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Kinder lernen mit der Reflexionsmethode

Lernen mit der Reflexions-Methode

Lernen nicht zu vergessen

Vielleicht sind Sie auch schon verzweifelt, wenn Ihr Kind die schriftliche Subtraktion oder eine neue Rechtschreibregel nach den Sommerferien wieder vergessen hat. Untersuchungen und Tests, allen voran die PISA-Studie, zeigen auf, dass beim Lernen in der Schule oft einfach zu wenig hängen bleibt. Viele Informationen gelangen zwar ins Kurzzeitgedächtnis, werden jedoch im Langzeitgedächtnis nicht abgespeichert. Mit der Reflexions-Methode kann Ihr Kind Gelerntes jetzt besser dauerhaft speichern. Wie das geht, verraten wir Ihnen in diesem Artikel. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Die enorme Menge an Umweltreizen, zum Beispiel die Dauerberieselung mit Lärm, Musik oder Fernsehsendungen, macht es auch Kindern immer schwerer, sich lange und intensiv mit etwas zu beschäftigen. Kaum sind die Hausaufgaben erledigt, lockt ein spannender Film, ein interessantes Buch, ein Videospiel oder ein Abenteuer auf dem Spielplatz. Gut wäre es, wenn Ihr Kind sich auch nach den Hausaufgaben oder später am Tag erneut mit dem Gelernten beschäftigen würde. Der direkte Wechsel zu spannenden oder intensiven Tätigkeiten bewirkt nämlich, dass gerade erst gelerntes Wissen sofort überlagert wird und wenig Möglichkeiten hat, sich im Langzeitgedächtnis zu verankern. Besser wäre es, sich noch einen kleinen Moment Zeit zur Vertiefung des Gelernten zu nehmen.

Gemerkt oder vergessen? Reflexion macht den Unterschied

Wer kurz vor der Mathe-Arbeit noch schnell die Grundbegriffe der Geometrie auswendig lernt, muss sich nicht wundern, wenn diese nach vier Wochen längst wieder vergessen sind. Besser ist es, sich regelmäßig anhand der Hausaufgaben und Übungen mit der Materie zu befassen und mit Trainings- und Transferaufgaben zu überprüfen, ob das Wissen auch wirklich verstanden worden ist. Ihr Kind muss aktiv werden und die Lerninhalte anderen Zusammenhängen zuordnen. Mit dem Reflexionsbogen gelingt das, zum Beispiel in Mathematik.

Vorteil der Reflexions-Lern-Methode

Das Ausfüllen eines Reflexionsbogens hat den Vorteil, dass Ihr Kind seine Hausaufgaben oder die Lerninhalte noch einmal überdenkt. Diese wiederholte Beschäftigung verankert der Lernstoff besser im Gehirn, er wandert zielsicher in Richtung Langzeitgedächtnis. Dabei macht Ihr Kind sich auch klar, welchen Teil der Hausaufgaben es unter Umständen noch einmal wiederholen sollte. Besonders durch eine selbst gestellte Aufgabe am Ende kann es (aber auch die Eltern) erkennen, ob die Lerninhalte wirklich verstanden wurden. Selbst erfundene Aufgaben erleichtern Ihrem Kind auch das Verständnis von Transferaufgaben. Es lernt, sich mit der Materie intensiver auseinanderzusetzen und sie nicht nur zu reproduzieren.

Für welche Aufgaben eignen sich Reflexionsbögen?

Diese Art von Überprüfung des Lernstoffs ist nicht für alle Themen oder Hausaufgaben geeignet. Mit ein bisschen Übung gelingt es aber ganz leicht, passende Lerninhalte und Unterrichtsthemen zu finden. Der Reflexionsbogen eignet sich zum Beispiel

  • für das Vertiefen neuer Rechenarten, indem die einzelnen Rechenschritte genau abgefragt werden,
  • als Merkhilfe für Rechtschreib- und Grammatik-Regeln,
  • für viele Sachkundethemen, indem Ihr Kind über inhaltliche und weiterführende Fragen nachdenken muss.

So nutzen Sie die Reflexion für die Mathe-Hausaufgaben

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind soll in der 4. Klasse eine Reihe von Geometrieaufgaben lösen. Dabei geht es um den Gebrauch eines Zirkels sowie um die Begriffe Strecke, Gerade, parallele Gerade, senkrechte Gerade, Radius und Durchmesser. Ihr Kind liest sich die Aufgaben durch und löst sie nach dem Schema im Rechenbuch, so wie es das im Unterricht gelernt hat. Obwohl die Lösung richtig ist, muss Ihr Kind dieses Wissen aber noch lange nicht verinnerlicht haben. Möglicherweise kopiert es nur den Lösungsweg aus dem Unterricht, ohne zu verstehen, warum das so geht. Das Problem dabei ist das schnelle Vergessen. Der Lösungsweg wird nicht hinterfragt und landet nur im Kurzzeitgedächtnis. Diese Art des Lernens ist ein Grund dafür, dass immer mehr Schulabgänger einfachste Rechenwege (z.B. den Dreisatz) nicht beherrschen.

Hier können Sie Reflexionsbögen nutzen

Mit einem kleinen Mehraufwand können Sie Ihrem Kind helfen zu überprüfen, ob es sein neues Wissen wirklich verstanden und richtig angewendet hat. Ihr Kind übt so, seinen Lernprozess einzuschätzen und zu beurteilen. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Arbeitsprozess und dem -ergebnis führt zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit dem Lernstoff. Das ist gut fürs Merken. Die Bögen können unterschiedlich genutzt werden:

  • direkt nach den Hausaufgaben, mittags oder abends, zur Vertiefung des Gelernten,
  • als Wochenrückblick auf den Lernstoff der letzten fünf Tage,
  • als Orientierung zur Vorbereitung von Klassenarbeiten,
  • als Erinnerungshilfe in den letzten Wochen der Sommerferien zum Vorbereiten des neuen Schuljahres.

 

 

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