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Gelangweilter Schuljunge
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ADHS: Risiken von Ritalin weiter unklar

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Ob und wie gut der Ritalin-Wirkstoff Methylphenidat wirklich gegen ADHS hilft, dahinter steht weiterhin ein großes Fragezeichen. Das hat die bisher umfangreichste Meta-Studie zu Methylphenidat bei ADHS ergeben. Lediglich die Vielzahl der Nebenwirkungen des Medikaments konnte bestätigt werden.  

Expertenrat von 
Silke Lemhöfer, Heilpraktikerin und Dozentin

Welche Folgen die Einnahme von Ritalin & Co. gerade auch längerfristig hat, ist bisher weitgehend unklar. Einige Untersuchungen deuten auf Nebenwirkungen wie zum Beispiel Schlafprobleme und Appetitlosigkeit durch Methylphenidat hin. Auch bleibende Defizite in der Lernfähigkeit und Plastizität des Gehirns traten in Tierversuchen auf. Um Klarheit zu schaffen, gab die „Cochrane Collaboration“, ein internationales Netzwerk aus Wissenschaftlern und Ärzten, die bisher umfangreichste Meta-Analyse zu Methylphenidat bei ADHS in Auftrag. Die Studie wurde von der Universität Süddänemark durchgeführt. Die Forscher werteten dafür 185 Studien aus, an denen zusammen mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen hatten.

Forscher beklagen schlechte Qualität der bisherigen ADHS– Studien

Dabei kamen die Wissenschaftler zu einem erschreckenden Ergebnis: Wegen der extrem schlechten Qualität der bisherigen Studien ist weder das Ausmaß der positiven Effekte noch das Risiko für schwerwiegende Folgen des Medikamentes einzuschätzen. Die Wissenschaftler mahnen daher die Ärzte zu besonderer Vorsicht bei der Verschreibung.

Kaum Belege für die Wirksamkeit von Ritalin

Die positiven Wirkungen des Medikaments bei ADHS waren nach Aussage der Wissenschaftler kaum festzustellen. Auf einer 72-stufigen Skala führte die Therapie mit Ritalin lediglich zu einer Besserung von 9,6 Punkten. (Eine Veränderung von 6,6 Punkten gilt als das Minimum, ab dem überhaupt von einer Wirkung gesprochen werden kann.) Auch die Langzeitfolgen bleiben weiter unklar, da die maximale Einnahmezeit in den Studien sechs Monate nicht überstieg. Die Meta-Studie bestätigt dagegen vor allem die Vielzahl der Nebenwirkungen des Medikaments. Viele Kinder litten unter Schlaflosigkeit und Appetitstörungen. Auch Kopfschmerzen, Zwangshandlungen, Ticks und obsessives Grübeln traten nach der Einnahme auf.

Mein Tipp: Akupressur bei ADHS

Eine gute Möglichkeit, wie Sie Ihrem Kind bei ADHS ohne Medikamente helfen können, ist die Akupressur. Mehr dazu finden Sie in dem Beitrag „AD(H)S: Hilfreiche Akupressur-Punkte für Ihr Kind

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