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Schuljunge sitzt im Garten und liest ein Buch
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Ferienzeit spielerisch nutzen

Lernen in den Ferien

Die langen Sommerferien sind für die meisten Schüler die schönste Zeit im Jahr: Blauer Himmel, ausschlafen, Freunde treffen, die Seele baumeln lassen, vielleicht eine Urlaubsreise – was könnte schöner sein?! Doch zum Leid mancher Jugendlicher sind einige Eltern der Meinung, dass sechs Wochen ausnahmsloses „Chillen“ dem pubertierenden Gehirn nicht besonders guttut. So ganz unrecht haben diese Eltern sicher nicht. Doch damit die grauen Zellen Ihres Nachwuchses im Hochsommer nicht in den „Winterschlaf“ fallen, gibt es ganz verschiedene Möglichkeiten. Einige „spielerische“, aber auch schulbezogene Anregungen dazu finden Sie auf den folgenden beiden Seiten. 

Expertenrat von 

Auch wenn das Zeugnis Ihres Kindes vielleicht noch längst nicht zufriedenstellend ist, zuallererst möchten wir doch darauf hinweisen, dass Ferien selbst für pubertäre „Dauerchiller“ ihren Sinn haben:

Ganz wichtig: Entspannen und Erholen

Am Ende eines langen Schuljahres benötigt Ihr Kind auf alle Fälle eine längere Pause, um neue Energie zu tanken. Vielleicht mehr noch als für die guten und erfolgreichen Schüler gilt dies für Jugendliche, für die das vergangene Schuljahr nicht so glücklich verlaufen ist. Jetzt gilt es erst einmal Abstand zu gewinnen, Misserfolge und Frust zu verdauen, bevor sich Ihr Kind mit neuer Kraft seinen Schwierigkeiten stellt. Nicht unterschätzen sollten Sie zudem die täglichen kleinen und großen „Kämpfe“, die Ihr Kind während der Pubertät mit sich selbst und anderen austrägt und die es zusätzlich belasten. Auch das kostet Kraft und die Ferienzeit bietet nun Gelegenheit, ohne zusätzlichen Schulstress Gedanken und Gefühle zu sortieren.

Ebenfalls wichtig: Positive Ferienerlebnisse ermöglichen

Vor allem für die weniger glücklichen Jugendlichen ist es wichtig, dass sie in den Ferien Erlebnisse sammeln, die ihr Selbstbewusstsein stärken. Ob bei einer Angelfreizeit, einem Tenniscamp oder einem Musikworkshop – wo Ihr Kind Erfolgserlebnisse sammelt, ist relativ egal. Hauptsache es spürt, dass es gemocht wird und etwas kann, wofür es Anerkennung erntet. Denn mit einem stabileren Selbstbewusstsein lassen sich auch schulische oder pubertätsbedingte Probleme besser bewältigen.

Die „grauen Zellen“ aktivieren, aber mal anders!

Die Ferien bieten natürlich auch die beste Gelegenheit, das erlebnisreiche und lebensnahe Lernen zu fördern. Während der Schulzeit fehlt oft einfach die Zeit dazu – in den Ferien sollten Sie diese Gelegenheiten aber nicht ungenutzt vorüberziehen lassen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Ihr Kind jetzt einmal ganz anders zu fordern und es ins Denken und Handeln zu bringen. Einige dieser „spielerischen“ Möglichkeiten möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen:

Urlaubsziele recherchieren und eine Reise planen

Wohin soll die Reise gehen? Wenn Eltern mit ihren pubertierenden Kindern in den Urlaub fahren wollen, dann können die Vorstellungen mitunter weit auseinandergehen. Daher kann es sinnvoll sein, wenn nun nicht mehr ausschließlich Sie als Eltern Reiseziel und Reiseablauf planen, sondern Ihr Kind möglichst aktiv mit in diese Planung einbeziehen. Sammeln Sie zunächst in der Familie alle Bedürfnisse, die mit einem solchen Urlaub verbunden sind (z.B. Eltern: Ruhe, gutes Essen und Wandern; Kinder: Gleichaltrige Jugendliche, Tauchen oder Schnorcheln). Legen Sie ein finanzielles Budget fest und lassen Sie nun Ihr Kind intensiv mitrecherchieren und planen. Abgesehen davon, dass die Kommunikations- und Konfliktlösefähigkeit Ihres Kindes trainiert wird, wird es auch am gemeinsamen Urlaub mehr Spaß haben, wenn ein Reiseziel gefunden wird, dass alle Interessen berücksichtigt. Hinzu kommt, dass das Recherchieren, Preisevergleichen, Ausflüge planen etc. eine Herausforderung ist, die Ihr Kind kognitiv neu fordert

Tages- und Wochenendaktivitäten für die Familie organisieren

Wenn es nicht gleich eine große Urlaubsreise sein soll, dann können Sie Ihrem Kind in den Ferien aber durchaus hin und wieder die Verantwortung für die Planung und Durchführung z.B. von „Überraschungs-Ausflügen“ für einen Tag oder ein Wochenende übergeben. Auch hier legen Sie vorab das finanzielle Budget fest und dann ist Ihr Kind an der Reihe: Welche interessanten Ziele in vernünftiger Entfernung sind geeignet (archäologische Ausgrabungsstätte, Konzert-Event, Stadterkundung, Theater oder Museumsbesuch etc.)? Haben alle Familienmitglieder Lust dazu? Wo übernachten und essen wir? Kann der Familienhund mitkommen? Etc.?

Per Bahn, Fahrrad oder zu Fuß: Gemeinsam mit Gleichaltrigen reisen

Ist Ihr Teenager alt genug, ist es in jedem Fall eine Herausforderung, gemeinsam mit Freunden eine längere Tour zu unternehmen. Sich ohne Ihre elterliche Sicherheit im Rücken selbstständig in einer fremden Umgebung zurechtzufinden, fordert Ihr Kind auf eine ganz andere Weise, als es in der Schulzeit möglich ist: Mit wem würde ich gerne eine solche Reise machen? Wo soll es hingehen? Wer kümmert sich um was? Wie viel Geld hat jeder zur Verfügung? Was machen wir, wenn jemand krank wird? Brauchen wir eine Reiserücktrittversicherung? Diese Fragen beschäftigen Ihr Kind im Schulalltag nicht. Zudem erfährt Ihr Kind direkt während seiner Reise, wo es gut bzw. weniger gut geplant hat. Unmittelbarer kann Ihr Kind Lernen nicht erleben.

Angebote für Jugendfreizeiten, Bildungsreisen, Workshops etc. nutzen

Alternativ zu einer selbstorganisierten Reise bieten sich natürlich auch spezielle Bildungs- und Erlebnisreisen für Jugendliche an, um die „kleinen, grauen Zellen“ Ihres Kindes mit neuem Input zu füttern. Hier finden sich viele verschiedene Möglichkeiten – von direkt vor der Haustüre bis weit weg im Ausland, von günstig bis sehr teuer, von Sport über Sprachenlernen bis hin zu Kultur, Religion, Geschichte oder Technik, z.B.:

  • Ferienprogramme der jeweiligen Städte (z.B. von der Kinder- und Jugendförderung, den Musikschulen, Sportvereinen etc.)
  • Schüler-Sprachreisen-Vermittlungen (Auslandsaufenthalte in unterschiedlichen Ländern, in Colleges, Privatfamilien, Sportcamps etc.)
  • Jugendfreizeiten der Kirchengemeinden (Christliche Einrichtungen und die Gemeinden vor Ort bieten in den Ferien häufig Tagesausflüge, längere Fahrten zu größeren Events oder Workshops an.)
  • Jugendbildungswerke der Landkreise (Vom Bundesland geförderte außerschulische Bildungseinrichtungen, die Reisen, Workshops, Vorträge, Projekte etc. zu politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Themen für Jugendliche anbieten.)

In der Familie gemeinsam aktiv sein

Eigentlich sollte das selbstverständlich sein, doch im Schul- und Berufsalltag kommt genau das oft zu kurz. Dabei sind gemeinsame Aktivitäten, über die Sie zusammen staunen, sich freuen, diskutieren und streiten können, genau das, was den Kopf Ihres Kindes auch in den Ferien wachhält. Auch hier ein paar Möglichkeiten:

  • Theater-, Museums- und Konzertbesuche
  • Besuch von Vorträgen (z.B. zu politischen, naturwissenschaftlichen, kriminologischen Themen)
  • Gemeinsames Lesen eines Romans und Anschauen der Verfilmung
  • Kinobesuche
  • Gemeinsame Teilnahme an einem Fotokurs, Kochkurs (z.B. Sushi, Grillen) etc.
  • Gemeinsame Veränderungen in Haus, Wohnung und Garten, z.B. Bauen eines Teichs, Gartenhauses, Partykeller etc.

Ob Ihr Kind nun die gesamten Ferien zur schulfreien Erholung nutzen kann, hängt davon ab, ob es größere Lücken schließen oder vielleicht sogar noch Nachprüfungen bestehen muss. Wenn dem so ist, sind die folgenden schulbezogenen Organisations- und Lerntipps auf alle Fälle sinnvoll, aber auch gute Schüler können in den Ferien das ein oder andere für einen entspannten Start zum Schuljahresbeginn tun:

Arbeitsmaterialien checken und ausmisten

Die letzten Pausenbrotreste hat Ihr Kind hoffentlich schon rechtzeitig entsorgt – alles andere ist jetzt an der Reihe. Alte Schulbücher wegpacken, wichtige Bücher griffbereit ins Regal stellen, alte Ordner auslehren oder wegstellen, Schreibutensilien checken und neu auffüllen etc. Aber Achtung: Ihr Kind sollte nicht einfach alle Arbeitsunterlagen aus dem letzten Schuljahr wegwerfen, sondern zuvor genau überlegen, welche Hefte und Zettel (z.B. Grammatikübersichten, wichtige Mathethemen etc.) es für die einzelnen Fächer noch gut gebrauchen kann. Im Zweifel: Lieber den ganzen Ordner erst einmal aufheben. Das alles kann Ihr Kind prima in der Woche vor Schulbeginn erledigen.

Ordnersysteme anlegen

Wenn Ihr Kind bislang noch kein praktikables Ordnersystem hatte, dann bietet sich jetzt die Gelegenheit dazu, dies zu ändern. Am besten legt sich Ihr Kind für jedes Fach eine Heftmappe in einer bestimmten Farbe zu. Solche Mappen passen leicht in die Schultasche, sodass Ihr Kind in der Schule immer alle Unterlagen dabei hat. Zu Hause sollte Ihr Kind dann größere Ordner bereitstellen, in die es nach und nach die vollen Mappen entleeren kann. Verfügt Ihr Kind bereits über ein solches oder ähnliches Ordnersystem, dann reicht es völlig, wenn hier am Ender der Ferien nur „nachgerüstet“ wird. Ein zusätzlicher Zeitplaner für wichtige Termine und ein Hausaufgabenheft gehören natürlich auch in die Schultasche!

Lücken schließen – Lernplan erstellen

Hatte Ihr Kind im vergangenen Schuljahr in einem oder mehreren Fächern größere Schwierigkeiten, so sollte es die Ferien unbedingt nutzen, um die vorhandenen Wissens- und Verständnis-Lücken zu schließen. Während der Schulzeit ist dies erfahrungsgemäß nur mit großem zeitlichem Aufwand und viel Energie möglich. Je nachdem, wie groß die Probleme Ihres Kindes waren und wie viele Fächer davon betroffen sind, ist es sinnvoll, wenn sich Ihr Kind einen durchdachten Arbeitsplan für die Ferien erstellt. Die Beantwortung folgender Fragen kann ihm dabei helfen:

 

  • In welchen Fächern muss ich inhaltliche Lücken schließen, um den Stoff des nächsten Schuljahres verstehen zu können? (z.B. Mathe, Fremdsprache etc.)
  • Wo steht Lernarbeit auf dem Programm (z.B. Vokabeln)?
  • Wie lange (wie viele Tage, Stunden etc.) benötige ich, um diese Lücken jeweils zu schließen?
  • Schaffe ich das alleine oder benötige ich Unterstützung (z.B. Nachhilfe, Unterstützung durch Eltern, Freunde etc.)?

 

Hat Ihr Kind diese Fragen geklärt, dann kann es mit der Verteilung des Lernstoffs auf die einzelnen Ferientage beginnen.

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