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Mutter lernt mit Tochter gemeinsam
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Endlich weniger Rechtschreibfehler und mehr Erfolgserlebnisse

Effektives Lernen

Wenn die Rechtschreibung immer wieder zu schlechten Noten führt, verzweifeln manche Kinder. Zu groß scheint die Anzahl der Regeln zu sein, die sie lernen müssen. Am schlimmsten sind die Ausnahmen, denn diese Schreibweisen folgen keiner Rechtschreibregel und müssen einfach auswendig gelernt werden. Wir zeigen Ihnen, wie Ihr Kind trotzdem besser werden kann. 

Expertenrat von 
Dipl.-Päd. Uta Reimann-Höhn, Lern- und Erziehungsexpertin

Wenn die Motivation gegen null geht und im Diktat oder Aufsatz mal wieder der Rotstift zugeschlagen hat, verlieren manche Kinder einfach ihre Lernlust. Sie bekommen das Gefühl, die Fülle von Stolperstellen in der Rechtschreibung einfach niemals beherrschen zu können. In einem solchen Fall hilft auch kein noch so tolles Rechtschreibtraining oder Lernprogramm. Um überhaupt wieder Motivation aufzubauen, müssen schnelle Erfolge her. Wenn die Rechtschreibfehler Ihres Kindes überhandnehmen, sollten Sie es auf eine Legasthenie testen lassen. Ist der Test positiv, braucht es eine Lern therapie von ausgebildeten Fachleuten

Strategie der kleinen Schritte:

1. Mut machen

Beginnen Sie mit der Verbesserung der Rechtschreibung, indem Sie das Thema zunächst einmal beiseite legen. Klappen Sie das Arbeitsheft zu, und machen Sie etwas Schönes mit Ihrem Kind. So nehmen Sie der Thematik ihre Schärfe. Ihr Kind speichert ab, dass trotz schlechter Note und vielen Fehlern das Leben schön sein und Spaß machen kann. Am nächsten oder übernächsten Tag greifen Sie das Thema bei einer günstigen Gelegenheit wieder auf – Am besten dann, wenn Ihr Kind gerade etwas Tolles geleistet hat. „Jetzt hast du ein wichtiges Tor geschossen, super. Wäre doch gelacht, wenn wir das nicht auch beim Schreiben hinbekommen würden.“ Ihre positive Haltung überträgt sich auf Ihr Kind. Es traut sich wieder etwas zu und ist offen für neue Impulse.

2. Stolperstelle finden

Picken Sie sich nun einen Fehlerschwerpunkt aus dem letzten Diktat raus und beschränken Sie sich genau auf diesen. Nehmen Sie beispielsweise die Auslautverhärtung bei d/t. Vielleicht hat Ihr Kind damit Probleme und schreibt Walt statt Wald oder Rat statt Rad. Arbeiten Sie etwa bei Ihrem kleinen Fußballer mit visuellen Vorstellungen: „Die gegnerische Mannschaft heißt d/tMannschaft und versucht, dich reinzulegen. Jetzt lernen wir, ihr einen Strich durch die Rechnung zu machen.“

3. Konsequent am Thema bleiben

In den nächsten drei bis vier Wochen sollten Sie sich auf dieses Thema beschränken. Auf jeden Fall so lange, bis Ihr Kind das Prinzip nicht nur verstanden hat, sondern auch konsequent anwendet. Dazu streuen Sie immer wieder Aufgaben zur Auslautverhärtung über den Tag verteilt ein. Beim Frühstück, bei den Hausaufgaben oder abends beim Vorlesen gibt es dafür zahlreiche Gelegenheiten. Sie können Ihrem Kind auch kleine Briefchen schreiben und sich schriftliche Antworten wünschen. Hauptsache, Ihr Kind setzt sich mit dem Prinzip auseinander.

Definition: Auslautverhärtung ist ein Fachbegriff für die Aussprache bestimmter Wörter am Wortende. So wird etwa das deutsche Wort Rad entgegen der Schreibung genauso wie Rat ausgesprochen.

Mögliche Übungen rund um die Auslautverhärtung:

  • Suche in der Fernsehzeitung Wörter mit d am Ende, markiere sie rot und setze sie in die Mehrzahl (Wind, Winde).
  • Suche im Kicker Wörter mit t am Ende, markiere sie grün und setze sie in die Mehrzahl (Brett, Bretter).
  • Finde Adjektive mit d oder t am Ende und steigere sie (alt, älter, am ältesten | fremd, fremder, am fremdesten).
  • Mache eine Liste und sortiere die d- und die t-Wörter ein.
  • Wettbewerb: Verwende so viele d-Wörter wie möglich, wenn du sprichst.
  • Wettbewerb: Verwende so viele t-Wörter wie möglich, wenn du sprichst.
  • Erfinde Reime mit d/t-Wörtern (Der Mann mit Bart, der war ganz zart.

4. Den Sieg zelebrieren

Zum Abschluss kann Ihr Kind beweisen, wie gut es inzwischen diese Regel beherrscht. Dazu eignen sich entweder Klassenarbeiten, bei denen genau diese Fehler nicht mehr auftreten, oder Sie lassen Ihr Kind das Arbeitsblatt auf Seite 8 ausfüllen, bei dem es ausschließ- lich um die Auslautverhärtung geht. Macht es dabei nur noch ein oder zwei Fehler, kann es mit Recht behaupten, die „gegnerische Mannschaft“ besiegt zu haben. Dieses Erfolgserlebnis darf gefeiert werden! Mit dem Gefühl des Gewinners entwickelt sich ein neues Selbstbewusstsein. Auf dieser Grundlage findet Ihr Kind weitere Motivation, auch die anderen Rechtschreibregeln anzupacken.

Mein Tipp!

Wenn Ihr Kind das Prinzip der Auslautverhärtung bei d und t verstanden hat, macht ihm auch der Transfer auf Wörter mit g/k oder b/p vermutlich keine Schwierigkeiten mehr. Sie schlagen hier also drei Fliegen mit einer Klappe

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