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Junge Mutter und Tochter bei Yoga Übungen
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Trendsport Kinder Yoga

Sinnvoll oder sinnlos?

Wir als die Eltern wissen: Kinder werden heutzutage in der Schule stark gefordert, haben viele Hausaufgaben und jede Menge Hobbys. Bleibt kaum Zeit zum Entspannen (oder „chillen“, wie mein Sohn das ausdrücken würde), äußert sich dieser kindliche Stress häufig in Form von Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Rastlosigkeit, Aggressivität und/oder Antriebslosigkeit. Haben Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei Ihrem Kind in letzter Zeit beobachtet? Ist sein Alltag vollgepackt mit Terminen? Dann ist Yoga vielleicht eine sinnvolle Möglichkeit, um zur Ruhe zu kommen. Wie Ihr Kind davon profitiert, welche Übungen tatsächlich Sinn machen und was Sie beachten sollten, wenn Sie mit Ihrem Kind zusammen Yoga üben möchten, verrate ich Ihnen in dem folgenden Beitrag. 

Expertenrat von 
Dipl. oec. troph. Marion Jetter, Ernährungsberaterin & Chefredakteurin "Mein Kind - fit & gesund!"

In den Schulen Indiens steht Yoga schon lange auf dem Lehrplan, denn dort weiß man: Weil die meisten Yoga-Übungen auf das Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften einwirken, fördern sie die Konzentrationsfähigkeit und das Körpergefühl. Auch hierzulande häufen sich Untersuchungen, die positive Auswirkungen von Yoga auf das Selbstbewusstsein von Kindern belegen. Und Kinder, die an einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) leiden, können ebenfalls von diesen Entspannungsübungen profitieren.

Hier kann Kinder Yoga Ihrem Kind helfen:

  • Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Asthma
  • Neurodermitis
  • chronische Kopfschmerzen
  • psychosomatische Beschwerden
  • therapiebegleitend bei ADHS

Ab wann Ihr Kind Yoga machen kann

Schon Kindergartenkinder ab drei Jahren lassen sich für spielerische Kinder Yoga Übungen begeistern. Fantasievolle Kinder Yoga Spiele oder -Geschichten schulen ihre Konzentrationsfähigkeit und lassen viel Raum für eigene Kreativität. Wichtig ist, sich genau an die Altersempfehlung der Übungen zu halten. Die Kinder dürfen nicht überfordert, ihre Körper nicht überbeansprucht werden.

Erst ab etwa zehn Jahren sind Kinder in der Lage, erste Asana Abfolgen zu lernen (Asana = Körperstellung). Dadurch erfahren sie, wie ihnen die Einkehr nach innen helfen kann, Schulstress abzubauen und Prüfungsangst zu verringern. Auch die sogenannte Atemregulation (bzw. Meditation) machterst ab diesem Alter Sinn. Vorher ist das Gehirn nicht ausreichend entwickelt. Bis zur Pubertät lernen die Kinder, den Atem natürlich fließen zu lassen.

Beachten Sie die individuelle Entwicklung Ihres Kindes

Die meisten Kinder besitzen ein gesundes Körpergefühl und spüren instinktiv, wie weit ihnen eine Haltung guttut oder nicht. Einige wenige Übungen sind für jüngere Kinder noch nicht geeignet. Dazu gehören der Kopfstand oder eine extreme Variante der „Kobra“. Grund: Für den Kopfstand fehlt einfach noch die Kraft, und bei der Kobra wird der Hals zu weit überstreckt. Um jüngere Kinder mit einer geringeren Konzentrationsleistung mental nicht zu überfordern, sollten Siezwischen den Übungen mehrere Pausen einlegen.

Achtung! Bei Asthmatikern sollten die Yoga-Übungen mit einem Arzt abgesprochen werden. Eventuell kann sich durch die Tiefenentspannung die Luftröhre schließen.

Die passende Kinder Yoga Stunde

Deutschlandweit praktizieren etwa 3.000 Kinderyoga-Lehrer. Weil es keine geschützte Berufsbezeichnung gibt, sollten Sie darauf achten, dass der Kursleitereine Zusatzqualifikation für Kinder Yoga absolviert hat. Einfach nachfragen oder bei einer Stundezuschauen. Eltern haben normalerweise ein gutes Gespür, wem sie ihr Kind anvertrauen und wem nicht. Eine Liste mit qualifizierten Yogalehrern in Ihrer Nähe finden Sie beispielsweise bei der Akademie für Kinder Yoga unter www.kinderyoga.de/liste_kinderyoga.html

Wissenswertes zu Kinder Yoga

  • Kosten: ca. 8 bis 10 € pro Stunde
  • Gruppengröße: maximal 8 Kinder
  • Dauer: 30 bis 60 Minuten pro Woche
  • Ausrüstung: bequeme Sportkleidung, eventuell Yogamatte

Mutter Kinder Yoga zu Hause: So geht’s richtig!

Sie möchten gemeinsam mit Ihrem Kind Yoga üben? Prima! Dann haben Sie beide etwas davon. Im Grunde braucht es hierfür auch nicht viel: eine freie Fläche von zweimal anderthalb Quadratmetern auf einem angenehm weichen und rutschfesten Untergrund reicht aus. Die Tageszeit richtet sich im Idealfall nach dem Biorhythmus des Kindes. Ein Morgenmuffel übt sicherlich besser am Nachmittag, und einem Kind, das abends schlechteinschläft, kann Kinder Yoga am frühen Abend helfen, die Ereignisse des Tages hinter sich zu lassen. Diese Übungen kriegen Sie und Ihr Kind locker hin:

Lotussitz

Eine der wichtigsten Grundhaltungen des Yoga: Beine im Schneidersitz verschränken, Augen schließen sowie entspannt ein- und ausatmen. Dabei kann beispielsweiseleiser Hintergrundmusik gelauscht werden, oder Sie können Geschichten vorlesen, die zur Entspannung beitragen. Die Arme nach oben heben, die Handflächen aneinanderlegen (siehe oben rechts).

Der Baum

Diese Übung hilft, das Gleichgewicht zu verbessern, und wirkt harmonisierend. Die Kinder stellen sich vor, wie ein Baum tief im Boden verwurzelt zu sein. Dafür heben sie die Arme ganz langsam nach oben (Handflächen wieder aneinanderlegen) und verbessern die Haltung. Wenn das gut klappt, können die Kinder dabei auf einem Bein stehen: Gewicht auf den linken Fuß verlagern, rechten Fuß an die Innenseite des linken Beines stellen. Das Knie nach außen drehen. Das Gleiche auf dem anderen Bein wiederholen.

Liegender Frosch

Im Fersensitz die Knie weit nach außen dehnen, den Oberkörper strecken und langsam nach vorne bewegen. Die Arme dabei nach vorne ausstrecken. Bei dieser Übung kann Ihr Kind wunderbarentspannen, und der Rücken wird gleichzeitig gedehnt. Sie ist ein Ausgleich zum ständigen Sitzen etwa in der Schule.

Das Rad

Die beliebte Basisübung wird am Boden durchgeführt. Sie kräftigt nicht nur die Arme und die Schultern, sondern schult auch die Willensstärke. Auf den Rücken legen, die Beine anwinkeln. Die Hände unter die Schultern setzen, dann den Brustkorb langsam nach oben stemmen. Jüngere Kinder brauchen dabei etwas Unterstützung



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