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So bleibt die Konzentration hoch

Mentale Aktivierung

Seit rund 20 Jahren stellen Wissenschaftler nicht nur in Deutschland fest, dass die allgemeine Intelligenz leicht abnimmt, nachdem sie jahrelang nur angestiegen war. Die üblichen Verdächtigen sind schnell ausgemacht, denn Bewegungsmangel, schlechte Ernährung und zu viel Medienkonsum verringern nachweislich die geistige Leistungsfähigkeit, besonders von Kindern. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Mit einem fünf Bausteine umfassenden Programm hat die „Gesellschaft für Gehirntraining e.V.“ unter dem Psychologen Siegfried Lehrl bei Kindern und Jugendlichen beeindruckende Leistungssteigerungen bewirkt. In Studien an mehr als 500 Grundschülern und Gymnasiasten erhöhte sich deren mentales Potenzial kurz- und längerfristig um bis zu 52 Prozent. Die bemerkenswerten Tests, die direkt im Klassenzimmer durchgeführt wurden, sind auch interessant für das Arbeiten und Lernen zu Hause. 

Auch das Gehirn Ihres Kindes muss fit sein

Wie jedoch die Prozesse beim Lernen genau funktionieren, ist nicht nur Eltern, sondern auch vielen Fachleuten immer noch weitgehend unbekannt. Das spezielle Training zur mentalen Aktivierung nutzt neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und kombiniert diese mit bewährten und bekannten Fakten. Grundlage der Trainingseinheiten bildet dabei die Erkenntnis, dass neben dem Lernwillen der Kinder auch der Zustand des Gehirns von zentraler Bedeutung ist. Nur wenn das Gehirn in einem aufnahmebereiten Zustand ist, kann es Informationen optimal verarbeiten. Routine, Langeweile, abgestandene Luft und Bewegungsmangel sind Gift für die mentale Fitness – und oft in vielen Lernsituationen gegenwärtig. Die Folge solcher Arbeitsbedingungen ist häufig geistiges Abschalten, sodass das Lernen von den Kindern als mühsam und lähmend empfunden wird.

Das sind die Ziele des mentalen Aktivierungsprogramms:

  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit
  • Verbesserung der Aufmerksamkeit
  • Erweiterung des Reaktionsvermögens
  • Ausbau der Gedächtnisleistungen
  • Reduzierung der Anfälligkeit für Stress
  • Erhöhung geistigen Wohlbefindens

So verbessern Sie das Lernen zu Hause

Die meisten Kinder und Eltern kopieren das schulische Lernen und übertragen es auch auf den häuslichen Bereich. Gelernt ist eben gelernt. Da heißt es dann, „die Aufgaben werden am Stück gemacht“, „Rumzappeln ist tabu“ oder „Essen und Trinken gehören nicht an den Schreibtisch“. Leider schaffen Sie dadurch keine optimalen Lernbedingungen, wie das erfolgreiche Konzept der mentalen Aktivierung zeigt.

Mentale Aktivierung für Ihr Kind: 5 Möglichkeiten, um fit zu werden

  1. Achten Sie auf eine gehirngerechte Ernährung Ihres Kindes.
  2. Erzeugen Sie Wachheit bei Ihrem Kind.
  3. Schaffen Sie Bewegungsmöglichkeiten.
  4. Motivieren Sie Ihr Kind durch Lob und Ermunterung.
  5. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind gut sieht und hört.

Mit diesen 5 Punkten arbeitet die mentale Aktivierung

Die fünf Punkte der mentalen Aktivierung sind jeder für sich ein sinnvoller Schritt, um die Leistungsfähigkeit Ihres Kindes zu verbessern. Je mehr Sie davon zu Hause umsetzen, desto besser wird das Ergebnis sein, aber auch jeder Punkt für sich ist schon wirksam. Sicherlich werden viele Eltern den einen oder anderen Punkt längst berücksichtigen. Verbesserungsmöglichkeiten gibt es meistens immer noch – besonders bei Punkt zwei des mentalen Trainings, dem zentralen Baustein, der sicher an den meisten Schülerschreibtischen bisher eher vernachlässigt wurde.

So setzen Sie die 5 Punkte zur mentalen Aktivierung um

Mein Tipp
Erlauben Sie Ihrem Kind die Wasserflasche im Schulranzen und auf dem Schreibtisch. Durst ist bereits ein Zeichen von Austrocknung. Dem kann Ihr Kind durch regelmäßiges Trinken vorbeugen. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist für die Gehirnleistung ganz wesentlich.
  1. Sorgen Sie für gehirngerechte Ernährung
    Ein durstiges und/oder hungriges Gehirn arbeitet schlecht, denn ungestillte Grundbedürfnisse erschweren die Konzentrationsfähigkeit. Darüber hinaus sorgt nur eine gleichmäßige und über Stunden kontinuierliche Versorgung mit Glukose für einen ausgewogenen Energiehaushalt. Um leistungsfähig zu sein, braucht Ihr Kind also unbedingt eine gute Ernährung und genügend Flüssigkeit: von morgens bis abends. Leider haben immer weniger Familien Zeit für ein gemeinsames und gesundes Frühstück, das beispielsweise durch Vollkornprodukte die Versorgung mit komplexen Kohlenhydraten sicherstellt. Positiv sind weiterhin Obst, Gemüse und gesunde Knabbereien. Der schnelle Traubenzucker zwischendurch macht dagegen nur ganz kurz wach und anschließend sehr müde.
  2. Erzeugen Sie Wachheit bei Ihrem Kind
    Der Wachheitszustand des Gehirns hat einen ganz entscheidenden Einfluss darauf, ob Ihr Kind Informationen gut aufnimmt, verarbeitet und mit anderem Wissen verknüpft. Bei Grundschülern sind Hausaufgaben im Umfang von einer Stunde keine Seltenheit – die Konzentrationsspanne eines Zehnjährigen ist jedoch nach 20 Minuten erschöpft.
    Kurze, mentale Aktivierungsaufgaben führen schnell dazu, dass Ihr Kind wieder aufnahmebereit und wach weiterlernen kann. Alle 20 Minuten sollten Sie Ihrem Kind beim Lernen eine kurze Pause einräumen und ihm eine kleine Aufgabe stellen. Die Pause kann durchaus auch Lernstoff zum Inhalt haben, dann jedoch unbedingt aus einem anderen Fach.
  3. Schaffen Sie Bewegungsmöglichkeiten
    Automatisierte, unbewusste Bewegungen erhöhen die Wachheit Ihres Kindes besonders in längeren Lernphasen. Wichtig ist dabei, dass die Bewegung quasi nebenbei geschieht und wenig Aufmerksamkeit erfordert. Schon in den 1970er Jahren gab es Untersuchungen, die belegen, dass durch Bewegungen beim Lernen die Konzentrationsfähigkeit von 10 bis 20 auf rund 90 Minuten erhöht werden kann. Diese Erkenntnisse wurden immer wieder mal aufgegriffen und in den Schulunterricht integriert, zum Beispiel mit Sitzbällen, Handschmeichlern, durch Kaugummikauen oder mit kleinen Turnübungen. Nutzen Sie dieses Wissen auch für das Lernen zu Hause!
    Regen Sie Ihr Kind dazu an, beim Lernen den Stift zu benutzen. Einkreisen, Unterstreichen, Kritzeln oder auch nur das Tippen gegen die Lippen fördern die geistige Wachheit durch die automatisierte Bewegung.
    Kennen Sie Fußroller aus Holz? Meiner Ansicht nach gehört so ein Gerät unter jeden Schreibtisch, besonders bei Schulkindern. Überschüssige Energie kann so ganz nebenbei abgeleitet werden und hilft damit beim Konzentrieren, außerdem wird Verspannungen vorgebeugt.
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Als Leser von "Lernen und Fördern mit Spaß" lesen Sie hier noch Ausführungen zu den letzten beiden Punkten der metalen Aktivierung und Tipps zum Finden eines geeigneten Lerncoaches.

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