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Junge in der Schule beim lernen
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Fokus: Jungen in deutschen Klassenzimmern

Schadet unsere Schule den Jungen?

Mehr Bewegung für Jungen wäre gut, das lässt sich jeden Tag in einer ganz normalen Schulklasse beobachten. Während die Mädchen die Köpfe zusammenstecken und reden, bewerfen sich die Jungen lieber mit Papierkugeln oder ziehen ihrem Banknachbarn spielerisch den Stuhl weg. Es ist offensichtlich, dass ihnen Bewegung guttut. Projekte, Teamarbeit oder Stationen-Aufgaben würden sie mehr ansprechen, aber den aktuellen Unterrichtsstil prägen eher individuelle, personenkonzentrierte Methoden. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Die Jungen und Mädchen sollen über sich und ihren Arbeitsstil reflektieren und selbst herausfinden, wie sie sich verbessern können. Der gesamte Unterricht ist sprach- und schreiblastig, das widerspricht dem männlichen Lernstil. Das bestätigt auch ein aktueller OECD-Bericht.

 

  • Demnach fallen die schulischen Leistungen von Jungen stetig weiter ab, die Mädchen haben sie längst auch in Mathematik überholt.
  • Jungen zeigen besonderes Desinteresse am schulischen Unterricht, das fördert den Misserfolg.
  • Zudem führt gerade bei Jungen ein Festhalten an einem patriarchalischen Rollenbild verstärkt zu Problemen im Schulalltag

 

Mein Tipp: Verknüpfen Sie das Lernen so früh wie möglich mit positiven Erlebnissen. Ergänzen Sie die Lerninhalte durch begleitende Unternehmungen und Exkursionen. Museen, Besuche im Zoo, aufregende Ausstellungen oder Ausflüge, eine Burg und mittelalterliche Festspiele, Aktivurlaub in Feriencamps oder Lesewettbewerbe machen auch Jungen Lust am Lernen.

Jungen profitieren von Disziplin und Autorität

Besonders negative Auswirkungen auf das Lernverhalten von Jungen hat ein unstrukturierter, lustloser Unterrichtsstil. Da sie sich schlecht selbst motivieren und disziplinieren können, sind männliche Schüler auf eine gewisse Autorität und Kontrolle angewiesen.

Jungen brauchen männliche Vorbilder

Erzieherinnen, alleinerziehende Mütter, Lehrerinnen: Unsere Jungen sind viele Jahre lang (im Bildungssektor) fast ausschließlich von Frauen umgeben. Das wirkt sich auf die Lernhaltung aus, denn nicht immer gelingt es weiblichen Pädagogen, Jungen zum Lernen zu motivieren. Fachlich sicherlich hoch qualifiziert und ambitioniert, unterrichten Frauen nicht schlechter als Männer. Als Vorbild in der Schule taugen sie jedoch nicht immer, denn schwerpunktmäßig männliche Sicht- und Verhaltensweisen sind ihnen manchmal eben einfach fremd. Manche Lehrerinnen sind sich dieses Umstandes bewusst und integrieren männliche Aspekte, wo immer es geht, in ihren Unterricht. Da erzählen Väter von ihrem Alltag, oder der Hausmeister zeigt die Lösung eines physikalischen Problems. Das sind aber leider noch rühmliche Ausnahmen.

So werden Jungen Gerne-Leser

Es ist kein Geheimnis, dass Jungen seltener und weniger gerne als Mädchen lesen. Das liegt unter anderem an den Inhalten der Bücher und Geschichten. Jungen lesen gerne, wenn der Text einen bestimmten Nutzen für sie hat. Gebrauchsanleitungen, Sachtexte, Bastelvorlagen oder Dokumentationen liegen ihnen. Außerdem mögen sie spannende Geschichten und lassen sich von Wettbewerbselementen einfangen. Fehlende Bewegung hingegen macht den Griff zum Buch für Jungen eher unattraktiv._adsense002

Mein Tipp: Lesen Sie mit Ihrem Sohn so oft wie möglich mit verteilten Rollen. So werden Geschichten abwechslungsreicher. Oder erweitern Sie das gemeinsame Lesen, indem jeweils nach einem oder zwei Sätzen gewechselt wird. Sie können den Leser-Wechsel auch an einen Ortswechsel knüpfen, das bringt Bewegung und Spaß beim Lesen.

Buchtipp für Jungen:

Auf dieses Buch hat Ihr Sohn gewartet! Sehr viele verschiedene Vorschläge zu sehr außergewöhnlichen, aber auch einfachen Outdoor-Aktivitäten warten hier auf abenteuerlustige Jungs. Dank einfacher und sehr genauer Beschreibungen haben die Kinder besonders viel Spaß und werden abends völlig ausgepowert in ihre Betten sinken. Ganz nebenbei müssen Jungen auch lesen, wenn sie die Anregungen verstehen wollen, das ist doppelt gut!

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