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Lesemotivation in 4 Wochen verbessern.

Kinder mit ausgefallenen Methoden zum Lesen motivieren.

Lesen ist ungemein wichtig für die Entwicklung eines Kindes und ein Indikator für den Schulerfolg. Doch was ist, wenn der Sohn lieber Fußball spielt und die Tochter das Fernsehprogramm jedem Buch vorzieht? Druck, Zwang oder sogar Erpressung sind keine Lösung, wenn es darum geht, die Lust am Lesen zu wecken. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Maximilian, ein aufgeweckter Drittklässler aus meiner lerntherapeutischen Praxis, hat Schwierigkeiten mit seiner Rechtschreibung. Bereits zwei Tests haben ergeben, dass er nicht unter einer Lese-Rechtschreibschwäche oder Legasthenie leidet. Der Grund für seine Fehler ist schlichtweg seine Unlust zu lesen. Ohne sich regelmäßig Wörter anzusehen, wie es nun mal beim Lesen automatisch geschieht, entwickelt sich Maximilians Wortbildgedächtnis nur langsam. Ihm fällt es einfach nicht auf, wenn ein Wort „komisch“ aussieht, er zum Beispiel "unt" anstelle von "und" schreibt. Besonders bei solchen Merkwörtern, deren Schreibweise nicht ableitbar ist, kommt das Wortbildgedächtnis zum Tragen.

Wer schlecht liest, rechnet auch langsam

Aber Lesen hat noch mehr Funktionen, die Maximilian bisher weitgehend verschlossen bleiben. Durch die mangelnde Übung liest der Drittklässler stockend und langsam wie ein Erstklässler. Oft verliest er sich und versteht Anweisungen oder Arbeitsaufträge falsch. Im Rechnen, bei den Textaufgaben, braucht er sehr lange, um die Fragen überhaupt zu verstehen.

So kann das nicht weitergehen, entscheiden seine Eltern. Sie entschließen sich, ab sofort jede Woche eine neue Lesemethode mit Maximilian auszuprobieren. Ein sorgfältiges Protokoll soll am Ende der einmonatigen Testphase klären, welche Methode Maximilian am besten geholfen hat. Dabei geht es in erster Linie um die Motivation, denn irgendwie findet der Junge einfach keinen Spaß an Büchern.

1. Papas Methode: Wenn’s am spannendsten ist …

(Lese-Motivation fördern durch Spannung und Neugier)

Oft erleben Jungen ihre Väter nicht als Vorleser, obwohl das männliche Vorbild sehr wichtig ist. Bei Maximilian wird sich das ab sofort ändern. In der ersten Woche wählt Maximilians Vater ein spannendes Kinderbuch mit 64 Seiten aus. Er entscheidet sich für „Das Piratenschwein“ von Cornelia Funke und Kerstin Meyer.

Jeden Abend liest er seinem Sohn etwa fünf Seiten vor und stoppt dann ganz bewusst an einer sehr spannenden Stelle. Das aufgeschlagene Buch bleibt neben Maximilians Bett liegen, in der Hoffnung, dass er die Spannung nicht aushält und selbst weiterlesen möchte. Am Ende der Woche ist Maximilians Vater erfreut, denn Maximilian hat nach fünf Tagen wirklich damit begonnen, einige Seiten selber zu lesen.

2. Mamas Methode: Mein Buch über dich

(Lese-Motivation fördern durch eine ganz persönliche Geschichte)

Maximilians Mutter hat sich etwas ganz anderes ausgedacht. Während ihr Mann dem Sohn vorliest, verfasst sie am Computer sieben Tage lang ein ganz persönliches Erlebnisbuch mit ungefähr 14 Seiten insgesamt. Jeden Tag beschreibt sie auf zwei Seiten, welche Erlebnisse und Erfahrungen ihr Sohn vom jeweiligen Tag berichtet hat. Das ist wie eine schriftliche Fotografie der letzten Woche.

Das Werk beginnt so: „Am Montag hatte ich Angst, in die Schule zu gehen, denn ich habe nicht alle Hausaufgaben dabeigehabt. Es gab aber keinen Ärger. Nach der Schule hat mich Simon besucht und wir haben Karten gespielt. Simon hat gewonnen – Mist!“ Zu Beginn der zweiten Woche bekommt Maximilian dieses sehr persönliche Schriftstück. Seine Aufgabe ist es, jeden Tag zwei Seiten darin zu lesen. Maximilian ist stolz, dass seine Mutter sich so eine Arbeit gemacht hat, und liest.

3. Welches Buch bekommt Mara?

(Lese-Motivation fördern durch Übertragung von Verantwortung)

Cousine Mara wird fünf Jahre alt, und Maximilian soll dem kleinen Mädchen ein Buch aussuchen. Dazu hat seine Mutter die Pixi-Reihe „Mit Pixi in die Schule“ gekauft. Maximilian soll nun jeden Abend eines der Bücher lesen, beim Frühstück die Zusammenfassung erzählen und dann am Ende der Woche entscheiden, welches Buch das beste für Mara ist. Pixi findet Maximilian eigentlich nicht so spannend, aber er mag seine Cousine sehr und liest schnell jeden Abend eines der kleinen Bücher, bis die sieben Tage vergangen sind.

4. Maximilian liest an verschiedenen Orten

(Motivation fördern durch ungewöhnliche Leseorte)

Maximilian darf sich für die letzte Woche in der Buchhandlung seinen Lesestoff selber aussuchen. Er entscheidet sich für Christine Nöstlinger: „Schulgeschichten vom Franz“ (64 Seiten). Nun suchen er und seine Eltern sieben verschiedene Plätze aus. Jeden Tag darf Maximilian entscheiden, an welchem Ort er das Buch lesen möchte. Dabei notiert er, wo er die meisten Seiten geschafft hat. Die Leseorte von Maximilian sind:

  • in der Badewanne
  • am Esstisch
  • im Bett
  • im Schaukelstuhl
  • auf der Toilette
  • mit der Taschenlampe unter der Bettdecke
  • auf dem Sofa

Nach sieben Tagen weiß er, wo ihm das Lesen am leichtesten fällt.

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