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Haltungsschäden beim Kind vermeiden
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10 Tipps gegen Haltungsschäden

Haltungsschäden im Kindesalter vermeiden

Schlappe Muskeln und eine krumme Haltung bei Schulkindern sehen Eltern und Lehrer jeden Tag: Die Langzeitfolgen wie Rückenschmerzen und Frühverrentung beschäftigen Krankenkassen immer mehr. Kein Wunder, denn fehlende Bewegung und das stundenlange Sitzen vor dem Schreibtisch begünstigen Haltungsschäden. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Wenn Sie Ihr Kind aufmerksam beobachten, werden Sie im Alltag viele Möglichkeiten erkennen, um seine Haltung zu verbessern. Grundsätzlich gilt, dass fast jede Form von Bewegung für Ihr Kind gut ist. Vermeiden sollten Sie nur zu starke Belastungen und Überforderungen.

Tipps gegen Haltungsschäden

  1. Die richtige Schultasche stützt den Rücken

    Nicht nur das Gewicht (10% vom Körpergewicht) der Schultasche, sondern auch ihre Form ist entscheidend für die Rückengesundheit. Eine einseitige Belastung muss vermieden werden. Taschen, die Ihr Kind in der Hand trägt, oder auch Trolleys, die es hinter sich her zieht, sind ungeeignet.
    Mit einem leichten Schulranzen mit verstärktem Rückenteil, wenigen Innenfächern und reflektierenden Komponenten ist Ihr Kind optimal versorgt.
  2. Mit Gymnastik den Rücken stärken und Haltungsschäden vermeiden

    Nur durch Übungen bleibt die Körpermuskulatur stark und kräftig. Bevor Ihr Kind – noch müde – direkt vom Bett an den Frühstückstisch schleicht, können Sie den Tag mit einer kleinen Gymnastik beginnen. Lassen Sie es ins Bad hüpfen, beim Zähneputzen den Oberkörper abwechselnd nach links und nach rechts beugen oder vor dem ersten Glas Milch die Fußspitzen mit den Fingern berühren.
  1. Stellen Sie den Wecker für Sitzkönige

    Unterbrechen Sie jede sitzende Tätigkeit nach maximal 60 Minuten, und fordern Sie Ihr Kind auf, sich zu bewegen. Ein Wecker kann dabei gute Hilfe leisten. Beim Lesen, bei den Hausaufgaben, beim Puzzeln oder beim Spielen mit Bausteinen vergessen Kinder häufig, sich genug zu bewegen. Mit kleinen Bewegungspausen halten sie ihre Muskeln und Gelenke geschmeidig. Sie können beispielsweise beim Sitzen mit den Beinen strampeln wie ein Radfahrer oder beide Arme hoch hinaufstrecken, als ob sie Äpfel pflücken würden.

  1. Kinderrücken brauchen Kindermöbel, um Haltungsschäden zu vermeiden

    Ihr Kind sollte seine Hausaufgaben an einem eigenen Schreibtisch machen, der seiner Größe angepasst ist. Beim Sitzen mit aufgerichtetem Rücken und leicht auseinandergestellten Beinen sollen beide Füße mit der ganzen Sohle den Boden berühren.
  1. Aufrecht sitzen: Gute Stühle sind gut für den Rücken

    Eine Rückenlehne hilft, gerade zu sitzen. Das gilt nicht nur beim Arbeiten am Schreibtisch, sondern auch beim gemütlichen Lesen auf einem Sessel. Am besten ist es, wenn Ihr Kind den Kopf aufrecht hält, das Brustbein leicht anhebt, sein Becken leicht nach vorne kippt, die Oberschenkel ein wenig spreizt und seine Füße leicht nach außen stellt.
  2. Richtiges Bücken und Tragen üben

    Auch Kinder bücken sich häufig falsch, zum Beispiel wenn sie einen Ball aufheben oder eine Kiste tragen. Anstatt den Rücken durchzubiegen, sollten sie besser locker in die Knie gehen. So wird die Wirbelsäule entlastet. Schwere Lasten sollten entweder gar nicht oder zu zweit getragen werden. Wichtig ist es auch, beide Körperhälften gleichmäßig zu belasten, um Haltungsschäden zu verhindern.
  3. Wie der Familienhund bei Haltungsschäden helfen kann

    Ein Hund ist fast schon eine Garantie dafür, dass die gesamte Familie in Bewegung kommt. Dabei muss es nicht immer der eigene sein. Vielleicht gibt es in der Nachbarschaft einen Hundebesitzer, der sich freut, wenn sein „Bello“ am Nachmittag mit Ihrem Kind spazierengeht.

  1. Schlanke Kinder haben weniger Rückenprobleme

    Achten Sie auf eine gesunde Ernährung Ihres Kindes, denn Übergewicht ist ein wichtiger Faktor bei der Ausprägung von Haltungsschäden. Obst und Gemüse gehören jeden Tag auf den Speiseplan. Aber auch ausreichend Schlaf, weniger Fernsehen und viel Bewegung beugen Haltungsproblemen vor.
  2. Eltern sind Vorbild beim Thema Körperhaltung

    Ein gesunder und bewusster Umgang mit dem eigenen Körper bei den Eltern ist für viele Kinder ein Grund, sich mehr zu bewegen und gesund zu ernähren. Bis zur Pubertät sind die eigenen Eltern noch vor den Freunden oder Verwandten in fast allen Lebenssituationen das wichtigste Vorbild.
  3. Zeigen Sie Ihrem Kind, warum eine gute Haltung so wichtig ist

    Ermahnen Sie Ihr Kind nicht einfach zu einer guten Haltung, sondern erklären Sie ihm, warum das so wichtig ist: „Deine Wirbelsäule hält dich aufrecht. Wenn du sie lange Zeit falsch belastet, kann sie verkümmern. Ein Rundrücken, Hohlrücken und seitliche Verkrümmungen können die Folge sein und das tut sehr weh.“

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