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Milch für das Baby
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Muttermilch aus dem Internet? Besser Finger weg!

Risiko durch fremde Muttermilch

Eine neue Internetseite will Frauen zusammenbringen, die Muttermilch verkaufen bzw. kaufen wollen. Auf den ersten Blick klingt dies nach einer guten Idee. Warum Sie dennoch von diesem und ähnlichen Angeboten die Finger lassen sollten? Ich erkläre es Ihnen. 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

In vergangenen Jahrhunderten war es üblich, Kinder einer Amme zum Stillen zu geben. Anfang des 20. Jahrhunderts dann wurden die ersten Milchbanken gegründet. Hier konnten Frauen, die zu viel Milch hatten, ihre Milch abgeben und diese wurde weitergereicht an Frauen, die nicht stillen konnten, aber wollten. Nach dem zweiten Weltkrieg schlossen in Westdeutschland nach und nach diese Milchbanken, in der DDR aber wurden sie weiterbetrieben und sammelten bis zu 200.000 Liter Muttermilch pro Jahr. Seit der Wende gibt es nur noch wenige Muttermilchbanken, zum Beispiel in Frankfurt. Mit der Milch werden vor allem Frühchen versorgt. Die Milch, die gesammelt wird, unterliegt strengen Kriterien. So dürfen die spendenden Frauen nicht rauchen, keinen Alkohol trinken, ihr Blut wird auf Krankheiten untersucht und auch die gespendete Milch wird getestet, damit alles hygienisch und gesund abläuft.

Muttermilchbörse im Internet

Aber es gibt natürlich nicht nur in Frankfurt Frauen, die deutlich mehr Milch haben, als ihr Kind eigentlich braucht. Und andersherum gibt es genügend Frauen, die gerne stillen würden, aber keine Milch produzieren. Um beide zusammenzubringen, gibt es im Internet eine Muttermilchbörse. Sie soll helfen, dass Mütter zum einen ihre Milch anbieten können, zum anderen Müttern die Möglichkeit geben, Milch zu kaufen. Auf den ersten Blick scheint dies eine sehr gute Idee zu sein.

Fremde Muttermilch für Ihr Neugeborenes: Reicht Vertrauen wirklich aus?

Allerdings hat diese Muttermilchbörse einen sehr großen Nachteil: Sie funktioniert auf Vertrauensbasis. Sie wissen gar nicht, wer Ihnen die Milch anbietet und welche Qualität diese Milch hat. Wie wollen Sie zum Beispiel sicher gehen, dass die Frau, die Ihnen die Milch verkauft, keinen Alkohol trinkt? Oder, schlimmer noch, diejenige, die die Milch verkauft, könnte an Hepatitis oder HIV erkrankt sein. Hier hilft Ihnen auch nicht weiter, wenn die Verkäuferin Ihnen anbietet, Ihnen eine Kopie ihres Mutterpasses zuzusenden. Denn auf solche Krankheiten hin werden zwar in der Schwangerschaft Untersuchungen durchgeführt. HIV aber wird zum Beispiel nicht im Mutterpass eingetragen.

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