Sicher können Sie sich an die Rückrufaktionen des Spielzeug-Giganten Mattel im August und September dieses Jahres erinnern: Erst waren es bunte Spielinstrumente aus der Serie „FISHER-PRICE Sesamstraße Kleine Musikinstrumente“, die wegen eines zu hohen Bleigehaltes in den Farben zurückgerufen werden mussten. Nur 14 Tage später die nächste Rückrufaktion: Betroffen war das Spielzeugauto Typ „Sarge“ – bei den in China hergestellten Autos war wiederum der Bleigehalt zu hoch. Gleichzeitig wurden verschiedene Spielzeuge wegen herauslösbarer kleiner, aber starker Magnete, die verschluckt werden können, aus dem Handel gezogen.
Dabei handelte es sich um bestimmten Puppen, Spielesets und Zubehör von „Barbie“, „Polly Pocket“ und „Doggie Day Care“. Doch das war noch nicht alles! Anfang September wurden verschiedene Kleinteile von Zubehörprodukten der Marken Barbie und Geotrax (darunter Barbie-Möbel und die Lokomotive eines Geotrax-Güterzuges) zurückgerufen, weil firmeninterne Kontrollen erneut zu hohe Bleigehalte ergeben hatten. Falls Sie selbst noch eines der genannten Spielzeuge zu Hause haben: Informationen zu den Rückrufen gibt es weiterhin auf der Internetseite des Herstellers.
Chinesisches Billig-Spielzeug ist weit verbreitet
Bei allen Rückrufaktionen war Spielzeug betroffen, das in China hergestellt worden war. Das ist nur logisch, denn mittlerweile stammt rund 80 Prozent des Spielzeugs in deutschen Kinderzimmern aus China. Dort lässt es sich besonders preisgünstig produzieren. Problematisch ist, dass die Arbeitsbedingungen dort sehr zu wünschen übrig lassen. Das betrifft vor allem die Sicherheit am Arbeitsplatz. Aber auch die Sicherheit des Produkts kommt oft zu kurz.
Weil ausreichende Kontrollen fehlen, kann dieses Billig-Spielzeug auch nach Deutschland gelangen, sodass Verbraucherschützer auch in Zukunft mit solchen Vorfällen rechnen. Besonders gefährlich ist Ramsch- und Billigware. Aber wie das Beispiel des Spielzeugherstellers Mattel zeigt, schützt auch ein bekannter Markenname nicht vor giftigem oder gefährlichem Spielzeug.
Gehen Sie mit allen Sinnen einkaufen
Die schlechte Nachricht zuerst: Leider kann man dem Spielzeug eventuell enthaltene Schadstoffe nicht ansehen. Eher können Sie sie noch riechen, aber auch das funktioniert nicht immer. Hier unsere Tipps, wie Sie trotzdem unbedenkliches Spielzeug für Ihr Kind erkennen können:
- Fragen Sie nach, wo das Spielzeug hergestellt wurde bzw. suchen Sie nach einem entsprechenden Hinweis am Produkt oder auf der Verpackung. Wenn Sie keinen Hinweis darauf finden oder man Ihnen nicht darüber Auskunft geben kann, sollten Sie das Spielzeug lieber im Regal liegen lassen.
- Bevorzugen Sie Spielzeug, das in der europäischen Union (EU) oder am besten sogar in Deutschland hergestellt wurde. Bedenken Sie dabei jedoch, dass auch viele Markenhersteller in Billiglohnländern fertigen lassen, ohne dass Sie dies erkennen könnten. Hier hilft Ihnen unsere Übersicht (siehe Tabelle), in der Hersteller aufgelistet sind, die ausschließlich in Deutschland oder in der EU produzieren. Unter www.toy.de/news/index1761.html finden Sie außerdem eine Übersicht, in der diejenigen Spielzeughersteller aufgeführt sind, die zwar in Asien produzieren, aber nur mit nach ICTI-Standard zertifizierten Partnern kooperieren. Damit werden zumindest menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie ein Verbot von Kinderarbeit gewährleistet.
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Firma bzw. Marke |
Produktpalette |
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Bodo Hennig |
Holzspielzeug: Puppenhäuser und –möbel |
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Bruder |
aus Kunststoff: Spielfahrzeuge aller Art |
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Dr. Rolf Hein (Pustefix) |
Seifenblasen und Zubehör |
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ELKA Toys |
aus Holz: Kasperletheater, Puppenhäuser, Kaufläden, Spielhäuser, Kindermöbel |
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FG Modellsport |
Modellbau |
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fischertechnik |
Baukästen |
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Fleischmann |
Modellbahn |
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Geobra Brandstätter (Playmobil) |
aus Kunststoff: Spielfiguren, Tiere, Autos, Puppenhäuser |
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Hermann |
Plüsch-Teddybären |
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LRP |
Elektronikteile für Modellbau |
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Massoth |
Zubehörteile für Modellbau/Modellbahn |
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nic |
Holzspielzeug: Fahrzeuge, Kugelbahnen, Bausteine, Greif- und Lernspielzeug |
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plasticart |
aus Kunststoff: Rutschfahrzeuge, Spiel- und Schiebefahrzeuge, Bausteine, Bälle, Sandspielzeug |
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Puky |
aus Kunststoff: Kinderfahrzeuge wie Rutscherautos, Laufräder, Dreiräder, Roller, Fahrräder, Go-Carts |
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Ravensburger |
Baby- und Kleinkinderspielzeuge, Spiele, Bücher, Puzzles, Mal- und Bastelzubehör, Experimentierkästen |
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Rietze |
Modellautos |
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rolly toys |
aus Kunststoff: Tretfahrzeuge und Anhänger |
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Rossberg (Heros) |
Holzspielzeug: Spiele, Bausteine, Puzzles, Bauernhöfe, Fahrzeuge, Lernspielzeug, Werkbänke, Kugelbahnen |
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Schipper |
Malen nach Zahlen |
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Schopper |
aus Metall: Puppenküchen und -herde, Küchenzubehör für Kinder (z. B. Backformen, Kochgeschirr) |
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Uhlenbrock |
Zubehörteile für Modellbahn |
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W&L (Spielspass-Verlag) |
Kinder- und Gesellschaftsspiele, Puzzles |
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Wader |
aus Kunststoff: Fahrzeuge, Parkgaragen, Kinderküchen, Wasser- und Sandspielzeug |
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Walter |
Holzspielzeug: Baby-Greiflinge, Schiebe- und Nachziehtiere, Greif- und Lernspielzeug |
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Wilhelm Schröder (Wilesco) |
Dampfmaschinen, Kinder-Aufziehspielzeug aus Metall |
- Verzichten Sie auf Billigspielzeug. Hier ist die Gefahr, dass Sie gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, besonders groß. Kaufen Sie, wenn Sie sparen möchten, lieber gebrauchtes Spielzeug, z. B. auf Flohmärkten und Spielzeugbörsen. Bei Spielsachen, die schon länger in Gebrauch sind, sind Gerüche und gasförmige Schadstoffe meistens schon verdampft.
- Achtung: Von Uralt-Spielzeug aus den 70er und 80er Jahren sollten Sie besser die Finger lassen. Damals ware vieles, was inzwischen in Kinderspielzeug verboten ist, noch erlaubt und zum Teil in erheblichen Mengen enthalten, etwa Weichmacher in PVC-haltigem Spielzeug. Der Gehalt an Lösemitteln und Formaldehyd reduziert sich zwar mit der Zeit (unbedenklich nach 10 bis 15 Jahren), während Weichmacher oder Schwermetalle aus Farben jahrzehntelang erhalten bleiben!
- Kaufen Sie mit der Nase ein. Wenn ein Spielzeug „chemisch“, nach „alten Gummistiefeln“ oder aber – zum Überdecken unangenehmer Gerüche – parfümiert riecht (häufig nach Vanille), sollten Sie davon Abstand nehmen. Das gilt sowohl für Plastik- als auch für Holzspielzeug.
- Nehmen Sie Spielzeug vor dem Kauf immer in die Hand. Überprüfen Sie, ob sich scharfe Ecken und Kanten finden und ob das Spielzeug robust ist. Es dürfen sich keine Knopfaugen oder Schleifen lösen, die eventuell verschluckt werden können, und auch die Nähte von Stofftieren und -puppen sollten sich nicht bei der ersten Benutzung schon lösen.
- Halten Sie sich das Spielzeug auch einmal ans Ohr. Sprechende Kuscheltiere, Spieluhren, Spiel-Handys oder -Telefone sind oft viel zu laut und können auf Dauer Gehörschäden verursachen. Prüfen Sie am eigenen Ohr, wie laut ein Spielzeug ist, und bedenken Sie, dass Ihr Kind vielleicht stundenlang damit spielt und das Teil ganz begeistert an sein Ohr presst.
- Informieren Sie sich vor dem Kauf. Sowohl Stiftung Warentest als auch die Zeitschrift ÖKO-TEST (hier ist der Schadstoff- und Umweltaspekt noch stärker berücksichtigt) testen immer wieder Kinderspielzeug. Sie können die Tests auch in Ihrer Verbraucherzentrale einsehen, wenn Sie sich das entsprechende Heft nicht zulegen wollen.
- Kaufen Sie nur Spielsachen, auf denen die vollständige Herstelleradresse oder die Adresse des Importeurs genannt sind. So wissen Sie, an wen Sie sich im Schadensfall wenden können.
- Zumindest das „CE-Zeichen“ sollte das Spielzeug aufweisen. Fehlt das Zeichen auf Spielzeug oder Verpackung, ist meist etwas faul. Das GS-Zeichen zeichnet Produkte aus, deren Hersteller es freiwillig auf die gesetzlichen Vorgaben untersuchen ließen und diese zumindest einhalten. Besonders hohe Anforderungen müssen Spielzeuge erfüllen, die das „Spiel gut“-Zeichen tragen oder von ÖKO-TEST für gut befunden wurden – sie sind deshalb empfehlenswert. Mehr zu den verschiedenen Prüfsiegeln für Spielzeug finden Sie unten.








