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Lächelnde Schülerinnen
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Lernen mit dem Schüttelkasten: So zerlegt Ihr Kind Lückentexte und Zahlen

Effektives Lernen mit Methode

Haben Sie schon lange nicht mehr für die Schule gebastelt? Dann können Sie sich jetzt freuen. Ich stelle Ihnen eine tolle und flexible Lernmethode vor, für die Sie nur eine kleine Box benötigen. Selber machen geht einfach mit einer Papp- oder Streichholzschachtel, aber auch einer alten Kassette. Mit dem Schüttelkasten oder der Schüttelbox lernt Ihr Kind unterschiedliche Inhalte ganz spielerisch. Ich erkläre Ihnen, wie das geht. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Schüttelkästen oder -boxen nutzen die meisten Lehrer im Mathematikunterricht der ersten Klasse, und zwar wenn es um das Zerlegen von Zahlen geht. Die Methode eignet sich hervorragend, um das Aufteilen von Mengen zu erklären und die jeweils verdeckte Zahl zu ermitteln. Dazu werden in eine Box mit zwei Kammern beispielsweise 10 Kugeln gelegt. Die beiden Kammern sind durch einen schmalen Schlitz miteinander verbunden, durch den jeweils eine Kugel hindurchpasst. Eine Kammer ist durchsichtig, die andere nicht. Nun wird geschüttelt, bis sich ein Teil der Kugeln in der nicht einsehbaren Seite der Box befindet. Die Kinder müssen anhand der sichtbaren Kugeln errechnen, wie viele Kugeln in der anderen (blickdichten) Kammer sind – und können das Ergebnis durch Öffnen der Box selbst kontrollieren.


Mit dem Schüttelkasten selber Rechenaufgaben erfinden oder Zahlen zerlegen

Mit der Ausgangszahl und den Kugeln in einer Kammer des Kastens können die Kinder selbst Rechenaufgaben erfinden. Im Beispiel oben wären das:

10 – 4 = 6 oder 4 + 6 = 10 oder 10 – 6 = 4

Eine weitere Aufgabenstellung kann sein, eine Zahl (zum Beispiel die 12) in so viele Teile zu zerlegen, wie möglich sind. Dazu wird eine Box mit 12 Kugeln bestückt, dann dürfen die Kinder schütteln. Das richtige Ergebnis ist: 1 + 11/2 + 10/3 + 9/ 4 + 8/5 + 7 und 6 + 6

Geben Sie Ihrem Kind verschiedene Ausgangszahlen vor, die es zerlegen soll.

Bastelanleitung für die Schüttelbox

Nehmen Sie eine Pappschachtel, viele Verpackungen, die nach dem Prinzip einer Streichholzschachtel zu öffnen sind, eignen sich dafür. Unterteilen Sie dann die Schachtel – wie in der nachfolgenden Abbildung dargestellt – mit einem Steg aus Papier in zwei Segmente

 

So wird das Rechnen ganz praktisch erlebt

Auf diese Art und Weise erschließt sich den Kindern das Zerlegen von Mengen schnell. Außerdem macht es Spaß, die Boxen zu schütteln. Das Lernen wird mit einer Handlung verbunden, der Vorgang ist so leichter verständlich. Natürlich gibt es die Schüttelbox auch im Handel. Die kleinen Alleskönner sind gar nicht teuer und nicht nur für Schuleinsteiger eine unterhaltsame Lernmethode.

Mein Tipp!

Holzperlen lassen sich leiser schütteln als Metallkugeln. Lassen Sie Ihr Kind abwechselnd mit einfarbigen und bunten Kugeln schütteln. Aus den verschiedenen Farben kann es weitere Aufgaben entwickeln

Der Schüttelkasten hilft Ihrem Kind auch in Deutsch und Englisch

Auch wenn es nicht um das Zerlegen von Mengen geht, macht das Lernen mit einem Schüttelkasten Spaß. Eine solche Box muss dann aber keine zwei Fächer haben, sondern dient lediglich dem „blinden“ Ziehen von Wortkarten. Für Ihr Kind wird so das Lernen und Üben durch eine unterhaltsame Komponente ergänzt. Außerdem muss es jeweils entscheiden, an welcher Stelle im Text das gezogene Wort sinnvoll eingesetzt werden kann. Im Laufe einer Aufgabe kann es die bereits gelegten Wörter auch immer wieder umlegen, wenn es ihm sinnvoll erscheint. So setzt Ihr Kind sich ständig wieder neu mit der Verwendung der Wörter auseinander.

Satzanfänge entdecken mit dem Schüttelkasten

Mit ein wenig Fantasie und Einfallsreichtum kann die witzige Lernmethode also auch in anderen Schulfächern helfen. Vielleicht hat Ihr Kind, wie so viele andere, Probleme mit immer gleichen Satzanfängen? Dann kann es mit dem Schüttelkasten trainieren, unterschiedliche Satzanfänge zu benutzen. Schneiden Sie dazu diese acht Wortkarten aus und stecken Sie diese in eine kleine Kiste.

Nun geben Sie Ihrem Kind einen vorbereiteten Text, in dem die Anfangswörter der Sätze fehlen. Sie können dazu selbst eine Geschichte erfinden oder unseren Beispieltext verwenden, den Sie auch aus dem Internet herunterladen können (siehe Hinweis am Ende des Beitrags). Ihr Kind schüttelt den Kasten, zieht immer ein Wort und fügt es in die Textlücken ein.

Max hat eine dumme Idee

Max wünscht sich ein neues Fahrrad, aber leider hat er nicht genug Geld. Da kommt er auf eine Idee. (Zuerst) _________ schreibt Max eine Lösegeldforderung an seine Mutter. (Dann) ______ geht er in den Garten und nimmt den Hasen aus dem Käfig. (Danach) ______ versteckt er den Hasen im Keller. (Später) ____________ steckt er den Brief seiner Mutter heimlich zu. (Nach einer Weile) ________________ hört er seine Mutter aufgeregt rufen: „Hasi ist entführt worden!“ (Anschließend) ______________ geht sie zum Telefon, um die Polizei zu informieren. (Da) _____________ bekommt Max große Angst. Er holt den Hasen aus dem Keller und gesteht seine Tat. (Zum Schluss) ________________ lacht seine Mutter: „Das habe ich doch gleich gemerkt!“

Hinweis: Bei den Lösungen sind teilweise auch andere Varianten möglich.

Mein Tipp!

Arbeitsaufträge aus dem Schüttelkasten ziehen lassen

Auch zum Üben oder zum Vorbereiten von Klassenarbeiten eignen sich Schüttelkästen. Mischen Sie verschiedene Lernaufträge, beispielsweise Kopfrechnen, Verben konjugieren oder Vorlesen, und lassen Sie Ihr Kind selbst „ausschütteln“, mit welchen Übungen es sich in welcher Reihenfolge befasst. Das langweilige Üben wird so durch das Überraschungsmoment etwas unterhaltsamer.

 

 

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