Kommentare:
Schülerin beim Lernen in einer Bibliothek
© Wavebreak Media Ltd - 123rf.com

Schritt für Schritt die Prüfungsangst überwinden: Das schafft Ihr Kind!

Effektives Lernen mit Methode

Wenn Kinder nachts nicht mehr ruhig schlafen, weil am nächsten Tag eine Klassenarbeit geschrieben wird, hat das Thema Prüfungen definitiv zu viel Gewicht bekommen. Und wenn Schülerinnen und Schüler sich morgens sogar übergeben, weil sie Angst vor einem Test haben, läuft etwas völlig aus dem Ruder. Wir zeigen Ihnen, wie Ihr Kind seine Ängste mit Ihrer Hilfe Schritt für Schritt überwinden kann. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Etwas Aufregung vor einem Test oder einer Klassenarbeit ist ganz normal und fördert sogar das konzentrierte Arbeiten. Auch wenn Kinder ab und zu Angst davor haben, wegen eines Tests in die Schule zu gehen, überwinden sie sich in der Regel schnell. Spätestens im Klassenraum, wenn die Hefte ausgepackt werden, sind die Sorgen dann vergessen. In manchen Fällen steigern Kinder sich jedoch in Ängste hinein und lassen sich davon beherrschen.

Finden Sie die Gründe für die Angst heraus und stellen Sie sie gemeinsam mit Ihrem Kind ab

Das klingt einfach, ist es aber nicht immer. Einige Kinder können die Gründe nicht benennen, oder die Ursachen sind Teil des Schulsystems und können nur schwer beseitigt werden. Trotzdem ist der erste Schritt klar: die Ursachensuche.

Checken Sie doppelt

Diese Checkliste können Sie für Ihr Kind durchgehen, aber sie kann auch von Ihrem Kind beantwortet werden. So bringt sie möglicherweise neue Erkenntnisse.

Checkliste Prüfungsangst: Was sind die Ursachen bei Ihrem Kind?

1. Ihr Kind hat das Gefühl, die Prüfung wäre besonders wichtig.
    Es misst ihrsubjektiv einen hohen Wert zu, weil:

  • der Respekt der Klasse damit verbunden ist
  • die Einschätzung des Lehres daran hängt
  • die Reaktion der Eltern gefürchtet wird
  • es eine undefinierbare Angst verspürt
  • eine reale Konsequenz damit zusammenhängt,
    beispielsweise die Versetzung

2. Ihr Kind hat das Gefühl, dass das Bestehen der Prüfung zumindest
    fraglich ist und es versagen könnte. Dafür gibt es Gründe, nämlich: 

  • Ihr Kind hat sich nicht ausreichend vorbereitet.
  • Ihr Kind versteht den Schulstoff nicht, es ist überfordert.
  • Ihr Kind kennt die Situation eines Blackouts und fürchtet ihn.
  • Ihr Kind ist krank, unausgeschlafen, hat Unterricht versäumt.
  • Ihr Kind traut sich generell wenig zu.

Schritt 1: Rücken Sie die Klassenarbeit in die 2. Reihe

Wie wichtig ist die Prüfung wirklich? Gehen Sie mit Ihrem Kind die Ängste aktiv an, und räumen Sie sie gründlich aus. Wegen einer schlechten Note hat noch kein Kind den Respekt seiner Freunde verloren, und die anderen Kinder kann es getrost ignorieren. Den Lehrer beeindruckt Ihr Kind auch mit einem Referat oder einer Zusatzaufgabe. Entwickeln Sie Alternativen. Angst vor den Eltern können Sie ebenfalls leicht ausräumen, indem Sie eine schlechte Note einfach mal feiern, etwa mit einem Besuch im Zoo. Loben und bestätigen Sie Ihr Kind, so steckt es die Note schneller weg und verliert seine Motivation nicht. Schließlich hat sich Ihr Kind für die Arbeit vorbereitet und angestrengt, das darf auch bei einem schlechten Ergebnis gewürdigt werden. Auch wenn es um die Versetzung geht, sollten Sie den Druck rausnehmen, denn der hilft nicht weiter.

Schritt 2: Stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes

Auch wenn Ihr Kind Angst hat zu versagen, können Sie etwas tun. Gegen Ursachen wie eine schlechte Vorbereitung hilft bei künftigen Tests und Klassenarbeiten ein Vorbereitungsplan. Unterstützen Sie Ihr Kind darin, jeden Tag etwas von dem geforderten Schulstoff zu wiederholen. Nach und nach werden sich seine Leistungen verbessern. Ist Ihr Kind jedoch grundsätzlich überfordert, müssen Sie über eine Nachhilfe, Lerntherapie, eine Klassenwiederholung oder einen Schulwechsel nachdenken.

Schritt 3: Nehmen Sie Unterstützung in Anspruch

Unklare Ängste, denen Sie nicht beikommen können, gehören in die Hände von Fachleuten. Beispielsweise wenn sich der Blackout ständig wiederholt, obwohl Sie bereits einiges probiert haben. Manchmal verfügen Sie als Eltern eben nicht über das nötige Fachwissen und dürfen das auch ohne schlechtes Gefühl akzeptieren. Schulpsychologen, niedergelassene Kindertherapeuten, Jugendpsychiater, Psychologen oder Pädagogen in den örtlichen Erziehungsberatungsstellen haben viel Erfahrung mit Ängsten und kommen oft schnell auf den Punkt. Zögern Sie nicht zu lange, bei diesen Fachleuten einen Termin auszumachen, denn Ängste setzen sich schnell fest. Dann wird es immer schwerer, sie wieder loszuwerden.

Mein Tipp!

Die „Ich hab’s geschafft!“-Galerie Immer wenn Ihr Kind sich verbessert hat, weniger Angst verspürte oder seine Angst überwunden hat, sollte sein Erfolg auch gewürdigt werden. Je mehr dieser Urkunden Ihr Kind erhält, desto besser. Aufgereiht über dem Schreibtisch oder im Flur kann es so ganz konkret sehen, welche Fortschritte es bereits gemacht hat. Das macht Mut und stolz!

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Schritt für Schritt die Prüfungsangst überwinden: Das schafft Ihr Kind!"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Lernmethoden und Lerntechniken" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Lernmethoden und Lerntechniken" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?