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Lernen in Bewegung: So nutzen Sie den Bewegungsdrang Ihres Kindes

7 Bewegungsspiele für alle wichtigen Fächer

Babys und Kleinkinder sind immer in Bewegung. Viele Grundschulkinder aber sitzen beim Lernen, Lesen und Spielen fast den ganzen Tag. Dieser Bewegungsmangel ist eine häufige Ursache für Konzentrationsschwierigkeiten ist. Erfahren Sie im folgenden Beitrag, warum und wie Bewegung Ihrem Kind beim Lernen helfen kann. Steigern Sie mithilfe unserer Tipps die schulische Leistungsfähigkeit Ihres Kindes. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Eine Studie der Universität Basel in 16 Klassen mit 540 Schülern im Jahr 2009 bestätigt: Bewegung hilft bei allen Lernprozessen. Durch die Verbindung mehrerer Sinne (z.B. wenn ein Erstklässler einen neuen Buchstaben hört, sieht und auf einem Seil abläuft) werden beide Gehirnhälften trainiert. Körperliche Aktivität führt zu einer verbesserten Sauerstoff- und Zuckerversorgung des Gehirns. Die Synapsenbildung und die Neubildung von Neuronen werden angeregt, der Endorphinspiegel steigt.

Diese Vorteile bietet das Lernen in Bewegung Ihrem Kind

Die Schweizer Forscher stellten in Schulklassen, in denen die Kinder sich regelmäßig und vielseitig bewegen, positive Auswirkungen auf das Lernen fest:

  • Die Leistungsfähigkeit und die Belastbarkeit steigen.
  • Die Konzentrationsfähigkeit verbessert sich.
  • Die Merkkapazität erhöht sich.
  • Die Lernfreude und die Motivation für die Schule werden gesteigert.
  • Stress, Ängste und Aggressionen werden abgebaut.
  • Tritt Unruhe auf, so führt Bewegung zum Wiederfinden von Balance und Ruhe.
  • Bei entstehender Müdigkeit aktiviert Bewegung den Lernenden schnell wieder.
  • Das Erleben des eigenen Könnens, aber auch der eigenen Grenzen führt zu einer befriedigenden Selbsterfahrung.
  • Durch mehr Ausgeglichenheit zeigen die Schüler ein positiveres Sozialverhalten.

Wem hilft Bewegung beim Lernen?

Von Anfang an lernen Kinder durch körperliche Aktivität. Nachdem ein Baby zunächst nur liegt, erweitert es durch Krabbeln seinen Radius und erobert seine Umwelt. Es begreift immer mehr Dinge, erwirbt dabei Selbstkontrolle und Selbstwertgefühl. Diesen angeborenen Bewegungsdrang haben alle Kinder und Aktivsein macht ihnen Spaß. Allerdings dominiert das Lernen im Sitzen den Schulalltag, was bei vielen Schülern zu Haltungsschäden, Konzentrationsproblemen, auffälligem Arbeits- oder Sozialverhalten und erhöhter Aggressivität führt. Um sich gesund entwickeln und  lernen zu können, benötigen Kinder daher ausreichend Bewegung. Für zwei Kindertypen ist Bewegung beim Lernen besonders wichtig:

1. Motorische Lerntypen

Diese Kinder benötigen Bewegungen, Gesten, Mimik oder auch Melodien, um sich Lernstoff besser einprägen zu können. Sie lernen z.B. indem sie beim Vokabellernen umhergehen oder während der Hausaufgaben mit dem Bein unter dem Tisch schaukeln.

2. Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten

„Zappelphilippe“ sind beim Lernen unaufmerksam, stören häufig den Unterricht und sind leicht ablenkbar. Sie haben einen hyperaktiven Bewegungsdrang. Diesen Kindern hilft es, wenn sie sich beim Lernen bewegen können (z.B. ein Laufdiktat machen) oder wenn sie zwischen den Lernphasen kurze Bewegungspausen bekommen (z.B. Hefte austeilen). Anschließend können sie wieder konzentrierter arbeiten. „Träumsusen“, die im Unterricht häufig mit den Gedanken abschweifen, profitieren ebenfalls vom bewegten Lernen.

Der bewegte 3-Phasen-Lernrhythmus:

Zappelt Ihr Kind bei den Hausaufgaben viel auf seinem Stuhl herum? Dann nutzen Sie das 3-Phasen-Modell, um seinen Bewegungsdrang gezielt fürs Lernen zu nutzen. Die nachfolgenden Tipps zeigen Ihnen, wie ein bewegter Lernrhythmus für Ihr Kind aussehen könnte.

Phase 1: Bewegung vor dem Lernen

Mein Tipp
Erzählen Sie Ihrem Kind, während Sie Hausarbeiten erledigen, eine Mitmach-Geschichte. Dabei muss Ihr Kind zu bestimmten Wörtern in der Geschichte eine vereinbarte Aktivität ausführen wie z.B. aufstehen, sich hinknien oder den Arm in die Höhe strecken. 

Bereits Bewegungen mit geringer Intensität (z.B. aufstehen, gehen oder sich setzen) reichen aus, um die Informationsverarbeitung im Gehirn zu optimieren. Schicken Sie Ihr Kind also nicht direkt vom Mittagessen an den Schreibtisch. Lassen Sie es stattdessen im Haushalt mithelfen (z.B. die Spülmaschine einräumen, den Müll runterbringen oder die Wäsche aufhängen). Vielleicht macht Ihr Kind noch einen kurzen Botengang. So könnte es Briefe zur Post oder Überweisungen zur Bank bringen. Sicherlich macht es Ihrem Kind Spaß, Kuchen zu  holen, den Sie dann gemeinsam nach den Hausaufgaben verputzen. Bei diesen kurzen Bewegungsanlässen tankt Ihr Kind neue Kraft und Motivation für das spätere Arbeiten und wird konzentrierter bei der Sache sein.

Phase 2: Bewegung beim Lernen

Lassen Sie Ihr Kind alternative Sitzformen ausprobieren. Vielleicht kann es besser arbeiten, wenn es vor seinem Tisch steht oder mit einem Kissen unter dem Oberkörper auf  dem Boden liegt. Eventuell hilft ihm auch das Sitzen auf einem Sitzball, einem Sitzwürfel aus Schaumstoff oder auf einem mit Luft gefüllten Sitzkissen (z.B. Dynair Kids). So bleibt es beim Arbeiten in Bewegung.

Bemerken Sie, dass die Konzentration Ihres Kindes nachlässt, hilft eine kurze Bewegungspause. Übungen wie z.B. Schulternkreisen, einen Hampelmann machen, um den Stuhl herumgehen oder in die Küche und wieder zurückhüpfen bieten sich an. So wird Ihr Kind schnell wieder aufnahmebereiter. Allerdings sollte diese Auflockerung nicht länger als fünf Minuten dauern, damit Ihr Kind zum Lernen zurückfindet.

Phase 3: Bewegung nach dem Lernen

Mein Tipp
Ständige Bewegung führt zu Unruhe und Erschöpfung. Deshalb ist es ist wichtig, dass sich bewegte und ruhige Phasen im Tagesablauf Ihres Kindes abwechseln. Achten Sie auf kreative und entspannende Phasen wie Malen, Lesen, Musikhören. 

Bis zum (späteren) Nachmittag bewegt Ihr Kind sich wenig. Die Summe aller Bewegungszeit eines Grundschulkindes soll pro Tag allerdings zwei Stunden betragen und eine Bewegungseinheit mit 30 Minuten durchgehender Aktivität beinhalten. Geben Sie Ihrem Kind deshalb nach den Hausaufgaben die Möglichkeit, sich so richtig auszutoben.

So kann es abschalten, um am nächsten Vormittag wieder die nötige Konzentration für den Unterricht aufzubringen. Schicken Sie Ihr Kind täglich mindestens eine Stunde zum freien Spielen nach draußen: auf Bäume klettern, Fußballspielen, Seilhüpfen usw. Durch die frische Luft wird zudem der für Ihr Kind wichtige erholsame Schlaf in der Nacht gefördert.

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