Kommentare:

So fördern Sie die Motivation fürs Rechnen

Motivation steigern für Mathe

Motivation führt zu guten Schulleistungen. Besonders im Fach Mathematik haben viele Schülerinnen und Schüler mit der Motivation Schwierigkeiten. Unsere Lerntipps zeigen Ihnen, ob Sie überhaupt bei Ihrem Kind die Motivation fördern sollten und wie Sie die Motivation steigern. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Untersuchungen von Schulpsychologen zeigen, dass es lern- und leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern in erster Linie an der Motivation für das Lernen mangelt. Trotz guter Intelligenz wollen sich diese Kinder nicht anstrengen und halten nicht lange durch. So kommt es, dass Kinder mit gleicher Intelligenz wegen unterschiedlicher Motivation immer wieder unterschiedliche Schulleistungen aufweisen. Doch die Motivation ist auch nicht alles, es gibt weitere wichtige Faktoren, um in der Schule erfolgreich sein zu können. Dazu gehören auf jeden Fall

  • Lern und Arbeitstechniken, um die eigenen Fähigkeiten optimal auszuschöpfen,
  • eine emotionale Stabilität, um sich nicht aus der Bahn werfen zu lassen,
  • eine positive familiäre Lernumwelt, um den Wert von Schule und Leistung zu erkennen sowie
  • eine positive schulische Lernumwelt, damit Lerninhalte optimal präsentiert werden können.

Motivation fördern: Mathematik ist langweilig!

Nicht jedes Kind, das Mathematik blöd findet, hat generell Probleme mit der Motivation. Es gibt durchaus viele Schülerinnen und Schüler, die Spaß an anderen Schulfächern haben, aber mit der Mathematik einfach nichts anfangen können, und denen die Motivation fehlt. Wenn sich hinter diesem Verhalten keine Rechenschwäche (Dyskalkulie) verbirgt, handelt es sich hier wahrscheinlich um eine spezielle Lernmotivationsstörung und man sollte dort die Motivation steigern. Das bedeutet: Grundsätzlich ist das Kind lernbereit und motiviert, in diesem speziellen Bereich hat es jedoch starke Widerstände und kann sich nicht dafür begeistern.

Motivation steigern: Machen Sie den Mathe-Motivationstest mit Ihrem Kind!

Um herauszufinden, welche Motivation Ihr Kind gegenüber der Schule und dem Lernen im Allgemeinen sowie der Mathematik im Besonderen hat, kann der folgende kleine Test aufschlussreich sein. Geben Sie Ihrem Kind die Satzanfänge und lassen Sie es diese beenden. Natürlich können Sie die Sätze auch vorlesen und die Fortsetzungen Ihres Kindes notieren. Aus den einzelnen Satzergänzungen können Sie meist sehr deutlich erkennen, welche Motivation Ihr Kind dem Fach Mathematik entgegenbringt und ob Sie die Motivation steigern sollten.

Mathe-Motivationstest

  1. Wenn ich an den Mathe-Unterrichtet denke, fühle ich mich .....................................
  2. Wenn ich morgens in die Schule gehe, habe ich ............
  3. Der Mathe-Unterricht würde mir mehr Spaß machen, wenn ..................................
  4. Wenn ich an den Matheunterrichtet denke, kriege ich ..................................
  5. Das Fach Mathematik macht mir ..................................
  6. Mathematik-Hausaufgaben finde ich ............................
  7. Mein Lieblingsfach in der Schule ist ..............................
  8. Wenn ich an die Schule denke, freue ich mich, dass ..................................
  9. Bevor ich eine Mathematik-Arbeit schreibe, fühle ich mich ..................................
  10. Wenn die Schulferien zu Ende gehen und ich bald wieder in die Schule gehen werde, denke ich ......................

Auswertung: Die Fragen 1, 3, 4, 5, 6 und 9 zur Motivation beziehen sich ausschließlich auf das Fach Mathematik. Hat Ihr Kind die Sätze mit negativen Äußerungen vervollständigt, zeigt sich deutlich, dass es unter einem Mangel an Motivation in diesem Bereich leidet. Sie sollten dann bei Ihrem Kind die Motivation steigern. Die Fragen 2, 7, 8 und 10 hingegen beziehen sich auf die Schule im Allgemeinen. Wenn Ihr Kind nur Probleme mit der Motivation in Mathematik hat, so wird es bei diesen Sätzen positiver formulieren. Finden sich auch hier nur negative Aussagen über Motivation, begrenzt sich das Motivationsdefizit Ihres Kindes nicht allein auf das Fach Mathematik, sondern umfasst vermutlich den gesamten schulischen Bereich.

Keine Motivation: Warum will mein Kind nicht lernen?

Die Ursache einer (speziellen) Störung der Motivation herauszufinden, ist manchmal ein mühsamer Prozess, bei dem die unterschiedlichsten Entwicklungs- und Lebensbereiche genau betrachtet werden müssen. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die bei der Motivation dazu führen, dass ein Kind nicht lernt, seine Bedürfnisse zu steuern und sich bewusst anzustrengen. Nicht immer gelingt es Eltern ohne qualifizierte Unterstützung, die Gründe für die fehlende Motivation ihres Kindes herauszufinden und Sie können dann auch nicht die Motivation steigern. Schulpsychologen oder Fachkräfte in Erziehungsberatungsstellen können dabei eine wertvolle Hilfe für die Motivation sein. Generell gilt, dass Störungen der Motivation nicht von heute auf morgen überwunden werden können. Geduld und das Verändern der Ursachen sind notwendig, um die Motivation zu steigern.

Gründe für Motivationsstörungen, bei denen man Motivation steigern sollte 

Motivation fördern: 1.  Zu starke Verwöhnung

Wenn Kinder immer bekommen, was sie verlangen, ohne die Motivation zu haben, sich dafür anzustrengen oder eine Gegenleistung zu erbringen, lernen sie nicht, ihre Bedürfnisse aufzuschieben. Sie sind ihren Wünschen und Trieben hilflos ausgeliefert und haben keine Motivation. Sich anzustrengen, um etwas zu bekommen, haben sie nie gelernt. Dieses Übermaß an psychischer und physischer Zuwendung führt bei fast allen Kindern über kurz oder lang dazu, diese Art der Verwöhnung für selbstverständlich zu halten und auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen. Hier muss man konsequent die Motivation fördern. Sie sind unselbstständig und lustlos. Wenn Mama oder Papa sich immer um die Mathe-Hausaufgaben kümmern, lernt ihr Kind bezüglich der Motivation nie, diese auch mal allein anzupacken. Die schulischen Leistungen werden von Jahr zu Jahr schlechter, denn für die anstrengende Tätigkeit des Lernens haben extrem verwöhnte Kinder keine Kraft.

Wie können Sie für die Motivation vorbeugen?

  • Erfüllen Sie Ihrem Kind nicht immer jeden Wunsch, sondern lassen Sie es sich auch Leistungen verdienen. So können Sie gezielt die Motivation steigern. Grundschulkinder können gerade im Bereich Mathematik gut gefordert werden, zum Beispiel mit Hilfe ihres Taschengeldes. Selber einkaufen oder Preise vergleichen und Differenzen ausrechnen fördert das mathematische Verständnis und schafft einen Bezug zum Rechnen.
  • Schenken Sie angemessen, also nicht zu oft und nicht zu teuer. So können Sie die Motivation fördern
  • Hausaufgaben sind für das Kind gedacht, nicht für die Eltern. Helfen Sie nur, wenn Ihr Kind es zuerst einmal allein versucht hat.
  • Nicht jeder Wunsch muss sofort erfüllt werden, das Warten darauf macht das Geschenk sogar noch wertvoller.
  • Trösten Sie Ihr Kind bei einer schlechten Mathe-Arbeit nicht nur, sondern versuchen Sie, um die Motivation zu fördern, den Fehlern gemeinsam auf den Grund zu gehen, damit es künftig besser gelingt.
  • Setzen Sie einen Erfolg Ihres Kindes in Mathe mit seinen Anstrengungen in Verbindung: „Super, jetzt hast du vier Tage lang für die Mathearbeit gelernt und gleich eine 3 geschrieben. Das hat sich doch gelohnt!“
Mein Tipp
Bestehen Sie darauf, dass Ihr Kind kleine Aufgaben im Haushalt übernimmt. Das entlastet nicht nur die Familie, sondern macht Ihrem Kind auch deutlich, dass seine Arbeitskraft gebraucht wird. So lernt es das Gefühl kennen, nach getaner Arbeit, auch wenn sie unliebsam ist, zufrieden über die eigenen Leistungen zu sein.

Motivation fördern: 2. Mangel an Anregung in der Kindheit

Kinder, die in den ersten Lebensjahren kein vielseitiges und aktives Spielangebot erfahren, können nur schwer eigene Motivation entwickeln. Das geschieht beispielsweise, wenn sie hauptsächlich vor dem Fernseher oder PC sitzen und nicht im Spiel mit anderen Kindern oder Erwachsenen ihre eigenen Fähigkeiten verbessern können. Diese Kinder lernen meist auch keine Gütemaßstäbe kennen, denn ohne Spielpartner und Spielanregungen entsteht auch keine Motivation, durch Üben und Trainieren besser zu werde

Diskutieren Sie mit im Elternwissen-Forum
Zu strenge Benotung?

Immer wieder kommt es auch vor, dass der Bereich der Alltagsmathematik aus dem Spielrepertoire ausgegrenzt wird. Dabei wird verhindert, dass Kinder mathematische Grundlagen spielerisch erlernen. Motivation steigern ist hier dringend notwendig.

Wie können Sie für die Motivation vorbeugen?

  • Sorgen Sie für Spielzeug, das Ihr Kind nicht unterfordert und die Motivation steigern kann.
  • Kinder brauchen gleichaltrige Spielpartner, um ihre Kräfte und ihr Können zu messen.
  • Begrenzen Sie die Zeit, die Ihr Kind vor dem Monitor (Fernseher, PC, Spielekonsole) verbringt.
  • Bieten Sie Ihrem Kind unterschiedliches Spielzeug, das auch seine mathematischen Fähigkeiten fördert.
  • Würfelspiele, Knobelaufgaben, Sortieren von Dingen, Malen von verschiedenen Formen (Kreis, Dreieck, Viereck) oder altersgerechte Bausätze schulen das mathematische Grundverständnis und können die Motivation fördern.
  • Regen Sie die Fantasie und auch die Motivation Ihres Kindes an, indem Sie gemeinsame Ausflüge zu interessanten Orten (Ausstellung, Zoo, Museum, Theater) machen.
Diesen Artikel weiterlesen?
mehr erfahren...

Noch mehr Tipps, wie Sie bei Ihrem Kind die Motivation steigern können, sehen Sie an dieser Stelle exklusiv als Abonnent von "Lernen und Fördern mit Spaß".

Diesen Artikel freischalten

Dies ist ein Premium-Inhalt auf Elternwissen.com, der nur Abonnenten unserer monatlichen Eltern-Ratgeber angezeigt wird.

Wenn Sie diesen Artikel weiterlesen möchten, können Sie hier ein 30-tägiges Test-Abonnement abschließen.

Bitte wählen Sie Ihr Wunsch-Produkt aus:

Sie sind bereits Premium-Mitglied?

Geben Sie hier Ihren Benutzernamen und Passwort ein:

Mehr zum Thema von unseren Elternwissen-Experten

Kommentare zu "So fördern Sie die Motivation fürs Rechnen"

  • Anonym schreibt am 12.03.2009

    Einfach toll! wie Sie Ihre Hilfen immer in den gesamten Zusammenhang stellen!
    Es wird deutlich, dass man am besten von Anfang an die Dinge einspuren kann, wie z. B. Konzentration auf ein Spiel, warten können, nicht jeden Wunsch erfüllen! Je mehr die Kinder bekommen, desto mehr wollen sie. Und: Kinder haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, sonst kommen sie später im Leben, bzw. in der Schule nicht zu recht.
    Wie immer vielen Dank für Ihre Arbeit in diesem Dienst der Hilfestellung für den praktischen Alltag mit Kindern!
  • Anonym schreibt am 28.12.2008

    Mein Sohn ist 16 und hat schwierigkeiten sich das einfache ein mal eins zu merken!
Sagen Sie Ihre Meinung und schreiben Sie einen Kommentar!




Warum stellen wir so dumme Fragen?
Hinweis: aus rechtlichen Gründen erscheint Ihr Kommentar nicht sofort, sondern muss zuerst durch einen Moderator freigeschaltet werden.
Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie nach der Geburt fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Kostenlose Tipps zum Thema "Mathe" per E-Mail

Sollen wir Sie mit neuen Tipps und Artikeln zum Thema "Mathe" kostenlos per E-Mail auf dem Laufenden halten?