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Schulkinder melden sich im Unterricht
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5 Tipps für eine bessere mündliche Note

Schule und Eltern

Mit der Pubertät verlässt viele Schüler die Lust, manche aber auch der Mut, zur mündlichen Mitarbeit im Unterricht. Für die meisten Jugendlichen gibt es in dieser Zeit einfach spannendere Dinge als Mathe- oder Englischunterricht. Andere Schüler hingegen würden sich gerne mehr am Unterricht beteiligen, trauen sich aber nicht aus Angst, etwas Falsches zu sagen, ausgelacht zu werden oder einfach, weil sie am liebsten gar nicht auffallen möchten. Was Ihr Kind tun kann, damit es auch mündlich am Ball bleibt, lesen Sie hier. 

Expertenrat von 

Vor allem, wenn, wie in einigen Bundesländern üblich, die mündliche Beteiligung 50 Prozent oder mehr zur Gesamtnote beiträgt, ist es wichtig, dass Ihr Kind aktiv im Unterricht dabei ist. Außerdem versteht und durchdringt Ihr Kind den Unterrichtsstoff natürlich viel besser, wenn es bereits kontinuierlich im Unterricht und nicht erst im Nachhinein zu Hause damit arbeitet.

Sophie hat in Deutsch mündlich eine 4 bekommen und ist damit absolut nicht einverstanden. Bei der Notenbesprechung war Sophie erst so „geschockt“, dass sie gar nichts dazu sagen konnte. Später hat sie ihre Deutschlehrerin Frau Heller dann aber noch mal in der Sprechstunde aufgesucht, um sich die Note genauer erklären zu lassen. Eigentlich war Sophie mit dem festen Vorsatz in das Gespräch gegangen, Frau Heller zu sagen, dass sie ungerecht benotet worden sei. Sophie war nämlich der Meinung, dass sie sich, auch im Vergleich zu anderen, besser bewerteten Klassenkameraden, durchaus mehr melde. Doch dann verlief das Gespräch ganz anders als geplant: Frau Heller entschuldigte sich zunächst dafür, dass sie Anfang des Schuljahres der Klasse vielleicht nicht deutlich genug aufgezeigt habe, wie eine gute mündliche Note zustande komme. Anschließend erklärte sie, dass sie eine 3 überhaupt erst dann für mündliche Leistungen geben könne, wenn Sophie sich nicht ab und zu, sondern regelmäßig und das heißt ca. drei Mal pro Stunde melde. Für eine 2 müsse Sophie dann noch stetiger und vor allem qualitativ bessere Beiträgeliefern. Dies seien dann z.B. Beiträge, die deutlich über den unmittelbar behandelten Unterrichtsstoff hinausgingen und zeigten, dass Sophie Bezüge zu vorangegangenen Unterrichtseinheiten herstelle, eigene weiterführende Gedanken entwickle, aktuelle Bezüge herstellen und Wichtiges von Unwichtigem trennen könne. Nach diesen Erläuterungen war Sophie klar, dass sie noch an sich arbeiten muss, um im nächsten Halbjahr mündlich die 3 zu schaffen.

Damit ihr das auch gelingt, gab Frau Heller Sophie ein paar Tipps mit auf den Weg: So schlug sie z.B. vor, dass sich Sophie ab sofort bei jeder Hausaufgabe zum Vorlesen meldet und im Unterricht immer sofort nachfragt, wenn sie etwas nicht versteht. Solche Nachfragen sind für viele andere Schüler auch eine wichtige Hilfe. Zudem riet sie Sophie, über einen Sitzplatzwechsel nachzudenken. Die beste Freundin ist eben manchmal auch der beste „Konzentrationskiller“. Mit einem Meldeplan für die nächsten vier Wochen könne sich Sophie zusätzlich motivieren und kontrollieren, die drei Meldungen pro Stunde dann auch wirklich zu schaffen. In dieser kleinen Geschichte wird inhaltlich schon viel rund um das Thema „mündliche Beteiligung“ deutlich: allem voran die Tatsache, dass sich Schüler hier oft ungerecht benotet fühlen, weil sie z.B. denken, dass eine „regelmäßige“ Beteiligung einmal in der Woche oder gar einmal im Monat für eine gute Note ausreicht, wenn sie sonst nicht stören und ihre Hausaufgaben machen. Eine Aufklärung über das tatsächliche Zustandekommen der Note aufgrund quantitativer und qualitativer Leistung ist für Ihr Kind also wichtig.

Beurteilung von mündlichen Leistungen

Hier finden Sie eine Übersicht darüber, wie mündliche Leistungen in der Regel bewertet werden:

Note 6: keine freiwillige Beteiligung, falsche Äußerungen nach Aufforderung

Note 5: keine freiwillige Beteiligung, nur teilweise richtige Äußerungen nach Aufforderung

Note 4: gelegentlich freiwillige Mitarbeit, Äußerungen meist richtig, beziehen sich nur auf einfache Zusammenhänge und unmittelbar

Note 3: regelmäßige freiwillige Mitarbeit, Äußerungen meist richtig, beziehen sich auf unmittelbar behandelten Stoff, sowie Verknüpfungen mit Inhalten der ganzen Unterrichtsreihe

Note 2: stetige Beteiligung, Verstehen schwieriger Inhalte, Einordnung in aktuelle und vorausgegangene Unterrichtsreihen, Erkennen von Problemen, Unterscheidung von Wichtigem und Unwichtigem

Note 1: stetige Beteiligung, Probleme, Fragestellungen werden in größere Zusammenhänge eingeordnet und beurteilt, selbstständige gedankliche Leistungen und Problemlösung, gute sprachliche Darstellung

Grundsätzlich gilt also:

  • Erst eine regelmäßige freiwillige Mitarbeit (das heißt: mindestens zwei bis drei Beiträge pro Stunde) rechtfertigt die Note 3.
  • Und: Qualität vor Quantität! Eine 2 bzw. 1 ist erst dann drin, wenn die Beiträge Ihres Kindes deutlich über die bloße Wiedergabe von gerade gelernten, einfachen Stundeninhalten hinausgehen.

Die kleine Geschichte am Anfang dieses Artikels zeigt auch, dass Ihr Kind konkrete Maßnahmen umsetzen muss, wenn es sich mündlich verbessern möchte. Fünf hilfreiche Tipps dazu finden Sie im Folgenden:

Tipp 1: Den Sitzplatz überprüfen!

Prima, wenn Ihr Kind gute Freunde hat, mit denen es immer eine Menge zu bereden hat. Doch im Unterricht kann der Segen einer guten Freundschaft leicht zum Fluch werden. Hier hilft oft nur der Sitzplatzwechsel. Das ist nicht schön, aber manchmal notwendig, um im Unterricht wieder mitreden zu können. Fragen Sie am besten den Lehrer Ihres Kindes, ob der momentane Sitzplatz oder eine „ungünstige Konstellation“ am Tisch die Ursache für eine schlechte mündliche Mitarbeit ist. Wenn ja, bitten Sie ihn, die Sitzordnung zu verändern.

Tipp 2: Immer am Ball bleiben

Nur wer im Unterricht weiß, worum es inhaltlich wirklich geht, kann sich auch beteiligen und qualitativ gute Beiträge liefern. Am Ball bleibt Ihr Kind, wenn es Folgendes beherzigt: Hausaufgaben machen! Eigentlich selbstverständlich, sollte man meinen. Doch pubertierende Schüler haben neben den Hausaufgaben meist so viele andere wichtige Dinge zu erledigen, dass die Prioritäten hier schnell mal anders verteilt werden. Dennoch:

  • Hausaufgaben stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der mündlichen Beteiligung. Oft sind sie sogar die Voraussetzung dafür! Zudem bieten gerade die Hausaufgaben Ihrem Kind eine prima Möglichkeit, gleich zu Beginn der Stunde zu punkten. Außerdem übt Ihr Kind bei den Hausaufgaben den neuen Lernstoff, auch das erleichtert die weitere Mitarbeit.
  • Sorgfältige Unterrichtsmitschriften anfertigen: Damit ist nicht Schönschreiben, sondern vor allem Vollständigkeit und Übersichtlichkeit gemeint. Gute Mitschriften helfen Ihrem Kind, den Überblick über vergangene Stunden zu behalten, erleichtern so das Erkennen von Zusammenhängen, das gezielte Stellen von Fragen und natürlich auch die Vorbereitung auf Klassenarbeiten.
  • Aktuellen Lernstoff wiederholen: Am besten wiederholt Ihr Kind die neuen Lerninhalte noch am gleichen Tag. Einerseits kann das Gedächtnis durch die zeitnahe Wiederholung in einem ruhigen Umfeld den neuen Lernstoff gleich besser speichern, andererseits stößt Ihr Kind bei der Wiederholung vielleicht auf Fragen, die es in der nächsten Stunde klären kann. Viele Stunden beginnen zudem mit der Wiederholung des behandelten Stoffs, hier ist Ihr Kind dann bestens vorbereitet.
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Tipp 3: Schlaue Fragen vorformulieren

Ermuntern Sie Ihr Kind dazu, im Unterricht Fragen zu stellen. Diese Fragen können sich auf Inhalte beziehen, die Ihr Kind noch nicht richtig verstanden hat, oder auf Zusammenhänge, über die Ihr Kind noch zusätzlich etwas wissen möchte. Einige dieser Fragen können sicher bereits zu Hause vorbereitet oder sogar genau vorformuliert werden. Gut durchdachte Fragestellungen sind in der Regel auch qualitativ wertvolle Beiträge, da sie den Unterricht genau an der Stelle vertiefen, an der oft auch viele andere Schüler noch Klärungsbedarf haben. Fragen gehören zum Lernen unbedingt dazu und sind somit prima mündliche Beiträge. Doch Vorsicht, auch beim Fragen kommt es darauf an, dass Ihr Kind die richtigen Fragen stellt. Auch wenn Ihr Kind das gerade Besprochene nicht richtig verstanden oder auch mal „verträumt“ hat, darf es seine Frage gerne z.B. mit den Worten „Entschuldigung, ich habe gerade nicht aufgepasst…“ einleiten.

Ihr Kind sollte möglichst konkret fragen, dadurch wird deutlich, dass es sich bemüht hat, den Erklärungen zu folgen. Die Frage „Warum muss ich an dieser Stelle diese Formel verwenden?“ ist also immer besser als „Können Sie das bitte noch einmal erklären?“ Vorsichtig sollte Ihr Kind sein mit zu häufigen „Ist es richtig, dass…“-Fragen. Sie könnten bei den Mitschülern den Eindruck erwecken, dass Ihr Kind dem Lehrer nur zeigen möchte, dass es alles verstanden hat. Ihr Kind sollte seine Fragen immer fair und ohne Vorwürfe an Mitschüler oder Lehrer formulieren. Mit Fragen wie „Zuerst sagen Sie dies, dann sagen Sie das, könnten Sie jetzt vielleicht noch mal klarer ausdrücken, was richtig ist?“ macht sich Ihr Kind keine Freunde und bekommt auch keine hilfreichen Antworten.

Tipp 4: Mündliche Vorträge proben

Vor allem den schüchternen Schülern gibt es Sicherheit, wenn sie einige ihrer mündlichen Beiträge zu Hause vorbereiten können. Dazu gehört es auch, dass Ihr Kind z.B. nicht nur überlegt, was es sagen oder fragen möchte, sondern die genaue Formulierung bereits auch ein oder zwei Mal laut übt. Auf diese Weise findet Ihr Kind die Sicherheit, sich tatsächlich in der nächsten Stunde zu melden, um z.B. seine Hausaufgaben vorzutragen, eine mündliche Abfrage zu bewältigen, Fragen zu stellen oder ein Referat sicher vorzutragen.

Tipp 5: Einen Melde-Plan führen

Für lebhafte wie ruhigere Schülertypen ist es wichtig, dass ein gewisser Druck aufgebaut bzw. eine konkrete Verpflichtung eingegangen wird, die die Schüler im Unterricht dazu bewegt, entweder ihre inneren Hemmungen zu überwinden bzw. ihre Aufmerksamkeit zu steigern. In diesem Sinne ist der Melde-Plan für Ihr Kind eine prima Möglichkeit, sich selbst zu „verpflichten“, seine mündliche Mitarbeit gezielt zu verbessern.

Unser Rat: Den Lehrer mit ins „Boot“ holen

Am besten wäre es, wenn sich der jeweilige Fachlehrer bereit erklären würde, Ihrem Kind zunächst wöchentlich und dann in größeren Abständen eine konkrete Rückmeldung über seine mündliche Leistung zu geben. Das hilft Ihrem Kind zusätzlich, am Ball zu bleiben und es lernt zudem, seine Leistung realistisch einzuschätzen.

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