungen.

U7 – zwischen 21. Und 24. Lebensmonat

Jetzt ist aus dem Baby schon ein Kleinkind geworden. Grund um die geistige und körperliche Entwicklung umfassend abzuchecken. Die Sinnesorgane werden kontrolliert, genauso wie Motorik, sprachliches Verständnis und eigenes Anwenden. Die Mutter kann sich über Probleme aussprechen und erhält Ratschläge bezüglich Durchschlafen, oder bei Allergien. Impfungen werden ebenfalls verabreicht.

U7a – zwischen 34. Und 36. Lebensmonat

Diese Untersuchung gibt es erst seit 2008 und soll nun bei den Dreijährigen möglichen Handlungsbedarf bei eventuellen Fehlentwicklungen aufzeigen. Die Sinnesentwicklung steht im Vordergrund, sowie die sprachlichen Fähigkeiten. Ernährungsfragen werden besprochen und die Gewichtsentwicklung beobachtet.

U8 – zwischen 46. Und 48. Lebensmonat

Aus dem Baby ist längst ein richtiges Kind geworden. Motorik und Sprachentwicklung werden getestet. Auch Augen und Ohren stehen im Focus. Ergänzend dazu wird das allgemeine Sozialverhalten besprochen.

U-9 - zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat

Es geht auf den Schuleintritt zu. Deshalb ist neben der  körperlichen  und geistigen Entwicklung auch das Sozialverhalten ein wichtiges Thema. Wenn das Kind in seiner Entwicklung Defizite hat, besteht jetzt noch die Möglichkeit für eine Therapie vor Schuleintritt.

U10 – zwischen dem 7. Und 8. Lebensjahr

Jetzt geht es außer um gesundheitliche Fragen auch um Störungen wie Legasthenie, oder Rechenschwäche. Auch andere Störungen wie ADHS sind Thema dieser Untersuchung. Die U10 wird nicht üblicherweise von den Krankenkassen übernommen, aber von den Kinderärzten empfohlen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob sie die Kosten trägt.

U11 -  zwischen dem 9. und 10. Lebensjahr

Auch diese Untersuchung gehört nicht zu den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen. Aber auch hier können Schulleistungsstörungen erkannt werden. Sie als Eltern erhalten Hilfe bei Verhaltensstörungen. Außerdem werden Zahnfehlstellungen untersucht und Mund- und Kieferanomalien überprüft.

J1 –zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr

Diese Untersuchung gibt es seit 1998 und umfasst eine gründliche Untersuchung des jungen Menschen. Fehlende Impfungen können jetzt nachgeholt werden. Aber auch jugendspezifische Fragen wie Pubertät, Sex und Liebe werden besprochen. Genauso informiert der Arzt über Drogen, Rauchen und Alkohol.

J12- zwischen 17 und 18 Jahren

Pubertäts- und Sexualitätsstörungen können erkannt und behandelt werden. Es geht um einen Rund-um-Gesundheitscheck und viele individuelle Fragen um das Erwachsenwerden, von der Sexualität bis hin zur Berufswahl. Bei den Jugenduntersuchungen benötigt der Heranwachsende keine elterliche Begleitung.

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