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Junge vor Schultafel
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Hilfeplan: So kommt Ihr Kind Schritt für Schritt zum Ziel

Effektives Lernen

Manche Ziele kann ein Kind nicht ohne Unterstützung erreichen. Ob es sich um die Hilfe der Eltern, von Freunden oder vom Lehrer handelt, ist nicht wichtig. Hauptsache, ein Kind kennt Möglichkeiten, sich Unterstützung zu suchen. Wie das gehen kann, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Um ein Problem zu lösen, eine Angst zu überwinden oder eine schwierige Aufgabe zu bewältigen, benötigt Ihr Kind Selbstvertrauen, Fähigkeiten und Mut. Beispielsweise wenn es sich nicht traut, sich im Unterricht zu melden, oder wenn es Angst vor der ersten Klassenfahrt hat. Auch der Wechsel auf eine weiterführende Schule kann sich schwierig gestalten. Mit den folgenden Schritten kann Ihr Kind nach und nach seine Ressourcen immer besser erkennen und einsetzen. Helfen Sie ihm dabei, an sich zu glauben und die Schwierigkeiten anzupacken. Beispiel: Mia traut sich nicht, sich am Mathe-Unterricht zu beteiligen. Sie hat Angst, Fehler zu machen.

1. Eigene Fähigkeiten erkennen

Um sich zu motivieren und Mut zu finden, braucht Ihr Kind ein positives Selbstbild. Nehmen Sie sich Zeit, und benennen Sie zusammen alle positiven Eigenschaften, die auf Ihr Kind zutreffen. Dabei geht es sowohl um Wissen als auch um soziale Kompetenzen.

  • Mia hat viele Freundinnen, sie ist beliebt (nett).
  • Mia kann sich gut ausdrücken, sie redet gerne (wortgewandt).
  • Mia macht selbstständig ihre Hausaufgaben (selbstständig).
  • Mia kümmert sich um ihre Goldhamster (verantwortungsbewusst).
  • Mia ist eine gute Turnerin (sportlich).

2. Neue Fähigkeit lernen, um das aktuelle Problem zu lösen

Um das aktuelle Problem zu lösen, muss Mia etwas Neues lernen. Sie überlegt genau, was sie brauchen kann, um sich mutiger im Unterricht einzubringen. Sie überlegt lange und schwankt zwischen

  • „gut rechnen können“,
  • „keine Angst vor dem Lehrer haben“,
  • „laute Stimme“ und
  • „keine Angst vorm Fehlermachen haben“.

Schließlich entscheidet sie sich klug für die letzte Alternative. Mia begründet das auch. Diese Eigenschaft helfe ihr in vielen Fächern, nicht nur in Mathe.

3. Vorbild suchen

Der nächste Schritt ist ein wichtiger Baustein, um die gewünschte, neue Fähigkeit zu entwickeln. Mia muss sich ein Vorbild suchen, das genau die Eigenschaft positiv umsetzt. Gemeinsam mit ihrer Mutter stöbert sie durch Bücher und Filme, um eine passende Heldin zu finden. In die engere Auswahl kommen:

  • Pippi Langstrumpf
  • Merida
  • Bibi Blocksberg
  • Die kleine Hexe

Bei allen Figuren handelt es sich um tolle Vorbilder, die trotz ihrer vielen Schwächen und Fehler erfolgreich sind. Mia weiß schnell, wer ihr am besten gefällt. Pippi Langstrumpf mit ihren mathematischen Problemen (Plutimikation) passt am besten zu Mias neuer Fähigkeit. Pippi lässt sich nicht unterkriegen, trotz der vielen Fehler, die sie immer wieder macht. Mutig verteidigt sie ihre spezielle Art und lässt sich nicht unterkriegen. Daran will sich Mia ein Beispiel nehmen.

4. So sieht die konkrete Hilfe aus

Mia bekommt eine winzige PippiLangstrumpf-Figur, die sie in der Hosentasche tragen kann. Wenn sie sich melden möchte, fasst sie den Talisman an und findet so den Mut, etwas zu sagen. Zu Hause wird die Situation dann besprochen. War die Antwort richtig, können sich alle freuen. War sie falsch, bekommt Mia ein extragroßes Lob, weil sie den Fehler ausgehalten hat. Wie so oft ist es auch hier wieder wichtig, das Ausprobieren und den Mut zu loben. Nur so traut sich Mia künftig auch weiter, möglicherweise falsche Antworten in Kauf zu nehmen.

5. Ein eigener Name für die Fähigkeit hilft

Um die neue Fähigkeit zu unterstützen, gibt Mia ihr einen tollen Namen. Neben den anderen Fähigkeiten, die das Mädchen ausmachen, fügt sie nun noch „fehlerfest“ hinzu. Mia ist stolz auf sich und ihren Mut. Das wird von den Eltern unterstützt, indem Mia für ihre neue Aktivität im Unterricht jeden Monat eine neue Puppe aus der Pippi-Langstrumpf-Serie bekommt.

Der Erfolg gibt Mia Recht

Nach zwei Monaten hat Mia ihre Unsicherheit weitgehend im Griff. Noch immer fühlt sie sich nicht wohl, wenn sie sich meldet, aber der Talisman, ihre neue Fähigkeit und die Erfolgserlebnisse zeigen Wirkung. Als ihr Lehrer sie dann noch vor der ganzen Klasse für eine richtige Antwort lobt, wird sie noch selbstbewusster.

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