Kinder müssen vor zu viel Sonne geschützt werden, denn jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht nach heutigen Erkenntnissen das Risiko für ein malignes Melanom, den bösartigen schwarzen Hautkrebs, der in den letzten Jahren zunehmend öfter vorkommt (die Häufigkeit verdoppelt sich in Deutschland alle 15 Jahre!). Zudem verbringen Kinder viel mehr Zeit im Freien als Erwachsene. Bis zum 18. Lebensjahr bekommen sie bereits 80 Prozent der ultravioletten Strahlendosis ihres gesamten Lebens ab. Und noch aus einem anderen Grund ist der Nachwuchs gefährdet: Kinderhaut ist dünner und empfindlicher als die von Erwachsenen. Sie besitzt noch keinen ausreichenden Eigenschutz (Fähigkeit zur Pigmentierung und Lichtschwielenbildung). Der baut sich erst langsam ab dem zweiten Lebensjahr auf. Sie kann sonnenbedingte Schäden nur ungenügend „reparieren“.
Sonnenschutz für Kinder: Auf den LSF der Sonnencreme dürfen Sie sich nicht 100-prozentig verlassen!
Verschiedene Studien konnten in den vergangenen Jahren zeigen, dass der Lichtschutz durch Sonnencremes auch Lücken hat!
- Eine Studie der Universitäts-Hautklinik Tübingen an mehr als 1.200 Kindergartenkindern erbrachte, dass Sonnencremes nicht vor der Entstehung von Muttermalen schützen können. Muttermale oder Leberflecken können jedoch bei der Entwicklung des gefürchteten schwarzen Hautkrebses (= malignes Melanom) eine Rolle spielen. Es hat sich in dieser Studie gezeigt, dass Kinder, die häufig mit Sonnencreme eingecremt wurden, sogar etwas mehr Leberflecken hatten. Die Ursache war vermutlich, dass sich die mit Sonnencreme geschützten Kinder tendenziell länger in der Sonne aufhielten oder aber bei Kindern, die nicht eingerieben wurden, für Sonnenschutz durch Kleidung oder aber vermehrten Aufenthalt im Schatten gesorgt wurde
- Der LSF (Lichtschutzfaktor) bei Sonnencremes ist oft ungenügend. Zu diesem Ergebnis kamen frühere Untersuchungen der Stiftung Warentest. Bei fünf von 16 geprüften gängigen Produkten wurden die angegebenen Lichtschutzfaktoren um mehr als 20 Prozent unterschritten. Im Jahr 2006 wurden spezielle Sonnenschutzmittel für Kinder getestet – mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen von „gut“ bis „mangelhaft“. Die beiden mit „gut“ bewerteten Produkte waren „Penaten Baby Sonnencreme“ mit LSF 40 und „Nivea Sun Sonnenmilch für Kinder“ mit LSF 50+.
- Der LSF gibt nur an, wie gut ein Sonnenschutzprodukt vor UVB-Strahlen schützt. Die Eigenschutzzeit der Haut, die abhängig vom Hauttyp ist, wird um den auf dem Produkt angegebenen LSF verlängert. Der UVA Schutz einiger Sonnenschutzprodukte lässt trotz des Aufdruckes „nach australischer Norm“ deutlich zu wünschen übrig (Veröffentlichung in der Zeitschrift DermoTopics). Es ergaben sich bei Untersuchungen an der TU Braunschweig enorme Unterschiede. Schwächen fanden sich insbesondere bei den Produkten von Billiganbietern. Markenhersteller lagen im UVA-Schutz im Mittel um etwa 75 Prozent über den Schutzleistungen der günstigen Eigenmarken von Discountern und Drogeriemärkten.
- Sonnencreme schützt Kinder nur dann mit dem angegebenen LSF, wenn sie dick genug aufgetragen wird. Tests mit fluoreszierender Sonnencreme haben gezeigt, dass einerseits oft ein „Sicherheitsabstand“ von ein bis zwei Zentimetern zur Kleidung oder zum Haaransatz gelassen wird. Zum anderen wird meist zu wenig Sonnenschutzmittel verwendet. Denn um den angegebenen LSF zu erreichen, müssten zwei Milligramm des Produktes pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Speziell bei dünnflüssigen Sonnenschutzmitteln (und die werden von den Kleinen meist eher akzeptiert als zähe Cremes!) besteht die Gefahr, dass sie nicht dick genug aufgetragen werden.
Welches Sonnenschutzmittel für Ihr Kind?
Am besten benutzen Sie ein spezielles Sonnenschutzpräparat für Kinder, das folgende Kriterien erfüllen sollte: je nach Witterung und Sonnenintensität LSF 15 und höher mit UVB- und UVA-Filtersystem nach australischem Standard, hypoallergen ohne Parfüm, Konservierungsstoffe und Farbstoffe, mit mineralischem Lichtschutz (z. B. Partikeln wie Titandioxid, die die Sonnenenergie aufnehmen), damit chemischer Lichtschutz eingespart werden kann.
Mein Tipp |
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Alle Sonnenschutzprodukte mit mineralischem Lichtschutz (z. B. mit Titanoxid) wirken besonders schnell, denn hier setzt die Schutzwirkung sofort ein. Die Wartezeit zwischen Eincremen und Sonnenschutz von 20 bis 30 Minuten entfällt daher. |
- Immer extra wasserfeste Sonnenschutz-Präparate für Kinder kaufen, da nicht nur beim Baden, sondern auch beim Schwitzen der Sonnenschutz abnimmt.
- Sonnencremes und -lotionen für Kinder wählen, da sie die Haut besser pflegen als ein Gel. Hände und Gesicht können nach dem ersten Geburtstag Ihres Kindes mit Sunblocker oder Zinkoxidsalbe geschützt werden.
- Höheren LSF oder Sunblocker für Kinder wählen bei Urlaub in den Bergen, im Schnee, am Wasser, bei hellem Sand sowie in südlichen Ländern. An den ersten Sonnentagen ist für Kinder generell ein hoher LSF von 20 bis 30 zu empfehlen.
Es gibt leider ein ganz allgemeines Problem beim Sonnenschutz: Produkte, die besonders gut gegen UVA-Strahlen schützen, enthalten in der Regel den chemischen Lichtschutzfaktor BMDBM (Butyl Methoxydibenzoylmethane). Dieser wurde von ÖKO-TEST als „nicht empfehlenswert“ eingestuft. Deshalb gilt:
Viel wichtiger für Kinder als Sonnencreme ist der richtige Umgang mit der Sonne
- Babys dürfen überhaupt nicht in die pralle Sonne!
- Zwischen 11 und 15 Uhr sollten Kinder nur im Schatten oder drinnen spielen. In dieser Zeit ist die Kraft der UV-Strahlung dreimal so groß wie am Rest des Tages.
- Richtige Sonnenbekleidung für Ihr Kind: Als Kopfbedeckung Tuch, Kappe oder Hut, möglichst mit breitem Schirm als Gesichtsund Nackenschutz (ideal: Schirmmütze mit Nackenlatz); sonnendichtes, nicht zu enges Hemd oder T-Shirt; weit geschnittene, möglichst lange Hose. Die gefährdeten Fußrücken durch geschlossene Schuhe (z. B. Espandrilles) oder Söckchen in den Sandalen schützen.
- Sonnenschutz für die Augen Ihres KIndes durch eine gute Sonnenbrille (mit CE-Zeichen und Zeichen „UV 400“) sowie Sonnenhut oder Mütze mit breitem Schirm. Spezielle Sonnenbrillen für Babys und Kinder bis fünf Jahre bieten einige Hersteller z. B. beim Optiker an. Die Brillen sind klinisch getestet und bieten nicht nur 100 Prozent UV-Schutz nach australischem Standard, sondern lassen sich mit ihrem verstellbaren Neoprenband (statt Brillenbügel) auch bequem anpassen.







