Kommentare:
© Tatyana Gladskih - Fotolia.com

So lernt Ihr Kind, eigenverantwortlich zu arbeiten

Methodentraining Grundschule

Lernmethoden zu vermitteln erhält in der Schule eine immer größere Bedeutung. Neben der Wissensvermittlung ist das selbstgesteuerte Lernen ein wichtiges Ziel. Schon Grundschüler sollen Strategien und Techniken kennen lernen, mit denen sie ihre Lernkompetenz verbessern können. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen im folgenden Beitrag mit Methoden-Beispielen für gelungene Organisation, Motivation, Informationsbeschaffung und Kommunikation. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Schon ab der ersten Klasse können Kinder lernen, ihre Aufgaben für die Schule selbst zu organisieren. Später kommen dann nach und nach etwas aufwändigere Methoden hinzu. Anfangs wird Ihrem Kind nicht immer alles gleich gelingen, aber mit der Zeit wird das methodische Vorgehen zur Selbstverständlichkeit, und Ihr Kind profitiert von seinen Kenntnissen. Lassen Sie sich und Ihrem Kind Zeit. Bleiben Sie geduldig, und vermitteln Sie die Methoden ohne Druck, aber mit spielerischer Beharrlichkeit. Machen Sie es Ihrem Kind vor, indem Sie die eine oder andere Methode selbst anwenden.

Schaffen Sie einen Methodenschatz

Es gibt eine große Vielzahl von Methoden, die jede für sich Vorteile haben. Ihr Kind wird jedoch niemals alle Methoden lernen und anwenden können. Besonders in der Grundschule wäre es damit vollkommen überfordert. Beschränken Sie sich daher auf wenige Methoden, die Ihr Kind mag, beherrscht und regelmäßig anwendet. In jedem Schuljahr können dann zwei oder drei neue Methoden hinzukommen. Beginnen Sie mit etwas ganz einfachem, zum Beispiel einer Methode zur Strukturierung der Arbeitsaufgaben.

 So funktioniert die Methode Wäscheleine (ab Klasse 1)

Mein Tipp
Erstellen Sie Kärtchen mit den wichtigsten Lebensmitteln (Milch, Brot, Butter, Käse etc.) und lassen Sie Ihr Kind die Methode ganz spielerisch und quasi nebenbei anwenden, indem es sie auch im Haushalt bei der Einkaufsliste einsetzt

Ziel: Organisation – keine Hausaufgabe vergessen

Material: Wäscheleine, Wäscheklammern, bunter Karton, Stifte

So geht's: 

  • Spannen Sie eine Wäscheleine durchs Zimmer oder zwischen zwei Regale. Bemalen Sie bunte Kärtchen mit Symbolen für jedes einzelne Unterrichtsfach.
  • Besprechen Sie nun nach jedem Unterrichtstag mit Ihrem Kind, was es für den nächsten Tag machen soll. Nehmen Sie die entsprechenden Kärtchen, und lassen Sie Ihr Kind diese mit Wäscheklammern an die Leine hängen.
  • Jedes Mal, wenn es eine Aufgabe erledigt hat, kann es das Kärtchen abhängen und in ein extra dafür bereitstehendes Kästchen legen.
  • Sobald Ihr Kind in der Schule damit beginnt, die Hausaufgaben aufzuschreiben, können die Bildkarten auch durch Textkarten (dann wird der Name des Faches aufgeschrieben) ersetzt werden. Unsere Kärtchen können Sie sich im Internet downloaden (siehe Internet-Download).

 

 So funktioniert die Methode Zauberhut (ab Klasse 2)

Mein Tipp
Ab der 3. Klasse können Sie die Hüte verschiedenen Sichtweisen zuordnen. Lassen Sie Ihr Kind dann Standpunkte aus verschiedenen Blickwinkeln vertreten. Mit dem roten Hut vertritt Ihr Kind stets einen optimistischen Standpunkt, mit dem schwarzen einen pessimistischen, mit dem gelben hält es sich nur an Fakten, und mit dem grünen sieht es nur seinen eigenen Vorteil.

Ziel: Kommunikation und Empathie – andere Sichtweisen verstehen

Material: 3 verschiedene Hüte (eventuelll aus Faschingszubehör oder auch selbst gebastelt)

So geht's:

  • Wenn Ihr Kind damit beginnt, Texte zu lesen und Geschichten selber zu erfassen, können die Zauberhüte ihm beim Textverständnis helfen. In den meisten Geschichten kommen mehrere Personen oder Figuren vor, die in einem Verhältnis zueinander stehen.
  • Für jede Figur wird ein Hut bestimmt. Lassen Sie Ihr Kind nun die Geschichte lesen.
  • Stellen Sie ihm danach Fragen zu den einzelnen Personen oder Figuren. Wenn es diese Fragen beantwortet, zieht es dabei den jeweiligen Hut auf. So versetzt es sich leichter in die unterschiedlichen Sichtweisen.

 

So funktioniert die Methode Pluspunkt (ab Klasse 1)

Ziel: Motivation zum Lernen verbessern

Material: besonders schön gestaltete Kärtchen

So geht's:

  • Jeden Tag erbringt Ihr Kind seine Leistung in der Schule und bei den Hausaufgaben zuhause. Häufig steht dabei im Vordergrund, was es (noch) nicht so gut kann. Den wenigsten Eltern oder Lehrern gelingt es, die positiven Verhaltensweisen eines Kindes regelmäßig hervorzuheben. Besonders im Alltagsstress oder in der Großgruppe Klasse gehen die individuellen Leistungen der Kinder oft unter. Die Methode Pluspunkt hilft Eltern dabei, Ihr Kind regelmäßig zu loben und dadurch zu motivieren.
  • Am Ende eines jeden Tages müssen sich die Eltern über eine Verhaltensweise Ihres Kindes einigen, die besonders erwähnenswert war. Diese wird auf ein schönes Kärtchen geschrieben und dem Kind vor dem Schlafengehen überreicht. Der „Pluspunkt“ geleitet Ihr Kind glücklich in den Schlaf und motiviert es, am nächsten Tag erneut etwas Positives zu tun. Je mehr Pluspunkte Ihr Kind hat, desto länger und schneller kann es motiviert lernen.
Diesen Artikel weiterlesen?
mehr erfahren...

Als Leser von "Lernen und Fördern mit Spaß" erhalten Sie hier Einblick in 2 weitere Methoden: "Expertenbefragung" und "Quadratmalen"

Diesen Artikel freischalten

Dies ist ein Premium-Inhalt auf Elternwissen.com, der nur Abonnenten unserer monatlichen Eltern-Ratgeber angezeigt wird.

Wenn Sie diesen Artikel weiterlesen möchten, können Sie hier ein 30-tägiges Test-Abonnement abschließen.

Bitte wählen Sie Ihr Wunsch-Produkt aus:

Sie sind bereits Premium-Mitglied?

Geben Sie hier Ihren Benutzernamen und Passwort ein:

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "So lernt Ihr Kind, eigenverantwortlich zu arbeiten"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Lernmethoden und Lerntechniken" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Lernmethoden und Lerntechniken" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?