Schulranzen packen: So vermeiden Sie Rückenschmerzen bei Ihrem Kind

Im Handel gibt es verschiedene Schulranzen-Modelle, die das tägliche Tragen erleichtern und den Kinderrücken schonen sollen. Leider sieht die Praxis oft anders aus: Die Kinder tragen viel zu schwere Schultaschen, die Träger werden verstellt, und der Ranzen sitzt im Lendenbereich. Das führt dazu, dass jedes zweite Grundschulkind eine Haltungsstörung hat und 48 Prozent der Viertklässler über Rückenschmerzen klagen. Ersparen Sie Ihrem Kind diese Probleme und beherzigen Sie die Tipps, die ich für Sie zusammengestellt habe 

Inhaltsverzeichnis

Brennpunkt Schule

Ist das Gewicht falsch verteilt, zieht der Ranzen Ihr Kind nach hinten, und es beugt sich automatisch nach vorne. Deshalb gehören Schulbücher, Ordner oder Schuber für Hefte in das hintere Fach. Hefte, Arbeitsblätter und das Federmäppchen in den vorderen Bereich – außerdem Schere, Klebstoff und Zirkel, sofern sie nicht in der Schule deponiert werden.

Regel 2: Ranzen-Gewicht entspricht maximal 12 bis 15 % des Körpergewichts

Lassen Sie Ihr Kind gleich einmal seinen Schulranzen holen, und stellen Sie ihn auf die Waage. Entspricht das Gewicht in etwa den Richtwerten, oder läuft auch Ihr Kind jeden Tag mit einem viel zu schweren Schulranzen zur Schule?

Körpergewicht des KindesMaximales Ranzen-Gewicht

(Eigengewicht+Inhalt)
18 bis 23 kg2,2 bis 2,8 kg
24 bis 28 kg2,9 bis 3,4 kg
29 bis 33 kg3,5 bis 4,0 kg
34 bis 38 kg4,1 bis 4,6 kg
39 bis 43 kg4,7 bis 5,2 kg
34 bis 48 kg5,3 bis 5,8 kg
49 bis 53 kg5,9 bis 6,4 kg
54 bis 58 kg6,5 bis 7,0 kg

Achten Sie darauf, ob Ihr Kind über Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Fingern klagt, ob es sich beim Tragen des Ranzens stark nach vorne oder hinten neigt und ob es es allein fast nicht schafft, seinen Ranzen auf den Rücken zu heben.

Mein Tipp! Ein Schulranzen hat zwar ein höheres Eigengewicht (1 bis 1,5 kg) als ein hipper Rucksack, allerdings sollten Sie bei einem Grundschulkind auf keinen Fall darauf verzichten. Der Ranzen hat eine höhere Eigenstabilität, eine bessere Polsterung, außerdem bekommen Hefte und Bücher darin nicht so schnell Eselsohren

Regel 3: Unnötiges bleibt zu Hause

Immer wieder holen meine Schüler vor der Pause Freundschaftsbücher, Poesiealben, Schlüsselanhänger oder Sammelkarten heraus. Diese Dinge machen den Schulranzen unnötig schwer. Das Federmäppchen, eine Brotdose und gegebenenfalls eine Trinkflasche (sofern Ihr Kind nicht in der Schule Mineralwasser oder Schulmilch erhält) müssen aber täglich mit

Mein Tipp! Überlassen Sie Ihrem Kind weitestgehend selbst, wie es seinen Schulranzen packt. Kontrollieren Sie aber regelmäßig gemeinsam, welche Dinge herauskönnen. Meine Tochter befördert beispielsweise häufig einen Stapel Malvorlagen zutage, die sie in der Hausaufgabenbetreuung ausmalt, dann aber auszupacken vergisst. Ab und zu verliert sich auch ein vergessener Elternbrief darin.

Regel 4: Stundenplan beachten

Bringen Sie Ihrem Kind bei, direkt nach den Hausaufgaben, jedoch spätestens am Abend anhand seines Stundenplans zu überprüfen, welche Hefte, Bücher und Arbeitsmaterialien es für den nächsten Schultag einpacken muss. Das verhindert nebenbei hektisches Suchen benötigter Dinge am frühen Morgen. Nur die Brotdose sollte dann noch eingepackt werden.

Mein Tipp! Legen Sie einen speziellen Platz in Ihrer Wohnung fest, an dem Ihr Kind seine gerade nicht benötigten Schulbücher und Hefte lagert. So werden die Schulsachen nicht wild verstreut und schnell wiedergefunden.

Tipps vom Orthopäden

Ein zu schwerer oder falsch getragener Schulranzen schädigt die wachsende Wirbelsäule (seitliche Verbiegung) Ihres Kindes, führt zu einer schlechten Körperhaltung (Rückenverkrümmung oder Hohlkreuz) und beeinträchtigt seine Atmung. Achten Sie auf die folgenden drei Expertentipps.

1. Tragegurte richtig einstellen

Der Ranzen Ihres Kindes sollte waagrecht mit den Schultern abschließen, die Unterkante liegt idealerweise auf Höhe der Hüften und der Ranzen sollte möglichst nah am Rücken anliegen. Sollten sich die Gurte durch Laufen oder Hüpfen gelockert haben, muss Ihr Kind sie unbedingt nachziehen.

2. Ranzen richtig tragen

Bis zum Alter von 13 Jahren sollte Ihr Kind seinen Schulranzen grundsätzlich auf dem Rücken und nicht einhändig in der Hand tragen. Beide Tragegurte sind anzulegen. Sie sollten links und rechts gleichmäßig straff gezogen sein. Wenn nicht vorhanden, bringen Sie eine Polsterung an den Tragegurten an, um den Druck abzufedern.

3. Richtiges Heben

Ihr Kind kann Druck auf die Lendenwirbelsäule vermeiden, wenn es seinen Ranzen nicht mit gedrehter oder gebeugter Wirbelsäule anhebt.