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Schulkind beim rechnen
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So versteht Ihr Kind den Mengenbegriff

Mengen

Hat ein Schüler große Probleme mit der Rechtschreibung, muss er nicht zwingend eine sehr schlechte Note in Deutsch haben. Möglicherweise sind seine Aufsätze sehr fantasievoll. Fehlt einem Kind allerdings das mathematische Verständnis, dann hat es im Matheunterricht verloren. Denn hier hängt alles miteinander zusammen. Kann es Mengen nicht vergleichen, hat es auch Probleme mit dem Überschlag. Hat es die Rechenaufgaben im kleinen Zahlenraum noch nicht auswendig parat, bereitet ihm der Übergang in den Tausenderraum Schwierigkeiten. Daher stelle ich Ihnen heute ein paar Übungen vor, mit denen Sie das Mengenverständnis Ihres Kindes trainieren können. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Häufige Probleme bei der Mengenerfassung

  • Kleine Mengen werden nicht auf einen Blick (simultan) erfasst, sondern immer wieder aufs Neue gezählt. Das raubt Ihrem Kind viel Zeit und Konzentration.
  • Plus- und Minusaufgaben werden abgezählt. Das führt oft dazu, dass das Ergebnis um eins zu klein oder zu groß ist.
  • Mengen werden nicht in Fünfer- oder Zehnergruppen gebündelt. So entstehen Fehler bei gemischten Zehnerzahlen (z.B. 42 = 4 Zehnergruppen und 2 Einer).
  • Fehlt die Vorstellung von „viel“ und „wenig“ bereiten Überschläge und Mengenvergleiche (z.B. 45 >36) große Mühe.

 

Mein Tipp:

Für das iPad gibt es die App „Fingermengen“ (erhältlich über den iTunes). Dabei handelt es sich um ein kurzweiliges Lernspiel, mit dem die simultane Mengenerfassung und das Zuordnen von Mengen zu Zahlen geübt wird.

5 bewährte Methoden: So ebnen Sie Ihrem Kind den Weg zu einem besseren Mengenverständnis

Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Kind kein mangelhaftes Gedächtnis hat, sondern falsche Rechenkonzepte anwendet. Das bloße Wiederholen von mathematischen Regel führt zu Frust. Ihr Kind muss mit Materialien hantieren, damit es die Zahlen im wahrsten Sinne des Wortes als Mengen begreifen kann. Durch das eigenständige Tun in den folgenden Beispielen entwickelt es innere Bilder von Mengen.

1.      Stempelbilder

Unterteilen Sie ein Plakat/ein Stück Tapete in einzelne Felder, in die Sie verschiedene Zahlen (je nach Alter Ihres Kindes im Zahlenraum bis 20 (Erstklässler), 100 (Zweitklässler) schreiben. Ihr Kind stempelt jetzt die zu den Zahlen passenden Mengenbilder. Dabei kann es die Stempel in Zehnerreihen untereinander setzen (also bei 43 vier volle Reihen und drei einzelne Stempel in der untersten). Oder es stempelt wild durcheinander und bildet dann Zehnersäcke, indem es immer zehn Stempel einkreist (also bei 36 drei Säcke und sechs freischwebende Stempel). Wenn das Plakat fertig ist, können Sie die Zahlen abdecken und Ihr Kind soll nun anhand der Stempelbilder die Zahl nennen.

2.      Schätzen

Lassen Sie Ihr Kind mit einer Packung Schokolinsen ein Gefühl für Mengen entwickeln. Nehmen Sie nicht mehr als zwanzig Stück und werfen Sie diese auf den Tisch. Jetzt soll Ihr Kind zunächst schätzen, dann zählen, wie viele es sind. Achten Sie auf die Bündelung! Hat es sich um weniger als zwei verschätzt, darf es eine Schokolinse naschen.

Mein Tipp:

In meiner Klasse küren wir jeden Freitag den Schätzkönig mit einer Urkunde. Dieser hat die Anzahl an kleinen Gegenständen, die sich gut sichtbar in einem großen Einmachglas befinden, am besten geschätzt. Bestimmt hat auch Ihr Kind Freude an dieser Aufgabe. Füllen Sie hierzu ein großes Gefäß mit Stickern, Aufklebern, Maiskörnern, Looms usw.

3.      Bündeln, bündeln, bündeln

Wenn meine Zweitklässler in den Hunderterraum vordringen, lasse ich sie verschiedenste Dingen in großer Anzahl zu Zehnerpaketen bündeln (z.B. je zehn Zahnstocher mit einem Küchengummi umwickeln). Geben Sie Ihrem Kind Zahnstocher, Büroklammern, Knöpfe und Muscheln oder auch Gummibärchen und Smarties. Notieren Sie im Vorfeld die entsprechenden Mengen auf Kärtchen. Diese soll Ihr Kind dann nach getaner Sortierarbeit den passenden Materialien zuordnen (z.B. 4 Zehnerhaufen und 7 einzelne Büroklammern = 47).

4.      Nur ganz kurz!

Erzeugen Sie innere Mengenbilder bei Ihrem Kind, indem Sie ihm regelmäßig Mengen bis fünf, später auch bis zu zehn, nur während einer kurzen Zeitspanne zeigen. Legen Sie hierzu Knöpfe, Nägel oder Spielfiguren auf Ihre Handfläche. Machen Sie nach ein paar Sekunden eine Faust und fragen Sie Ihr Kind, wie viele es gesehen hat.

Mein Tipp:

Unter www.lernen-und-foerdern.com finden Sie einen Satz „Blitzblickkarten am Zwanzigerfeld“ zum gezielten Training der Mengenvorstellung.

5.      Eierkartons

Sammeln Sie leere 10er-Eierkartons. Diese eignen sich hervorragend, um Zerlegungsaufgaben zu trainieren. Sie benötigen außerdem noch einen Satz Plastikeier (z.B. aus dem Kaufladen Ihres Kindes). Mit einem Karton kann Ihr Kind sämtliche Zerlegungen der Zahl 10 üben (z.B. 8+2, 7+3, 4+6). Setzen Sie hierzu eine beliebige Anzahl an Eiern in den Karton. Fragen Sie Ihr Kind, wie viele  noch fehlen, bis der Karton voll ist. Mithilfe der leeren Felder kann es die Anzahl gut erkennen. Auch hier gilt: Je häufiger Sie trainieren, desto weniger wird Ihr Kind zählen müssen, weil es immer sicherer wird im schnellen Erfassen der Menge auf einen Blick. Haben Sie mehrere Kartons vorrätig, kann Ihr Kind in den Hunderterrraum vordringen. Nennen Sie ihm eine zusammengesetzte Zehnerzahl (z.B: 68), die es mithilfe der Kartons darstellt (Benutzen Sie hierzu Kastanien oder Erdnüsse oder kleine Schokoeier).

Vielleicht fotografieren Sie ein paar der Beispiele Ihres Kindes mit Ihrem Smartphone, damit Sie immer wieder spontan (z.B. im Wartezimmer beim Arzt) üben können? Oder sie nutzen die App: 'Conni Zahlen 1-10', bzw. 'Conni Rechnen 1-100',  (je 2,99€ im App-Store) wo ebenfalls mit Eierkartons gerechnet wird.

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