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Schüler rechnet Aufgaben mit Uhrzeit
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Rechnen mit Zeit: Von der Uhr bis zum Fahrplan

Effektives Lernen mit Methode

Pünktlich zu sein, ist typisch deutsch, keine Frage. Das wird spätestens im Kontakt mit anderen Kulturen deutlich. Doch um pünktlich sein zu können, ist ein souveräner Umgang mit der Zeit Grundvoraussetzung. Die Bedeutung von Sekunden, Minuten und Stunden ist dabei ebenso wichtig wie das Bestimmen von Zeitspannen und Zeitpunkten. Wie Sie Ihr Kind beim Rechnen mit Zeit unterstützen können, erfahren Sie in diesem Beitrag 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Spätestens mit der Einschulung wird die Uhrzeit für Kinder immer wichtiger. Sie müssen pünktlich zum Unterricht erscheinen, den Busfahrplan lesen und die Dauer von Wegstrecken einschätzen können. Für viele Erstklässler ist die Zeit noch ein großes Rätsel. Nach und nach lernen sie jedoch, Zeitpunkte und Zeitspannen zu bestimmen sowie Zeitaufgaben zu rechnen. Was ist daran aber so schwierig, dass manche Kinder noch in der weiterführenden Schule Probleme mit dem Berechnen von Zeitaufgaben haben?

1. Die Größe Zeit wird durch eine hohe Zahl von Einheiten bestimmt, die sich nicht am Dezimalsystem orientieren. Es gibt die Sekunden, die Minuten, die Stunden, die Wochen, die Monate, die Jahre und die Jahrzehnte. Wie viele Sekunden hat eine Minute? 60. Wie viele Tage ein Monat? 28, 30 oder 31. Für dieses Wissen benötigt Ihr Kind schon das Mengenverständnis. Übung: Lassen Sie Ihr Kind schätzen, wie lange eine 1 Minute ist. Zunächst bekommt es keine Hilfsmittel an die Hand. In einem zweiten Versuch soll es leise bis 60 zählen. Das Gleiche können Sie dann auch mit dem Verhältnis zwischen Minuten und Stunden ausprobieren, indem Ihr Kind selbst einschätzen soll, wann beispielsweise 3 Stunden vergangen sind.

2. Weiterhin können Zeitpunkte auch durch ein Datum bestimmt werden. Der wievielte ist heute? Hierbei wird das ordinale (bezieht sich auf den Rang) Zahlenverständnis gefordert. Der 3.12. hat etwas mit der Rangfolge zu tun, nicht mit der Menge. Übung: Lassen Sie Ihr Kind einen Geburtstagskalender ausfüllen. Am wievielten Tag im Juni hat Mama Geburtstag, wann Papa und wann die Freundin? Weitere Ordinalzahlen kann es erkennen: „Den wievielten Platz hat eine Fußballmannschaft erreicht? In welcher Reihe sitzt der Kinobesucher?

3. Zum Aufschreiben von Uhrzeiten oder Daten werden unterschiedliche Schreibweisen genutzt (z. B. 4.5. | 4. Mai | 04/05), die einem Kind immer wieder begegnen und es verunsichern. Übung: Suchen Sie in Zeitungen, Büchern, in Fernsehsendungen oder im Internet nach Möglichkeiten, Uhrzeiten oder Daten aufzuschreiben. Üben Sie dann das Schreiben von Uhrzeiten mit den gefundenen Methoden. Lassen Sie Ihr Kind auch die gleiche Uhrzeit auf einer analogen Uhr und digital auf dem Tablet vergleichen.

4. Auch in der Sprache werden Daten und Uhrzeiten (z. B. viertel vor drei, zwei Uhr fünfundvierzig, dreiviertel drei) unterschiedlich benannt. Das kann verwirren. Übung: Suchen Sie in Fernsehsendungen oder im Internet nach Möglichkeiten, Uhrzeiten oder Daten auszusprechen. Üben Sie dann das Aussprechen von Uhrzeiten anhand der vorgefundenen Varianten.

5. Für das Berechnen von Zeit - spannen und -differenzen muss ein Kind die Addition und die Subtraktion beherrschen. Bei der Umrechnung benötigt es auch die Multiplikation und die Division. Übung: Alle Grundrechenarten muss Ihr Kind immer wieder trainieren. Viele verschiedene Methoden finden Sie in unseren Ausgaben von Lernen und fördern mit Spaß!, sowohl in den gedruckten Ausgaben als auch in den Down loads im Internet.

6. Kompliziert und verwirrend ist auch die umgangssprachliche Gewohnheit, die Stunden eines Tages ab 12 Uhr wieder von vorne zu beginnen: 15 Uhr ist dann eben 3 Uhr. Übung: Stellen Sie vier leere 12erEierkartons in einer Reihe auf, sodass die Reihe insgesamt 24 Felder lang ist. Ihr Kind soll nun für jede Stunde eine rote Murmel in die ersten 12 oberen Felder legen. Ab 13 Uhr (ein Uhr) legt es sowohl eine rote Murmel in das obere, aber auch eine blaue Murmel in das untere Feld. So wird deutlich, dass um 13 Uhr gleichzeitig auch 1 Uhr ist – je nachdem, für welche Farbe es sich entscheidet bzw. wo es anfängt zu zählen. Fragen Sie nun mit dieser Hilfe verschiedene Uhrzeiten ab

7. Zeit lässt sich nicht anfassen, sie wird individuell unterschiedlich empfunden; hat keinen Anfangs- und keinen Endpunkt. Übung: Diskutieren Sie mit Ihrem Kind über die Zeit. Stellen Sie Fragen, und lassen Sie sich von den Antworten überraschen. Warum brauchen wir die Zeit? Was wäre, wenn es kein Zeitmaß gäbe? Wie würdest du dich mit deinen Freunden verabreden? Woher wüsstest du, wann das Kino beginnt? Wenn Sie mit diesen Übungen bei Ihrem Kind den Grundstein für das Verständnis von Zeit gelegt haben, können Sie zu weiteren praktischen Aufgaben übergehen. 

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