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Gemüse selbst züchten
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Selbstgezüchtetes Gemüse: Gesund oder gefährlich

Gesundes Essen für Kinder

Gemüse, das im eigenen Garten gezüchtet wurde, gilt als Inbegriff gesunder Ernährung und Umweltfreundlichkeit, weiß man doch, wie man selbst das Gemüse gezüchtet hat – ob mit oder ohne Pestizide. Regionaler geht’s zudem kaum. Doch ist es wirklich so gesund für Sie und Ihr Kind? 

Expertenrat von 
Dr. Martina Hahn-Hübner, Gesundheits-Expertin, Medizinjournalistin

Selbstgezüchtetes Gemüse: ein umweltfreundlicher, gesunder Trend

Überaus regional und daher umweltfreundlich. Außerdem bestimmen Sie, welche Produkte zum Schutz der Pflanzen benutzt werden – dies sind die zwei häufigsten Gründe, warum Gemüse, das selbst im eigenen Garten gezüchtet wurde, als so gesund gilt.

Da wundert es nicht, dass der Trend des Urban Gardening auch in die Großstädte eingezogen ist. Es ist nicht nur hip, sondern auch gesund. Viele Eltern schwören auf selbstgezüchtetes Gemüse als Basiszutaten für gesundes Essen für Kinder oder selbstgemachte Babybreis. Zu Recht, oder?

Wie gesund ist selbstgezüchtetes Gemüse wirklich?

Haben Sie einen eigenen Garten, dann bietet es sich ja an, dort Obst und Gemüse für Ihre Familie anzubauen. So ernten Sie garantiert gesündere Lebensmittel, als wenn Sie die Ware aus dem Supermarkt kaufen – das ist zumindest die landläufige Meinung.

Doch falsch gedacht – das ist das überraschende Ergebnis einer Labor-Analyse des NDR. Die Reporter hatten für die Recherchen zu einer Sendung sieben Kopfsalate in Supermärkten und Discountern eingekauft und zusammen mit fünf Salaten aus unterschiedlichen Kleingärten rund um Hamburg ins Labor geschickt.

Gekauftes Gemüse ist gesünder als selbstgezüchtetes Gemüse

Das Ergebnis erstaunte. Die Salate aus den Geschäften waren nur sehr gering mit Schwermetallen und Pestiziden belastet. Keiner überschritt die EU-Grenzwerte. Anders sah es dagegen mit den selbstgezogenen Salaten aus. Sie waren zum Großteil so stark mit Schwermetallen verseucht, dass sie nicht hätten verkauft werden dürfen. Besonders hoch war die Bleibelastung. Ein Salat aus dem Handel darf maximal 0,3 Milligramm Blei pro Kilogramm Ware enthalten. In den selbstgezogenen Salaten wurde dieser Wert in drei von fünf Fällen deutlich überschritten, einmal sogar um das achtzehnfache. Auf Dauer kann es durch eine so hohe Bleiaufnahme zu Nieren- oder Leberschäden kommen.

Verzichten Sie insbesondere in der Stadt auf selbstgezüchtetes Gemüse!

So schade es ist: Vor allem, wenn Sie in der Großstadt oder an stark befahrenen Straßen wohnen, sollten Sie auf den Obst- und Gemüseanbau eher verzichten, um besonders den Organismus Ihrer Kinder nicht zu vielen Schwermetallen und Schadstoffen auszusetzen. Hier bietet sich dann nur an, dass Sie eine Tomatenpflanze oder auch Kräuter im Topf auf der Fensterbank aufziehen, um Ihrem Kind das „Erlebnis Gärtnern“ näher zu bringen.

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Kommentare zu "Selbstgezüchtetes Gemüse: Gesund oder gefährlich"

  • Doris schreibt am 28.01.2015

    Selbstverständlich ist, dass das Gemüse im eigenen Garten biologisch angebaut wurde. Leider wird in vielen Kleingarten zu viel chemisch gedüngt und auch gespritzt.
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