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Französisch oder Latein
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Zweite Fremdsprache: Französisch oder Latein?

Wann sollte mein Kind welche Fremdsprache wählen?

In der sechsten Klasse im Gymnasium steht die Frage nach der zweiten Fremdsprache an und viele Eltern fragen sich, sollen sie ihr Kind wirklich eine alte verstaubte Sprache lernen lassen, oder doch lieber einer neuen lebendigen Sprache den Vorzug geben. Französisch oder Latein, das ist hier die Frage. 

Expertenrat von 
Ingrid Neufeld, Erzieherin

Gerade noch haben Sie sich als Eltern mit der Frage herumgeschlagen, ob es das Kind überhaupt aufs Gymnasium schaffen wird. Dann haben Sie sich gerade noch über den Schulwechsel gefreut und das erste Jahr herumgebracht. Doch schon werden Sie mit der nächsten Fragen konfrontiert: Soll mein Sohn, oder meine Tochter nun Französisch oder Latein als zweite Fremdsprache wählen?

Natürlich kann man die Entscheidung einfach aus dem Bauch heraus fällen und das Kind fragen: „Was willst du?“ Hat man bei der Antwort ein gutes Gefühl, ist die Entscheidung auch schon getroffen. Fertig.

Doch nicht jedes Kind, weiß, was es will. Dann sind Sie als Eltern gefragt.

Das spricht für Französisch:

Französisch ist eine lebendige Sprache. Sie wird in vielen Ländern gesprochen, dazu zählen Frankreich, Luxemburg, Belgien, aber auch die Schweiz. In weiteren 35 Ländern außerhalb der EU ist Französisch Amts- und Verkehrssprache. Wer gerne nach Frankreich fährt und dort die Sprache aktiv anwenden will, sollte die Wahl Französisch als 2. Fremdsprache in Erwägung ziehen.

Auch wer später möglicherweise Sprachen studieren will, sollte eventuell Französisch wählen, da viele Universitäten beispielsweise für ein Spanisch-Studium, die Sprache Französisch als Voraussetzung ansehen. Wer eine Sprache lernen will, die er anwenden kann, sollte Französisch wählen.

Vielleicht haben Sie ja auch schon über einen Schüleraustausch in Frankreich nachgedacht? Wenn Sie Ihrem Kind einen Schüleraustausch in Frankreich ermöglichen wollen, ist Französisch die richtige Voraussetzung.  Im Französischunterricht wird Ihr Kind die Kultur und das Alltagsleben Frankreichs kennenlernen, außerdem muss es lernen, Französisch aktiv zu sprechen.  Die Themen im Schulunterricht sind oft sehr aktuell und beziehen das gegenwärtige Zeitgeschehen mit ein.  In Französisch steht natürlich anders als im Lateinischen die gesprochene Sprache im Vordergrund. Ihr Kind bringt sich aktiv in die Sprache ein. Damit erwirbt es sich gleichzeitig eine gute Voraussetzung für den Arbeitsmarkt. Denn in vielen Berufen wird heutzutage in den lebendigen Sprachen Französisch und Englisch mit Kunden verhandelt und korrespondiert.  Wenn Ihr Sohn, oder Ihre Tochter sich für Französisch entscheidet, sollte ihre Tochter, oder Ihr Sohn ein gutes akustisches Gedächtnis haben, das hilft den Kids, der Sprachmelodie zu folgen. Außerdem ist es hilfreich, wenn der Schüler Spaß daran hat, sich im Sprechen zu üben und gerne in der neuen Sprache kommuniziert.  Der Aufwand fürs Vokabellernen darf trotzdem nicht unterschätzt werden. Der Schüler braucht dafür Disziplin und Ausdauer.

Das spricht für Latein:

Noch immer gilt das Latinum als Voraussetzung für etliche Studiengänge. Beispielsweise für Sprachen, Geschichte, Theologie, Archäologie, Kunstgeschichte und Philosophie. Auch in den Wissenschaften Medizin und Pharmazie sind Lateinkenntnisse wichtig. Wenn das Kind Spaß am logischen Denken hat und sich auch gerne mit kulturellen und geschichtlichen Themen befasst, ist das schon eine gute Voraussetzung für die Sprache.

Im Lateinischen steht die geschriebene Sprache im Vordergrund und wird auch genauso wie sie da steht ausgesprochen. Darin ähnelt die Sprache dem Deutschen. Wer eine schwere Zunge hat, dem kommt das Lateinische entgegen, denn es wird nicht aktiv angewandt. Die Übersetzungen sind in der Regel vom Lateinischen ins Deutsche. Man muss das Lateinische verstehen, aber sich nicht in dieser Sprache ausdrücken. Wer Latein lernt, verfügt bald über einen großen Wortschatz an Fremd- und Lehnwörtern und damit einen Vorteil beim Lesen wissenschaftlicher Texte.  Die Sprache erleichtert den Zugang zu weiteren romanischen Sprachen. Der Schüler muss die sprachlichen Strukturen durchdringen und beim Übersetzen sehr genau sein. Das fördert Konzentration und sorgfältiges Arbeiten genauso, wie das logische Denkvermögen.

In der lateinischen Sprache ist das Fundament unserer europäischen Kultur verankert. Wer sich gerne mit antiken Mythen und Sagen beschäftigt, liegt mit Latein als zweiter Fremdsprache genau richtig. Bei der Beschäftigung mit der Sprache werden geschichtliche Zusammenhänge und bekannte Persönlichkeiten aus der Antike behandelt und für den Lernenden transparenter. Damit trägt die Sprache Latein enorm zu einem guten Allgemeinwissen bei, zumal man nicht nur einen guten Einblick in das Alltagsleben der Römer erhält, sondern auch einiges über die Philosophie und Staatstheorie erfährt. Wer sich mit der Rechtschreibung schwer tut, darf sich freuen, denn in Latein gibt es keine Diktate. Trotzdem brauchen die Schüler eine hohe Motivation zum Lernen. Denn da Latein eine sehr strukturierte Sprache ist, hat jedes Verb verschiedene Formen, die genauso wie viele Ausnahmeregelungen stur auswendig gelernt werden müssen.

Natürlich ist es keine leichte Entscheidung, doch Sie kennen Ihr Kind und werden ihm sicher helfen, das Richtige zu tun!

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