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Junges Mädchen schreibt ein Gedicht
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5 Tipps, mit denen Ihr Kind Gedichte selber schreiben kann.

Tolles Training für das Gehirn: Gedichte

Gedichte bieten eine wunderbare Möglichkeit, die Wahrnehmung der Welt und der Menschen in ihr ebenso intensiv wie eindrucksvoll auszudrücken. Auch schon für Kinder! Daneben schulen sie sowohl den Wortschatz als auch die Ausdrucksweise und schärfen den Blick fürs Wesentliche. Viele Gründe, um die Auseinandersetzung mit und das Verfassen von Gedichten so früh wie möglich zu trainieren. Lesen Sie hier, welche Möglichkeiten sich dafür zu Hause anbieten. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Ein verregneter Sommertag, ein eiskalter Winterabend oder ein gemütlicher Spielenachmittag im Kinderzimmer stellen Eltern immer wieder aufs Neue vor die Frage, wie ihre Kinder am sinnvollsten zu beschäftigen sind, ohne allzu viel Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen. Versuchen Sie es doch mal mit unseren Vorschlägen rund um das Gedicht! Als Gegenpol zur allgegenwärtigen Reizüberflutung zwingt das Verfassen eines Gedichtes fast schon zum detaillierten und genauen Hinsehen sowie zum präzisen Umgang mit Worten. Und auch das Lesen und Verstehen von Lyrik gelingt Grundschülern schon ganz leicht, wenn sie sich mit dem Inhalt spielerisch auseinandersetzen dürfen.

5 Tipps, mit denen Ihr Kind Zugang zu Gedichten findet

Natürlich brauchen Grundschüler Gedichte, mit denen sie etwas anfangen können. Sie sollten nicht zu lang sein und sich thematisch in der Lebens- oder Vorstellungswelt der Kinder bewegen. Ein breites Spektrum von geeigneten Gedichten finden Sie zum Beispiel bei Josef Guggenmos, dessen Texte auch in Schulbüchern gerne verwendet werden. Aber auch bei Christian Morgenstern, Werner Halle, Peter Hacks oder Heinz Erhardt finden Sie passende Gedichte. Lesen Sie Ihrem Kind vier oder fünf der ausgewählten Gedichte vor und lassen Sie es auswählen, welches ihm am besten gefällt. Zu dieser Lyrik können Sie nun verschiedene Aufgaben stellen, die Ihrem Kind dabei helfen, sich aktiv mit dem Inhalt auseinanderzusetzen. Am Beispiel des Gedichtes „Das große, kecke Zeitungsblatt“ von J. Guggenmos könnte das so aussehen:

  1. Das Gedicht mit eigenen Worten wiedergeben lassen, um sicherzustellen, dass Ihr Kind es verstanden hat. „Eine Zeitungsseite fliegt durch die windigen Straßen, mal hüpft es ganz wild durch die Luft, mal bleibt es am Boden liegen – eben gerade wie der Wind es erwischt. Immer wenn die Zeitung gefangen werden soll, bläst der Wind sie weiter.“ Fragen Sie auch nach, ob Ihr Kind alle Begriffe kennt, und erklären Sie sie gegebenenfalls.
  2. Zu dem Gedicht passende Geräusche machen. Einer liest es vor, der andere macht selbst erzeugte Geräusche. Dazu könnte ein Zeitungsblatt benutzt werden, das durch die Luft flattert und manchmal einreißt, ein Kind könnte Sturmgeräusche erzeugen oder ein enttäuschtes „Ah, Pech gehabt!“ rufen, wenn die Zeitung sich wieder im Wind entfernt.
  3. Natürlich bietet es sich auch an, das Gedicht als Bild zu malen. Ob mit Buntstiften, Filzstiften, Wachsmalkreide oder Wasserfarben bleibt dabei ganz Ihrem Kind überlassen. Wie es letztlich aussieht, bestimmen die Fantasie und die Vorstellungskraft des kleinen Malers. Lassen Sie Ihr Kind anschließend das Gedicht auf die Rückseite schreiben oder auch an passender Stelle direkt in das Bild (übrigens ein prima Geburtstagsgeschenk für Verwandte).
  4. Als nächste Möglichkeit kann das Gedicht gespielt werden. Das macht mehr Spaß, wenn sich mehrere Kinder daran beteiligen. Lassen Sie die Kinder sich kleine Szenen ausdenken und sich gegenseitig vorspielen. Einer ist die Zeitung, ein anderer der Zeitungsfänger und ein drittes Kind vielleicht der Kiosk, an dem die Zeitung verkauft wurde? Muss das Wohnzimmer dafür etwas umgeräumt werden? Kein Problem, wenn Ihr Kind dadurch Spaß an Gedichten bekommt, den es vielleicht ein Leben lang weiterentwickelt.
  5. Auch Collagen können zu einem Gedicht wunderbar angefertigt werden. Die Kinder brauchen nur eine Reihe alter Prospekte oder Zeitungen, aus denen sie passende Bilder ausschneiden können. Beim Schneiden und Kleben entwickeln sich Gespräche über das Gedicht, der Inhalt wird diskutiert, und das fertige „Kunstobjekt“ erzählt schließlich seine ganz eigene Geschichte.,

Mein Tipp
Veranstalten Sie doch mit den künstlerischen Ergebnissen der Kinder eine richtige Vernissage, zu der alle Verwandten und Bekannten eingeladen werden. Zu Beginn können zwei oder mehr Kinder das jeweilige Gedicht in verschiedenen Interpretationen vortragen. Ich bin sicher, auch wenn die Verwandten keine Freunde von Lyrik sind, werden sie dieser Auseinandersetzung mit Gedichten sicher etwas Positives abgewinnen können.  
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Als Leser von „Lernen und Fördern mit Spaß“ finden Sie hier noch eine 5-Schritte-Anleitung für das Verfassen von Gedichten.

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