Kommentare:
Teenager bei den Hausaufgaben
© Vadim Guzhva - 123rf.com

Mit diesen Wortarten bringt Ihr Kind Schwung in die Bildergeschichte

Effektives Lernen mit Methode

Wenn Ihr Kind eine Geschichte Bild für Bild beschreibt und die Handlung richtig wiedergibt, hat es die Grundanforderungen der Aufgabe erfüllt. Damit eine Geschichte jedoch lebendig und unterhaltsam wird, muss Ihr Kind noch mehr können. Es braucht Fantasie, um die Bilder zum Leben zu erwecken. Ein reicher Wortschatz und lebendige Schilderungen sind die Krönung der Bildergeschichte 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Es gibt wichtige Wortarten, durch die einem Aufsatz, also auch einer Bildergeschichte, Leben eingehaucht wird. Das sind die Adjektive, die Verben und die Adverbien. Sie vermitteln einen Eindruck von der Situation, verdeutlichen Gefühle und konkretisieren Sachverhalte, die nicht auf Anhieb ersichtlich sind. Ohne Adjektive bleibt eine Schilderung blass und oberflächlich. Mindestens ebenso wichtig sind allerdings auch aussagekräftige Verben, die durch Adverbien noch verstärkt werden können. Die folgenden Beispiele zeigen, was damit gemeint ist

Beispiel Einleitung: Ein Mädchen geht mit ihrem Hund spazieren.

1. Ergänzung des Textes durch Adjektive:

Anna hat gute Laune. Sie geht mit ihrem kleinen, gefleckten Hund Sammy spazieren. Die Sonne scheint und die Wiese duftet nach frischem Gras.

2. Ergänzung des Textes durch Verben und Adverbien:

Anna sprüht vor guter Laune. Sie entschließt sich, mit ihrem kleinen, gefleckten Hund Sammy einen langen Spaziergang zu machen. Die Sonne scheint und die Wiese duftet nach frischem Gras. Sammy lauscht aufgeregt, die Geräusche im Gras gefallen ihm.

Treffende Wörter regen die Vorstellungskraft an

Die Verwendung der verschiedenen Wortarten führt dazu, dass der Leser sich die Situation sehr konkret vor - stellen kann. Er weiß, wie sich das Mädchen fühlt, wie es sich bewegt, welche Laune es gerade hat, was der Hund für ein Temperament zeigt, wie sein Fell aussieht und wie groß er ist. Alle diese Informationen stecken, dank der Adjektive, Verben und Adverbien, in nur wenigen Sätzen.

Erklären Sie Ihrem Kind, warum Einzelheiten wichtig sind

Wenn Kinder damit anfangen, zu Bildern Geschichten zu schreiben, denken sie nicht an die späteren Leser. Sie machen sich nicht klar, dass die Leser die Bilder nicht sehen, sondern beschrieben bekommen. Vieles erscheint ihnen selbstverständlich. Warum sollen sie also darüber noch etwas schreiben? Natürlich sieht das schreibende Kind, dass der Hund klein ist und Flecken hat. Doch diese Informationen auch aufzuschreiben, dafür braucht es Übung und Hilfe.

So erweitert Ihr Kind seinen Wortschatz

Trainieren Sie mit Ihrem Kind das Finden von Adjektiven und Verben. Je öfter es solche Aufgaben löst, desto größer wird sein Wortschatz. Eine beliebte Adjektiv-Übung ist das Finden passender Begriffe zu den einzelnen Buchstaben des eigenen Vornamens. Achten Sie darauf, dass die Adjektive positiv sind, um niemanden zu kränken.

Frederik

F = fröhlich E = ehrgeizig R = robust R = ruhig E = ehrlich I = intelligent D = durstig K = kräftig

Schimpfen darf auch sein und macht besonders Spaß!

Suchen Sie dann noch eine fiktive Figur aus, die Ihr Kind mit negativen Eigenschaften belegen kann. Vielleicht einen imaginären Haustroll oder den Übeltäter aus einer Geschichte.

Voldemort

V = verklemmt M = mies O = oberfaul O = oberflächlich L = lieblos R = ranzig D = dämlich T = tollpatschig T = tollpatschig

Wortfeld-Übungen: So trainiert Ihr Kind, lebendige Verben zu finden

Nicht ganz so lustig, aber ebenso effektiv sind Wortfeld-Übungen zu bestimmten Grundverben. Das lässt sich wunderbar mit einer Kreisübung verwirklichen. Ihr Kind soll zu dem jeweiligen Grundverb andere Verben finden, die alternativ eingesetzt werden können. Machen Sie ruhig einen Wettbewerb daraus, bei dem Ihr Kind einen Preis gewinnt, wenn es mehr als fünf passende Verben findet. Weitere Übungsbegriffe können sein:

singen (trällern, schmettern, summen, brummen, jodeln) reisen (fliegen, Auto fahren, Zug fahren, Schiff fahren, wandern) rechnen (addieren, subtrahieren, knobeln, multiplizieren, dividieren) schreiben (krakeln, schönschreiben, schmieren, notieren, abschreiben) malen (kritzeln, zeichnen, ausmalen, skizzieren, tuschen)

Mein Tipp!

Eine tolle Übung zur Erweiterung des Wortschatzes ist das Familien-Spiel „Tabu“ („Tabu Junior“, erhältlich z.B. bei Amazon, ca. 25 €). Dabei müssen Begriffe erklärt werden, ohne bestimmte Wörter zu benutzen. Mit diesen Aufgaben aktiviert Ihr Kind seinen brachliegenden Wortschatz und lernt neue Begriffe spielerisch hinzu.

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "Mit diesen Wortarten bringt Ihr Kind Schwung in die Bildergeschichte"

Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Lernmethoden und Lerntechniken" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Lernmethoden und Lerntechniken" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?