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Kind löst Division an der Tafel
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Schriftliches Dividieren richtig erklären

Tipps und Tricks für das schriftliche Dividieren

Das schriftliche Dividieren stellt für viele Kinder eine große Herausforderung dar. Mit unseren Tipps können Sie Ihrem Kind zudem wertvolle Hinweise geben, die ihm das schriftliche Dividieren erleichtern. 

Expertenrat von 
Annette Holl, Grundschullehrerin

Schriftliches Dividieren: Das muss Ihr Kind können!

Die schriftliche Division stellt die höchsten Anforderungen an Ihr Kind. Deshalb wird sie als letztes Rechenverfahren erst in der 4. Klasse eingeführt. Ihr Kind muss zur Lösung der schriftlichen Division in folgenden anderen Grundrechenarten sicher im Kopf rechnen können:

  • Kleines und großes Einmaleins

    Um herauszufinden, wie oft eine Zahl in eine andere hineinpasst, muss Ihr Kind die Malreihen absolut sicher beherrschen bzw. das Einmaleins in Mathe zügig aufsagen können.
  • Schriftliche Subtraktion

    Bei der Lösung der Teilrechnungen muss Ihr Kind Minusrechnungen durchführen können. Es muss wissen, dass hierbei von unten nach oben gerechnet werden muss. Ein routinierter Umgang mit Überträgen, wenn eine Zahl in einen Zehner „umgetauscht“ werden muss, ist unabdingbar für fehlerfreie Lösungen.

  • Rechnen im Zwanzigerraum

    Ihr Kind muss Ergänzungsaufgaben im Zwanzigerraum (z.B. 4 + ? = 8 oder 3 + ? = 12) schnell und sicher aus dem Kopf abrufen können. Kopfrechen-Übungen können Ihr Kind deshalb im Vorfeld gut unterstützen.

Diese Vorkenntnisse sind unbedingt nötig, damit Ihr Kind schriftliche Divisionsaufgaben fehlerfrei bewältigen kann. Wenn Ihnen auffällt, dass es in einem Bereich noch Schwierigkeiten hat, sollten Sie zunächst entsprechende Übungsaufgaben dazu durchführen, bevor Sie mit dem schriftlichen Dividieren anfangen.

3 typische Fehler bei der schriftlichen Division

Bei der schriftlichen Division muss ständig etwas ausprobiert werden. Darum ist es verständlich, dass Kindern dabei Fehler unterlaufen. Drei Fehler fallen mir im Unterricht gehäuft auf. Schärfen Sie Ihr Auge, um herauszufinden, ob Ihr Kind diese Fehler möglicherweise auch macht. Weisen Sie es gegebenenfalls darauf hin.

  1. Fehler mit der Null

    Häufig hängen Kinder beim Schriftlichen Dividieren die Null, die das Ergebnis der letzten Subtraktion ist, an das Ergebnis an (vergleiche Beispiel a); also statt 1835 das um die letzte Null verfälschte Ergebnis 18350). Tritt in einer Zahl eine Null auf (z.B. 97058), vergessen viele Kinder, dass auch sie heruntergeholt werden muss. Erinnern Sie Ihr Kind deshalb an die spezielle Bedeutung der Null!
  2. Fehlerhaftes Anordnen der Zahlen

    Vielfältige Fehler ergeben sich, wenn Kinder die Zahlen unsauber untereinander schreiben. Halten Sie Ihre Kind deshalb unbedingt an, bei der Division exakt in die Kästchen zu schreiben.
  3. Eine Zahl wird nicht heruntergeholt

    Manchmal vergessen Kinder in einem Zwischenschritt, eine Ziffer herunterzuholen, und rechnen zunächst ohne sie weiter. Im nächsten Schritt hängen sie sie dann allerdings an. Erinnern Sie Ihr Kind daran, dass es nach jeder Subtraktion eine Ziffer herunterholen muss.

Wie funktioniert die schriftliche Division?

Das schriftliche Rechenverfahren vereinfacht das schwierige Dividieren großer Zahlen. Die größere Zahl schreibt Ihr Kind dabei zuerst auf. Die Zahl, durch die es teilt, ist in der Grundschule normalerweise ein- oder zweistellig. Zwischen die beiden Zahlen setzt Ihr Kind das Geteiltzeichen (: oder ÷). Es wird von links nach rechts gerechnet.

Schriftliche Division ohne Rest

Ihr Kind beginnt mit der ersten Ziffer der großen Zahl und überlegt: Wie oft passt die Zahl, durch die ich teilen muss, dort hinein? (beide Ziffern im Beispiel fett gedruckt)

Also: 9 : 5 = ? oder ? · 5 = 9 › Die 5 passt 1 Mal in die 9.

Falls die erste Ziffer kleiner ist als die Zahl, durch die Ihr Kind teilen muss, so nimmt es die zweite Ziffer noch hinzu bzw. beim Teilen durch zweistellige Zahlen die ersten drei Ziffern. 
Ihr Kind schreibt die Lösung hinter das Gleichheitszeichen (also die 1).

Unter die erste Ziffer notiert es die Lösung der ersten Geteilt- bzw. Malrechnung (also die 5). Nun zieht Ihr Kind einen Strich unter diese Ziffer und schreibt ein Minuszeichen vor die zweite Zahl.
Dann berechnet es schriftlich die Differenz aus den beiden untereinander stehenden Zahlen.

Also: 9 – 5 = 4 bzw. 5 + 4 = 9; schreibe: 4

Im nächsten Schritt holt Ihr Kind die nächste Ziffer (also die 1) der großen Zahl herunter und schreibt sie mit einer Lücke von einem Kästchen exakt darunter.

Mit der neu entstandenen Zahl (also 41) führt es nun die nächste Geteiltrechnung durch.

Also: 41 : 5 = ? oder ? · 5 = 41 › Die 5 passt 8 Mal in die 41, und es bleibt noch 1 übrig.
Dies macht Ihr Kind so lange, bis die letzte Differenz 0 ist und es keine Zahlen mehr herunterholen kann.

Schriftliche Division mit Rest

Ihr Kind führt das oben dargestellte Schema durch. Das heißt, es überlegt zunächst, wie oft die Zahl, mit der geteilt wird, in die erste Ziffer der zu teilenden Zahl hineinpasst. Da dies im Beispiel (8 : 9 = ?) nicht möglich ist, muss es die nächste Ziffer dazunehmen.

Also 84 : 9 = ? oder ? · 9 = 84 › die 9 passt 9 Mal in die 84.

Es schreibt also die 9 hinter das Gleichheitszeichen und berechnet dann die Differenz der beiden Zahlen (also 84 – 81 = 3).

Jetzt holt es die nächste Ziffer herunter (also die 9) und hängt sie an das Ergebnis an (also 39). Erneut überlegt es, wie oft die 9 in die 39 hineinpasst. Also 39 : 9 = ? oder ? · 9 = 39 › die 9 passt 4 Mal in die 39.

Die Berechnung der Differenz (also 39 – 36 = ?) ergibt noch 3. Da Ihr Kind keine weitere Zahl mehr herunterholen kann, schreibt es diese letzte Zahl als Rest (R) hinter das Ergebnis (im Beispiel fett gedruckt).

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Kommentare zu "Schriftliches Dividieren richtig erklären"

  • Justin schreibt am 01.09.2014

    Bitte können Sie mir schriftliches Dividieren erklären?
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